Dienstag, der 12. Mai 2026 – das Wetter in Nod ist wechselhaft – Wind, Sonne, Wolken und Regen wechseln einander ab.
Wo liegt Nod
Kain aber sprach zum HERRN: Meine Schuld ist zu schwer, als dass ich sie tragen könnte. Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und muss unstet und flüchtig sein auf Erden. […] So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.
Genesis 4, 13-16
#00: Nod aka Floridsdorf
Die Klage
Dr. Tirza: Klage der Bürgerinnen und Bürger von Nod (heute: der 21. Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf) betreffend Urheberrecht. Allgemein wird angenommen und in den biblischen Texten festgelegt, dass Eden der Ausgangspunkt der Menschheit war. Wie aus o.a. Schriftstück eindeutig hervorgeht, bestand Nod vor Eden und hatte – im Gegensatz zum Garten Eden – bereits eine gute Infrastruktur.
Eden ist – mit Ausnahme der Bar – nicht mehr betretbar. Die Noder und Noderinnen begehren, dass nicht länger Adam und Eva als die ersten Menschen angesehen werden sollen, sondern die Ureinwohnenden von Nod.
Der Ermittler
Unser Lead-Investigator Kaleb war in Nod unterwegs, hat Beweise gesammelt und Zeugen befragt. Es ist erwiesen: Nod befindet sich im Nordosten Wiens, jenseits der Donau, auch Transdanubien genannt. Unser Bürgermeister Dr. Michael Ludwig wohnt hier – und es ist demzufolge ganz und gar kein metaphysisches „Land der Ruhelosigkeit“ oder „Land der Heimatlosigkeit“.
#01: Kaleb – Lead Investigator, Kanzlei Dr. Tirza, Esq, Vienna
Wer ist Kaleb
Kaleb, Dr. Tirzas Lead-Investigator, ist DER Spezialist für schwieriges Terrain. Vierzig Jahre in der Wüste – ohne GPS, dafür mit Moses und Joshua – sprechen für sich. Während andere bei drohenden Gefahren sofort den Rückzug antreten, liefert er die Fakten für einen erfolgreichen Angriff oder Klageerhebung. Seine Expertise in der Beweissicherung vor Ort ist legendär. Er infiltiert das Zielgebiet und liefert gnadenlos präzise Berichte über die dortigen Verhältnisse.
Gemeinsam mit Baruch, Samson und der Chefin Dr. Tirza kümmert er sich um die Randgruppen. Um die Namenlosen und die, die in der No(r)drandsiedlung wohnen. Diejenigen, die in einem Vers mal kurz erwähnt werden, aber nie ein Folow-Up bekommen, geschweige denn ein Feature in einem Hochglanzmagazin.
Reise nach Nod
#02a: Ankunft in Floridsdorf-Nod – mit der allseits unbeliebten U6 – Ausgang in Richtung Jonas-Reindl
In der Bibel ist Nod ein Ort der Isolation und des Exils. In der U6 erfährt man eine ganz eigene Form der Einsamkeit – an warmen Tagen inmitten von 40 Grad Innentemperatur, dem Geruch von Schweiß, Käseleberkäse und dem starren Blick der Pendler, die alle ihr eigenes „Kainsmal“ (meistens Noise-Cancelling-Kopfhörer unter Baseball-Kappen oder Turbanen) tragen.
#02b: Station Neue Donau: – Jordan/Donau
Wer an der U6-Station Neue Donau in Richtung Nod blickt, sieht das Wasser wie den Jordan – eine Grenze zwischen der angeblichen Zivilisation „Eden“ und dem Exil „Nod“.
Für seine Reise ins Exil nimmt der moderne Kain die U6 oder die Schnellbahn (die nur zufällig so heißt). Die Bestrafung für die begangenen Sünden beginnt nicht mehr mit einem göttlichen Spruch, sondern mit der Durchsage: Zug fährt nur bis Jägerstraße oder Schadhafter Zug wird eingezogen. Dort, wo sowohl die U6 als auch die Schnellbahn-Stammstrecke enden, liegt das (nicht so gelobte) Land Floridsdorf-Nod.
In Nod traf Kain auf andere „Gezeichnete“. Er lernte seine Frau kennen und gründete eine Familie.
