Dienstag, der 12. Mai 2026 – das Wetter in Nod ist wechselhaft – Wind, Sonne, Wolken und Regen wechseln einander ab.
Wo liegt Nod
Kain aber sprach zum HERRN: Meine Schuld ist zu schwer, als dass ich sie tragen könnte. Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und muss unstet und flüchtig sein auf Erden. […] So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.
Genesis 4, 13-16

Die Klage
Dr. Tirza: Klage der Bürgerinnen und Bürger von Nod (heute: der 21. Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf) betreffend Urheberrecht. Allgemein wird angenommen und in den biblischen Texten festgelegt, dass Eden der Ausgangspunkt der Menschheit war. Wie aus o.a. Schriftstück eindeutig hervorgeht, bestand Nod vor Eden und hatte – im Gegensatz zum Garten Eden – bereits eine gute Infrastruktur.
Eden ist – mit Ausnahme der Bar – nicht mehr betretbar. Die Noder und Noderinnen begehren, dass nicht länger Adam und Eva als die ersten Menschen angesehen werden sollen, sondern die Ureinwohnenden von Nod.
Der Ermittler
Unser Lead-Investigator Kaleb war in Nod unterwegs, hat Beweise gesammelt und Zeugen befragt. Es ist erwiesen: Nod befindet sich im Nordosten Wiens, jenseits der Donau, auch Transdanubien genannt. Unser Bürgermeister Dr. Michael Ludwig wohnt hier – und es ist demzufolge ganz und gar kein metaphysisches „Land der Ruhelosigkeit“ oder „Land der Heimatlosigkeit“.

Wer ist Kaleb
Kaleb, Dr. Tirzas Lead-Investigator, ist DER Spezialist für schwieriges Terrain. Vierzig Jahre in der Wüste – ohne GPS, dafür mit Moses und Joshua – sprechen für sich. Während andere bei drohenden Gefahren sofort den Rückzug antreten, liefert er die Fakten für einen erfolgreichen Angriff oder Klageerhebung. Seine Expertise in der Beweissicherung vor Ort ist legendär. Er infiltiert das Zielgebiet und liefert gnadenlos präzise Berichte über die dortigen Verhältnisse.
Gemeinsam mit Baruch, Samson und der Chefin Dr. Tirza kümmert er sich um die Randgruppen. Um die Namenlosen und die, die in der No(r)drandsiedlung wohnen. Diejenigen, die in einem Vers mal kurz erwähnt werden, aber nie ein Folow-Up bekommen, geschweige denn ein Feature in einem Hochglanzmagazin.
Reise nach Nod

In der Bibel ist Nod ein Ort der Isolation und des Exils. In der U6 erfährt man eine ganz eigene Form der Einsamkeit – an warmen Tagen inmitten von 40 Grad Innentemperatur, dem Geruch von Schweiß, Käseleberkäse und dem starren Blick der Pendler, die alle ihr eigenes „Kainsmal“ (meistens Noise-Cancelling-Kopfhörer unter Baseball-Kappen oder Turbanen) tragen.

Wer an der U6-Station Neue Donau in Richtung Nod blickt, sieht das Wasser wie den Jordan – eine Grenze zwischen der angeblichen Zivilisation „Eden“ und dem Exil „Nod“.
Für seine Reise ins Exil nimmt der moderne Kain die U6 oder die Schnellbahn (die nur zufällig so heißt). Die Bestrafung für die begangenen Sünden beginnt nicht mehr mit einem göttlichen Spruch, sondern mit der Durchsage: Zug fährt nur bis Jägerstraße oder Schadhafter Zug wird eingezogen. Dort, wo sowohl die U6 als auch die Schnellbahn-Stammstrecke enden, liegt das (nicht so gelobte) Land Floridsdorf-Nod.
In Nod traf Kain auf andere „Gezeichnete“. Er lernte seine Frau kennen und gründete eine Familie.

Der Markt – Das Herz von Nod
Dass Nod echt ist und man in dieser Gegend überleben kann, beweist der Markt. Hier wurde das biblische Schicksal der ewigen Wanderschaft gegen einen festen Standplatz beim Fleischhauer, Fischgeschäft oder Gemüsehändler eingetauscht.


