Entrümple als ob es um dein Leben ginge

Entrümple als ob es um dein Leben ginge

Genau darum geht es, um dein Leben! Ich habe eine Umfrage zum Thema „Ausmisten & Entrümpeln“ gestartet und hier ist eine Übersicht zu den bisherigen Antworten auf die Frage:

„Warum willst du ausmisten? Was willst du dadurch gewinnen?“

  • Ordnung
  • Übersicht
  • Struktur
  • Leichtigkeit
  • Kreativität
  • Freiheit
  • Platz/Raum/Weite
  • Freiraum
  • Zeit
  • Zufriedenheit
  • Energie
  • Klarheit
  • Harmonie
  • Erleichterung
  • Entspannung
  • Innere Ruhe
  • Flexibilität
  • Offenheit/Platz für Neues
  • Mehr Luft zum Atmen!

Die Antwort auf die „Warum“-Frage zu finden, ist essenziell. Denn sie beinhaltet den „MEHR-Wert“, der durch eine Ausmist-Aktion entsteht. Obwohl wir am Ende weniger haben, gewinnen wir doch mehr von den Werten, die wir anstreben; vor allem mehr Zeit, das wichtigste aller Güter.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass genau diese Werte fehlen, wenn eine Wohnung oder ein Haus mit zu vielen Dingen vollgestopft ist. Die buchstäbliche Luft zum Atmen wird aufgesaugt durch Stress und Unruhe, die durch Unordnung und Unerledigtes entsteht.

Richtig und systematisch auszumisten und in Folge achtsam zu konsumieren, bedeutet daher so viel mehr, als nur die Wohnung aufzuräumen oder die Dinge zu sortieren. „Ich habe doch gerade aufgeräumt, und nun ist schon wieder alles durcheinander“ ist ein Satz, den ich sehr oft höre. Wir alle kennen das. Insgeheim wissen wir auch, dass sortieren und verstauen allein nicht hilft. Das Chaos kehrt immer wieder zurück.

Die menschliche Psyche tut sich jedoch schwer mit dem Loslassen und Weggeben, denn es entsteht unterschwellig die Angst, in einen Mangelzustand zu geraten. Viele von uns sind geprägt von den Eltern- und Großelterngenerationen, die zwei Kriege durchstehen mussten und wo es überlebenswichtig war, alles zusammenzuhalten und nichts wegzugeben. Jedes noch so kleine Ding konnte sich als wertvoll herausstellen und z.B. gegen Nahrung getauscht werden. Etwas wegzuwerfen, glich damals sicher einem Sakrileg. Aber wenn wir uns einmal vor Augen halten, wie viele Dinge wir heutzutage haben und wie viele unsere Eltern oder Großeltern hatten, dann sehen wir sofort, dass der Vergleich hinkt.

Dennoch ist in unseren Köpfen fest verankert, dass Weggeben schlecht ist. „Das könnte ich noch einmal brauchen“ ist ein weiterer Satz, den ich sehr oft höre.

Wir leben in einer extremen Überfluss-Gesellschaft, die uns auf mehreren Ebenen stark zusetzt. Durch Massenproduktion und Massenkonsum leidet unsere Umwelt. Und auch unsere Wohnungen und wir leiden an diesem Zuviel.

Ich erinnere mich noch gut an meine Großmutter. Sie war Jahrgang 1893. Als sie geboren wurde, gab es noch die Habsburger-Monarchie in Österreich. Sie hat 2 Weltkriege überlebt und unter größten Entbehrungen ihre drei Kinder allein großgezogen. Die Dinge, die sie besaß, hatten Platz in einem kleinen Schrank. Ich kann mich nur an drei Fotos erinnern, die sie aufbewahrte: Eins, wo ihre Schwiegereltern und ihr künftiger Mann (als Kleinkind) ernst in die Kamera blickten. Eins, mit ihren drei Kindern im (Vor)-Schulalter. Und eins, wo ihre Schwiegermutter in älteren Jahren abgebildet war. Ein Kinder- oder Hochzeitsfoto von ihr gab es nicht.

Natürlich „dürfen“ wir mehr Fotos und mehr Dinge als meine Großmutter besitzen. Was ich damit sagen will: Wir brauchen keine Angst zu haben, dass unser Leben und unsere Erinnerungen aufhören zu existieren, nur weil wir uns von Dingen trennen. Die Erinnerungen meiner Großmutter waren sehr präsent, auch wenn sie nicht durch Unmengen an Fotos oder Videos dokumentiert waren. Ganz im Gegenteil, die drei Fotos waren bedeutungsvoller als Schuhschachteln und Festplatten voll mit Fotos.

4 Gedanken zu „Entrümple als ob es um dein Leben ginge

  1. Liebe Uli,
    Ja, das Gefühl, keine Luft mehr zum Atmen zu haben, von Krempelbergen aller Art regelrecht erdrückt zu werden, kenne ich zu gut. Nach Neujahr wurde dieses Gefühl von Antriebslosigkeit und gleichzeitig innerer Unruhe bei mir übermächtig, ich konnte es nicht mehr aushalten.
    Ich bin froh, deine Seite gefunden zu haben! Das hat mich noch mal richtig motiviert, weiter zu machen mit dem Entrümpeln. Es geht zwar nur in Minischritten voran, aber egal… wir haben ja auch über ein Vierteljahrhundert gebraucht, um unser Haus voll zu kramen.

    Gerade gestern hatte ich mir einen Schuhkarton mit 30 Jahre alten Fotonegativen vorgenommen. Ich wusste gar nicht, dass dort auch noch Fotos drin waren. Einige hatte ich tatsächlich auch schon mal gesucht und nicht wiedergefunden. Ich muss sagen, ich habe mich über den unerwarteten Fund echt gefreut und werde einige Bilder auch aufheben. Die Negative aber nicht, die kommen jetzt weg.

    Ich habe aber wieder gemerkt, wo mein großes Problem liegt. Ich lasse mich ablenken, fange beim Zeischriften ausmisten z.B. an darin zu lesen… überlege bei fast jedem unnützen Teil, wie man es zweckentfremden könnte, um ihm wieder eine Daseinsberechtigung zu verschaffen… usw. Da muss ich noch hart an mir arbeiten!

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