#03: Nachfahrin der Ureinwohner Nods. Schon damals gab es wenig Grün in der Gegend.
Der Markt – Das Herz von Nod
Dass Nod echt ist und man in dieser Gegend überleben kann, beweist der Markt. Hier wurde das biblische Schicksal der ewigen Wanderschaft gegen einen festen Standplatz beim Fleischhauer, Fischgeschäft oder Gemüsehändler eingetauscht.
#04: Kommunikationszentrum Marktcafé
#05: Gewürze dürfen nicht fehlen. Die Spice-Girls tragen hier zumeist Kopftuch.
Am Floridsdorfer Markt opfert man dem Gott der Bodenständigkeit. Die Standlerinnen verkaufen keine Avocado-Toasts um 20 Euro, sondern das traditionelle Marchsteiner Sauerkraut; milchsauer vergoren, knackig und frisch. Ein wahres Überlebenszentrum für alle, die aus den sogenannten Nobel-Bezirken verstoßen wurden.
Wer aus der „Wüste“ der umliegenden Gemeindebauten kommt, findet hier ein gelobtes Land – in Form von Pferdeleberkäse, türkischen Oliven, orientalischen Gewürzen und niederösterreichischem Veltliner. Und ausgezeichnetem Kaffee bei der Rösterin!
#06: Obst und Gemüse
#07: Fisch – eine Reise zum Great Barrier Reef ist nicht erforderlich! Auch die teure Eintrittskarte ins Haus des Meeres kann man sich ersparen.
Der Schlingerhof – ein Wunderwerk der Gemeindebau-Architektur
Der Floridsdorfer Markt ist architektonisch vom Schlingerhof umschlossen, der vom „Roten Wien“ auf den Ruinen der Stadt Henoch errichtet wurde. Wer innerhalb dieser Ziegel-Festung steht, ist sicher vor den Versuchungen und Gefahren des innerstädtischen „Edens“.
#08: Auf den Ruinen der Stadt Henoch erbaut
#09: Im „Roten Wien“ waren zentrale Waschsalons (oder Waschküchen) eine revolutionäre Neuerung. Der Schlingerhof verfügte bereits bei seiner Eröffnung 1926 über moderne gemeinschaftliche Waschküchen. Diese sollten die schwere Hausarbeit erleichtern und Hygiene für alle Mieter ermöglichen.
Kains Nachfahren – Baumeister in Floridsdorf-Nod
Wer denkt, die Bautätigkeiten in Nod seien mit der Stadt Henoch abgeschlossen, irrt. Es wird weitergebaut. Die Nachfahren Kains wollen alles Grün der Erinnerung an Eden und alles Rotbraun des mit der Sünde befleckten Ackerbodens für immer verschwinden lassen. Außerdem brachte Kain einen Fluch mit nach Nod, der ihn und die Nod’sche Bevölkerung dazu bewog, Häuser zu errichten anstelle Pflanzen anzubauen.
Man könnte daher auf eine direkte Verbindung zwischen Genesis 4,12 und dem heutigen Zustand von Floridsdorf-Nod schließen und wohl auch davon ausgehen, dass der HERR wohl eher ein Sympatisant des „Roten Wien“ war bzw. ist, denn ein Mitglied der Grünen.
Wenn du den Erdboden bebaust, soll er dir fortan seine Kraft nicht mehr geben!
Genesis 4,12
#10a: Bautätigkeiten in Floridsdorf-Nod.
#10b: Noch gibt es vereinzelt niedrige Häuser auf der Donaufelder Straße.
#10c: Der Plan: Alles Grün verschwinden zu lassen.
Der Beweis: Kain war in Nod-Floridsdorf
Nicht umsonst ist Kaleb ein Ermittler der Sonderklasse. Nach diversen Zeuginnenbefragungen gelang es ihm, DAS Beweisfoto sicherzustellen.
#11: Die Zeuginnen
#12: Dieses Archivfoto zeigt Kain nach dem Rauwurf aus seinem Ackerland und dem Einzug in eine kleine Zimmer-Küche-Kabinett-Wohnung in Nod. Unter Germanistinnen wird rege diskutiert, ob der Begriff „sich vom Acker machen“ wohl viel älter als bisher angenommen ist.