Am Floridsdorfer Markt opfert man dem Gott der Bodenständigkeit. Die Standlerinnen verkaufen keine Avocado-Toasts um 20 Euro, sondern das traditionelle Marchsteiner Sauerkraut; milchsauer vergoren, knackig und frisch. Ein wahres Überlebenszentrum für alle, die aus den sogenannten Nobel-Bezirken verstoßen wurden.
Wer aus der „Wüste“ der umliegenden Gemeindebauten kommt, findet hier ein gelobtes Land – in Form von Pferdeleberkäse, türkischen Oliven, orientalischen Gewürzen und niederösterreichischem Veltliner. Und ausgezeichnetem Kaffee bei der Rösterin!


Der Schlingerhof – ein Wunderwerk der Gemeindebau-Architektur
Der Floridsdorfer Markt ist architektonisch vom Schlingerhof umschlossen, der vom „Roten Wien“ auf den Ruinen der Stadt Henoch errichtet wurde. Wer innerhalb dieser Ziegel-Festung steht, ist sicher vor den Versuchungen und Gefahren des innerstädtischen „Edens“.


Kains Nachfahren – Baumeister in Floridsdorf-Nod
Wer denkt, die Bautätigkeiten in Nod seien mit der Stadt Henoch abgeschlossen, irrt. Es wird weitergebaut. Die Nachfahren Kains wollen alles Grün der Erinnerung an Eden und alles Rotbraun des mit der Sünde befleckten Ackerbodens für immer verschwinden lassen. Außerdem brachte Kain einen Fluch mit nach Nod, der ihn und die Nod’sche Bevölkerung dazu bewog, Häuser zu errichten anstelle Pflanzen anzubauen.
Man könnte daher auf eine direkte Verbindung zwischen Genesis 4,12 und dem heutigen Zustand von Floridsdorf-Nod schließen und wohl auch davon ausgehen, dass der HERR wohl eher ein Sympatisant des „Roten Wien“ war bzw. ist, denn ein Mitglied der Grünen.
Wenn du den Erdboden bebaust, soll er dir fortan seine Kraft nicht mehr geben!
Genesis 4,12



Der Beweis: Kain war in Nod-Floridsdorf
Nicht umsonst ist Kaleb ein Ermittler der Sonderklasse. Nach diversen Zeuginnenbefragungen gelang es ihm, DAS Beweisfoto sicherzustellen.


Damit ist bestätigt:
1. Floridsdorf liegt im historischen Nod.
2. Kain zog nicht ruhelos herum, sondern ließ sich in Nod nieder.
3. Nod war schon vor dem Garten Eden und diversen Ackerländern rund um Eden ein hochentwickeltes städtisches Zentrum.
4. Der HERR war ein Unterstützer des „Roten Wien“.
Wenn du einen biblischen Fall für Dr. Tirza hast, für den du schon lange Gerechtigkeit wolltest oder wenn du findest, dass eine Person oder eine Gegend (so wie Nod) nicht ausreichend oder falsch in den biblischen Texten erwähnt wurde – melde dich bei mir.
Wie machst du das am besten? Indem du mir einen Kommentar hinterlässt. Du kannst Patin oder Pate für deinen Lieblingsfall werden. Kein Mandat ist mir zu klein – und keines zu groß!
PS.: Über Kommentare freue ich mich immer!
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Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
Willst du gleich loszulegen? Hol dir die geniale Checkliste „121-Dinge-sofort-ausmisten„. In diesem PDF ist alles (nach Wohnräumen bzw. Kategorien) aufgelistet, das du ohne Wenn und Aber hinauskatapultieren kannst. Von Elektroschrott bis zu alten Gebrauchsanweisungen und kratzigen Pullovern ist alles dabei. Zum Abhaken!
Zusätzlich bekommst du eine kleine Anleitung, wie du am besten und effizientesten mit dem Ausmustern beginnst.