Damit ist bestätigt:
1. Floridsdorf liegt im historischen Nod. 2. Kain zog nicht ruhelos herum, sondern ließ sich in Nod nieder. 3. Nod war schon vor dem Garten Eden und diversen Ackerländern rund um Eden ein hochentwickeltes städtisches Zentrum. 4. Der HERR war ein Unterstützer des „Roten Wien“.
Wenn du einen biblischen Fall für Dr. Tirza hast, für den du schon lange Gerechtigkeit wolltest oder wenn du findest, dass eine Person oder eine Gegend (so wie Nod) nicht ausreichend oder falsch in den biblischen Texten erwähnt wurde – melde dich bei mir.
Wie machst du das am besten? Indem du mir einen Kommentar hinterlässt. Du kannst Patin oder Pate für deinen Lieblingsfall werden. Kein Mandat ist mir zu klein – und keines zu groß!
PS.: Über Kommentare freue ich mich immer!
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Zusätzlich bekommst du eine kleine Anleitung, wie du am besten und effizientesten mit dem Ausmustern beginnst.
Dienstag, 7. April bis Sonntag, 12. April 2026 – das Wetter in Porto und Umgebung ist wechselhaft. Alles ist dabei – Wind, Regen(tropfen), Wolken und Sonne. Best of Porto ist der unterhaltsame Bericht einer Reise in den Norden von Portugal, gespickt mit vielen interessanten Fun Facts.
Tag 1
Nach einem sehr angenehmen Flug von Wien nach Porto – mit tollen Ausblicken auf die schneebedeckten Alpen – kommen wir in der Hafenstadt Porto an. Wir fahren in unser Hotel, das sich als ein wahrer Glücksgriff herausstellt. Tolle Lage, schönes Zimmer, sehr freundliches und hilfsbereites Personal und ein großartiges Frühstück. Ein Best of Porto Moment!
#01a: Vincci Bonjardim – unser Hotel für den Aufenthalt
#01b: Unser Zimmer
#01c: Unsere Aussicht – wie wir später bei der Stadttour erfahren und sehen, gibt es in Porto sehr viele leerstehende Häuser in bester Lage. Oft können sich die Erben nicht einigen – und so verfallen viele Häuser nach und nach.
Auch das Restaurant Lameiras, nur wenige Schritte von unserem Hotel entfernt in der Rua do Bonjardim, entpuppt sich als Glücksgriff. Es ist kein Touristenspot und bietet köstliche, regionale Speisen und ausgezeichnete Weine. Und den besten Cheesecake mit roten Beeren ever!
Tag 2
Wir nehmen an einer Walking Tour teil und schlendern an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. Azulejos (Fliesen) all around us. An Gebäuden, Kirchen, im Bahnhof – und natürlich in den Souvenir-Shops.
Am besten gefällt mir die imposante Kirche des Heiligen Ildefonso – wenngleich es (für mich) unklar bleibt, warum dieser spanische Heilige in Porto eine Kirche bekommen hat.
#02a: Igreja de San Ildefonso: Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert, bekannt für ihre beeindruckende Fassade mit rund 11.000 Azulejo-Fliesen.
ldefons von Toledo (ca. 607–667) war ein bedeutender Erzbischof von Toledo und einer der einflussreichsten Kirchenväter der westgotischen Zeit in Spanien. Er war ein leidenschaftlicher Verteidiger der immerwährenden Jungfräulichkeit Marias. Als Dank für sein Werk De virginitate sanctae Mariae soll ihm die Gottesmutter sogar persönlich erschienen sein und ihm ein prächtiges Gewand (Kasel) geschenkt haben.
Fun Fact: Theodor Schmidt Senior (vom Wiener Unternehmen Victor Schmidt & Söhne) war so beeindruckt von der Heiligen-Ildefonso-Kirche in Toledo, dass er den 1880 kreierten Nougat-Würfel nach ihm benannte.
Sündhaft guter Genuss: Der 1970er Werbeslogan „Schäm dich Don Alonso – Ildefonso“ erzählte die Geschichte des (erfundenen) spanischen Edelmanns Don Alonso, der seiner Geliebten heimlich Ildefonso-Nougatwürfel schickte.
Die Bandarolen enthielten romantische und schelmische Liebesbotschaften, wie z.B. „Ein Kuss von dir ist süßer als mein Nougat.“
#02b: Alte und neue Azulejos
Tag 3
Nach den vielen Kirchen und Azulejos am Tag 2 geht es ins Weinbaugebiet des Douro Valleys. Es gehört zu den ältesten gesetzlich festgelegten Weinbaugebieten der Welt (seit 1756 geschützt) und ist seit 2001 UNESCO-Weltkulturerbe. Das Douro Valley erstreckt sich etwa 100 Kilometer entlang des Flusses Douro bis zur spanischen Grenze.
#03a: Douro Valley: Der Win wird auf Terrassen angebaut.
Die Region ist geprägt durch extrem steile Schieferhänge, auf denen die Reben auf jahrhundertealten, von Steinmauern gestützten Terrassen wachsen.
#03b: Douro Valley – Anbaugebiet des Portweins
Hier ist die Heimat des Portweins: Nur Weine, die in diesem abgegrenzten Gebiet produziert werden, dürfen offiziell als Portwein bezeichnet werden.
#03c: Weingärten des Weinguts Croft
Das Weingut von Croft Port im Douro-Tal ist die berühmte Quinta da Roêda. Sie gilt als das Herzstück des Hauses Croft, das bereits 1588 gegründet wurde und damit das älteste noch aktive Portweinhaus ist.
#03d: Weingut Croft: Wir sind bereit für die Weinverkostung.
Die Quinta beherbergt einige der ältesten Rebstöcke des Tals und ist bekannt für ihre Granit-Becken (Lagares), in denen die Trauben während der Ernte noch traditionell mit den Füßen gestampft werden. Wir verkosten Ruby (den Fruchtigen), Tawny (den Nussigen) und White (den Weißen). Mein Favorit: der White Port.
#03e: Weingut Croft: Weißer, Ruby und Tawny Port
Nach der Weinverkostung geht’s beschwingt aufs Boot für eine kleine Schifffahrt am Douro River.
#04a: Bootsfahrt am Douro
#04b: Bootsfahrt am Douro
#04c: Bootsfahrt am Douro
Nach einem ausgiebigen Mittagessen mit noch mehr Wein geht’s nach Amarante. Die Kleinstadt gilt als einer der romantischsten Orte des Landes und ist berühmt für ihre historische Steinbrücke aus dem Jahr 1790. Ursprünglich gab es an dieser Stelle eine Brücke aus dem 13. Jahrhundert, die laut Legende vom heiligen São Gonçalo selbst (mit Hilfe von Wundern) errichtet wurde. Man vermutet sogar, dass bereits zur Römerzeit eine Querung existierte.
#05a: Die berühmte historische Steinbrücke
Beim Brückenbau stellte São Gonçalo sogar Moses in den Schatten. Während Moses nur Wasser und Manna bekam, schaffte es Gonçalo, Wein, Fische und Gold zu erhalten und sogar den Teufel zu überlisten.
Wein aus dem Felsen: Um den Durst der erschöpften Bauarbeiter zu stillen, schlug er mit seinem Stab gegen einen Felsen, aus dem daraufhin Wein sprudelte.
Fische an Land: Bei Nahrungsmangel rief er die Fische des Flusses Tâmega zu sich, die daraufhin freiwillig ans Ufer sprangen, um von den Arbeitern gegessen zu werden.
Das schwere Papier: Er bat einen Geizhals um eine Spende. Dieser schrieb spöttisch auf einen Zettel, man solle Gonçalo so viel Gold geben, wie das Papier wiege. Das kleine Stück Papier wog auf der Waage wie durch ein Wunder schwerer als ein ganzer Haufen Goldmünzen.
Überlistung des Teufels: Um die riesigen Steine für die Brücke bewegen zu können, schloss er einen Pakt mit dem Teufel. Als dieser die Seele des ersten Lebewesens forderte, das die Brücke überquert, schickte Gonçalo listig einen Hund voran.
São Gonçalo fungiert auch als Heiratsvermittler für die angeblich „schwierigen“ Fälle; für ältere Jungfern oder Witwen, die noch einen Ehemann suchen. Da die älteren Frauen und Witwen es jedoch vermehrt vorziehen, auf einen Mann zu verzichten, vollzieht sich gerade ein Wandel – wie ich aus gut informierten Kreisen erfahren habe. São Gonçalo ist nun als Fürsprecher für ältere Männer 40+ tätig, die noch im Hotel Mama und Papa wohnen.