Dr. T–You failed to recognize Nod/Florisdorf’s sister city, a Bezirk far away called The Bronx. It offers all the charms you find in F’dorf/Nod–food markets, unique archictecture, folk from all over escaping from their own personal Nods and finding shelter there. Admittedly, no offers of Pferdeleberkaese are to be had although, as a one-time denizen of the Bronx, I always suspected the hot dogs bought from Ptomaine Tony’s wagon fronting my high school had a, uh, horsey, gristly texture to them. The Bronx can be reached from Eden/Manhattan by no fewer than 6 UBahn lines, each of which features wagons where smoking is tolerated by order of the passengers. The U6 can’t match that, can it? And while the current mayor is a Bronx boy, he ’s chosen much to our dismay to live in Eden/Manhattan, a black mark on our name, as is the fact that The Bronx is the birthplace of HipHop. Well, you can’t have everything, and as in Nod, Florisdorf, you gotta accept the good with the bad!
Dear Sir,
The firm of Dr. Tirza, Esq. has reviewed your submission regarding the alleged sister city status of „The Bronx“ with considerable interest.
The parallels are noted: markets, architecture of distinctive character, and a mayor who prefers Eden. We would, however, point out that Dr. Ludwig actually lives in Transdanubien/Nod – a fact we consider evidence of sound moral judgment.
As for Ptomaine Tony’s hot dogs: the firm strongly advises against further investigation. Some evidence is better left unexamined.
The question of a formal sister city partnership has been referred to Dr. Tirza. Baruch personally votes yes.
Yours truly,
Baruch
Chief of Operations, Dr. Tirza, Esq., Vienna, Attorney at biblical Law
Thanks for your response and the clarifications. Please note that Ptomaine Tony, after several complaints to Nod/the Bronx’s Department of Health, lost his merchant’s license and was subsequently arrested, tried, and imprisoned. The most serious charge against him was animal cruelty after the discovery of equine remains behind a shed on his property.
Yours,
Jim Trupin
Danke Frau Dr. Tirza für diese interessante aufschluszreiche Klarstellung!
Sehr erfreut, dies zu lesen und zu betrachten 🙂
Bei kopftuchtragenden Spice Girls würde ich aber sehr gern einkaufen und all das Obst und Gemüse lacht mich verführerisch an – versuch mal einer, bei uns hier noch frisches Sauerkraut zu bekommen! Also nicht nur in Nod wird die Erde zugebaut –
Was mir durch den Kopf geht: wenn aus Arbeitern Arbeitslose werden, nennt man die Arbeiterschlieszfächer dann also Kabinettwohnung – wieder etwas dazugelernt und der Begriff sollte sich wohl auch bei uns langsam einbürgern, da in diesen Schlieszfächern schon lange keine Arbeiter mehr eingeschlossen werden, sondern all die Verbannten, Verstoszenen und Geflüchteten. Die roten Zeiten sind vorbei…
Grüsze ins gar nicht so ferne Nod
Mascha
(aus dem Lande der Sintflut derzeit)
Sehr geehrte Frau Mascha,
Die Kanzlei dankt herzlich für Ihre aufmerksame Lektüre und die kollegiale Grußbotschaft aus dem Land der Sintflut – wir hoffen, die Pegel sinken bald.
In einem Punkt erlaubt sich die Kanzlei jedoch eine freundliche Klarstellung, die Dr. Tirza am Herzen liegt: Die Zimmer-Küche-Kabinett-Wohnung war keine Strafe, sondern eine Errungenschaft. Als das Rote Wien in den 1920er und 1930er Jahren begann, Gemeindebauten zu errichten, bedeutete das für tausende Menschen den Einzug in eine richtige Wohnung, in der es fließendes Wasser gab, Waschsalons, Kindergärten und begrünte Höfe. Kain hätte sich in Nod keine bessere Unterkunft wünschen können.
Wir sehen im Roten Wien immer wieder die Handschrift des HERRN durchleuchten.
Die kopftuchtragende Spice-Girls-Fraktion am Floridsdorfer Markt freut sich über jeden Besuch. Frisches Sauerkraut garantiert.
Mit vorzüglicher Hochachtung,
Baruch
Chief of Operations, Kanzlei Dr. Tirza, Esq., Vienna
Ich bin sehr beeindruckt von Dr. Tirzas Recherchen und Beweisführungen und erwarte mit Spannung den nächsten Fall im Juni.
Danke für sehr viel Schmunzeln,
Silke
Sehr geehrte Frau Geissen,
Im Auftrag von Dr. Tirza danke ich Ihnen herzlich für Ihre wohlwollende Rückmeldung. Es freut die gesamte Kanzlei – Dr. Tirza, Kaleb, Samson und meine Wenigkeit – dass unsere Beweisführung in Sachen Nod den gewünschten Eindruck hinterlassen hat.
Wir erlauben uns den Hinweis, dass das Schmunzeln juristisch gesehen als Zeichen der Zustimmung gewertet wird.
Mit vorzüglicher Hochachtung,
Baruch
Chief of Operations, Kanzlei Dr. Tirza, Esq., Vienna