In seiner Grabkapelle befindet sich eine Statue mit einem Strick um die Taille. Wer dreimal an diesem Seil zieht, soll laut Volksglauben innerhalb eines Jahres einen Partner finden. Er gilt auch als Helfer bei Fruchtbarkeitsproblemen und um ihn zu unterstützen, wird in Amarante ein eigenwilliges, phallusförmiges Gebäck verkauft.
#05b: São Gonçalo
Tag 4
Unser heutiger Ausflug führt uns nach Braga und Guimarães.
#06a: Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte
Das Santuário do Bom Jesus do Monte (Guter Jesus vom Berge) ist eines der bedeutendsten Wallfahrtsheiligtümer Portugals und seit 2019 UNESCO-Weltkulturerbe. Es liegt auf dem Monte Espinho am Stadtrand von Braga und ist weltberühmt für seine monumentale Barocktreppe (die wir nicht gegangen sind – weil: über 500 Steinstufen).
Die gesamte Anlage ist als Heiliger Berg (Sacro Monte) konzipiert und bot Gläubigen, denen die Reise nach Jerusalem nicht möglich war, eine alternative Pilgerstätte. Fromme Wallfahrer bezwangen die über 500 Stufen der Monumentaltreppe oft auf den Knien, um Buße zu tun oder ein Versprechen einzulösen. Heute gibt es eine Standseilbahn – ein kleines ökologisches Wunderwerk. Sie verbraucht keinen Strom, sondern nutzt ausschließlich Schwerkraft und Wasser.
Besonders bemerkenswert ist (m.M. nach) das Altarbild mit einer Vielzahl an herumlungernden römischen Soldaten.
#06b: Kreuzigungs-Szene: Etwas unübersichtlich.
#06c: Kreuzigungs-Szene: Zwei römische Soldaten unterhalten sich.
In der Altstadt von Braga schreiten wir durch den barocken Torbogen – Arco da Porta Nova. Dieses Tor wurde niemals verschlossen bzw. hatte gar keine Tür, wie es sonst in mittelalterlichen Städten üblich war.
#07a: Eingang in die Stadt Braga
Die Straße führt direkt zur Sé de Braga (Kathedrale). Die älteste Kathedrale Portugals vereint Stile von der Romanik bis zum Barock.
#07b: Kathedrale von Braga
Vor der Kathedrale sind Kreuze aufgestellt, die wohl noch von der Semana Santa (Karwoche) stammen.
#07c: Holzkreuze bei der Kathedrale
Eine Besonderheit in der Semana Santa sind die Farricocos: Gestalten in schwarzen Tuniken mit Kapuzen, die barfuß durch die Straßen ziehen und mit den Holzklappern (Matracas) einen ohrenbetäubenden Lärm machen, um die Menschen auf die Zeit der Buße aufmerksam zu machen. Früher (im 14. Jahrhundert) hatten sie sogar die Aufgabe, Sünder aus ihren Häusern zur Kirche zu treiben. Ich konnte daher nicht anders, als mir so eine Farricoco-Figur zu kaufen, die derzeit neben meiner unsterblichen (Originalzitat: Antonia) Lego-Orchidee steht.
#07d: Mein Farricoco
Die Schaufenster sind voll von skurrilen Souvenirs – die auf das Leben und Sterben von Jesus hinweisen.
#07e: Das letzte Abendmahl: Unklar, wie die Stimmung bei diesem Essen wohl war.
#07f: Das letzte Abendmahl: Bunt!
#07g: Als Krimifan habe ich den dringenden Wunsch, dieses blutgetränkte Tuch in ein Labor für eine DNA-Untersuchung zu schicken.
Rund um die Kathedrale gibt es „Überreste“ von römischen Statuen. Mein Alter Ego Dr. Tirza hat sofort überlegt, ob sie die Römer wegen jahrtausendelanger illegaler Ablagerungen in Form von Steinen klagen könnte.
#07h: Römischer „Müll“ 🙂
In der Kathedrale: Gold und noch mehr Gold und Grabmäler. Ich denke mir immer, die Heilige Familie würde sich wundern.
#07i: Kathedrale von Braga – Innenansicht
#07j: Kathedrale von Braga – Detail
#07k: Das Grabmal des Infante Dom Afonso (1390–1400), des Sohnes von König João I. und Filipa de Lencastre – Grabkunst der portugiesischen Gotik/Renaissance.
Nach so viel Kirchen und Religion genießen wir den Garten der Heiligen Barbara (Jardim de Santa Bárbara). Der Garten grenzt direkt an die mittelalterliche Fassade des Erzbischöflichen Palais und ist im Stil eines klassischen französischen Gartens angelegt, mit präzise geschnittenen Hecken und symmetrischen Blumenarrangements.
#07l: Jardim de Santa Bárbara
#08a: Guimarães: Paço dos Duques de Bragança
#08b: Castelo de Guimarães
#08c: Padrão do Salado
Das Denkmal besteht aus einem quadratischen Pavillon mit vier monumentalen gotischen Spitzbögen. Im Inneren befindet sich ein Kreuzrippengewölbe.
Der Legende nach stand neben dem Denkmal ein vertrockneter Olivenbaum. Der Baum trug keine Früchte mehr und begann langsam zu vertrocknen. Nachdem ein heiliges Kreuz auf dem Platz aufgestellt worden war, erwachte der Olivenbaum zu neuem Leben, wurde wieder grün und trug erneut saftige Früchte. Dieses „Wunder“ gab dem Platz seinen heutigen Namen: Largo da Oliveira (Olivenbaumplatz).
Nach so vielen Sehenswürdigkeiten macht sich Erschöpfung breit.
#08d: Müde!
Dennoch beschließe ich – zurück in Porto – zum Jardim do Morro zu fahren, um den Sonnenuntergang zu genießen und zu fotografieren.
#09a: Sonnenuntergang
#09b: Sonnenuntergang
Tag 5
Heute steht die Besichtigung des Palácio da Bolsa auf unserem Programm. Der Palácio da Bolsa (Börsenpalast) in Porto ist eines der prächtigsten historischen Wahrzeichen Portugals. Er wurde im 19. Jahrhundert als Sitz der Handelskammer erbaut und diente über Jahrzehnte als Zentrum der wirtschaftlichen Macht.
#10a: Palácio da Bolsa: Pátio das Nações
#10b: Palácio da Bolsa: Glaskuppel
#10c: Palácio da Bolsa: Der Arabische Saal (Salão Árabe), ein kunstvoller Saal im maurischen Stil
#10d: Königin Maria II: Ihr voller Taufname umfasst über 15 Einzelnamen, darunter Maria da Glória Joana Carlota Leopoldina da Cruz Francisca Xavier de Paula Isidora Micaela Gabriela Rafaela Gonzaga de Áustria e Bragança.
Königin mit 7 – Verstorben mit nur 34 bei der Geburt ihres 11. Kindes. Maria II wurde in Rio de Janeiro, geboren, wohin die portugiesische Königsfamilie vor den napoleonischen Truppen geflohen war. Sie bestieg den Thron erstmals 1826 als Kind, wurde dann von ihrem Onkel verdrängt und regierte schließlich von 1834 bis zu ihrem frühen Tod 1853 dauerhaft. Sie trägt den Beinamen „a Educadora“ (die Erzieherin), da sie sich sehr für Bildung und Kultur einsetzte.
#010e: „Waldheim“: Ich finde, er schaut aus wie ein Waldheim-Doppelgänger.
Da wir schon so von Prunk und Gold gesättigt bzw. übersättigt sind, beschließen wir, die Igreja de São Francisco (Kirche des Heiligen Franziskus) nicht zu besuchen. Ich bin ein wenig stolz auf mich, denn normalerweise würde ich so eine Top-Sehenswürdigkeit nicht einfach links liegen lassen. Immerhin handelt es sich bei dieser Kirche um eines der bedeutensten gotischen Denkmäler Portos.
#11a: Fassade der Igreja de São Francisco
Im Innenraum der Kirche ist fast jeder Quadratzentimeter mit barocken Holzschnitzereien überzogen, die mit einer massiven Schicht Blattgold bedeckt sind. Schätzungen gehen von etwa 300 bis 400 kg Gold aus.
„Fun“ Fact: Die Kirche ist dem Heiligen Franz von Asissi geweiht.
Seine Ideale: Radikale Armut, Bescheidenheit und die Liebe zur Natur und zu den Tieren. Die Realität der Kirche: Prunk mit hunderten Kilogramm Gold.
Warum ist die Kirche so prunkvoll ausgestattet?
Die wohlhabenden Familien Portos wollten sich durch großzügige Spenden für die Innenausstattung einen Platz im Himmel (und in der prestigeträchtigen Kirche) sichern. So entstand im 17. und 18. Jahrhundert dieser extreme Prunk über der ursprünglichen, eigentlich schlichten gotischen Struktur.
Einen touristischen Punkt haken wir noch ab, bevor wir uns dem „Nichtstun“ zuwenden. Wir fahren mit der historischen Straßenbahn Nr. 1.
#11b: Straßenbahn Nr. 1
Tag 6
Da unser Flug zurück nach Wien erst am Abend geht, haben wir genug Zeit, um durch das malerische Stadtviertel Ribeira am Ufer des Douro – und UNESCO-Weltkulturerbe seit 1996 – zu schlendern.
#12a: Die berühmte Ponte Dom Luís I verbindet die Ribeira mit den Portweinkellern in Vila Nova de Gaia.
Das Viertel ist bekannt für farbenfrohe Häuserfassaden, enge Gassen und natürlich zahlreiche Restaurants und Cafés. Aber viele dieser Häuser sind in schlechtem Zustand oder leer und werden zum Verkauf angeboten.
#12b: Ribeira
#12c: Ribeira: Farbenfrohe Häuser mit Metallgittern und aufgehängter Wäsche.
#12d: Das gelbe Haus hat sicher schon bessere Zeiten erlebt und ist zum Verkauf angeboten.
#12e: Reibeira – viele Häuser warten noch auf die Renovierung.
#12f: Ribeira: Viele Häuser stehen leer.
#12g: Wer wohl in diesen Hosen gesteckt hat?
#12h: Die Reisenden
Dir hat gefallen, was du liest? Dann melde dich am besten sofort für meinen Newsletter an. Hier gibt’s jeden Sonntag die besten Tipps zu den Themen Ausmisten, Ordnung schaffen und Konsum. Mit vielen Geschichten, einer Dosis Augenzwinkern und ein guten Prise Wiener Humor. Dein Weg raus aus der ZuVIELisation.
Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
Willst du gleich loszulegen? Hol dir die geniale Checkliste „121-Dinge-sofort-ausmisten„. In diesem PDF ist alles (nach Wohnräumen bzw. Kategorien) aufgelistet, das du ohne Wenn und Aber hinauskatapultieren kannst. Von Elektroschrott bis zu alten Gebrauchsanweisungen und kratzigen Pullovern ist alles dabei. Zum Abhaken!
Zusätzlich bekommst du eine kleine Anleitung, wie du am besten und effizientesten mit dem Ausmustern beginnst.
Donnerstag, der 12. März 2026 – das Wetter in Wien ist sonnig und frühlingshaft.
Die Anwältin Tirza
2026: Ich – Tirza habe eine Anwaltskanzlei eröffnet, in der ich Menschen vertrete, die in der Bibel als Kollateralschäden abgetan werden. Ich will jene zu Wort kommen lassen, die geschädigt, aber nie entschädigt wurden. Menschen, die – wenn überhaupt – nur als Randnotiz vorkommen. Ich übernehme ihr Mandat und kämpfe für späte Gerechtigkeit.
#01: Tirza – Advocata Adversa – auf den Stufen zum Justizpalast in Wien
Machla, Noa, Hogla, Milka und Tirza – unser Vater hatte „nur“ uns fünf Töchter. Wir waren gemeinsam mit ihm aus Ägypten ausgezogen und schon viele Jahre in der Wüste unterwegs, als er starb. Nachdem wir ihn betrauert hatten, gingen wir zu Mose und forderten:
Gib uns den Erbbesitz unseres Vaters!
Numeri 27,1
#02: In der Wüste: Mose befragt HaSchem.
Mose war, wie üblich, unentschlossen. Frauen und Besitz? Ungehört und unerhört! Er fragte HaSchem und bekam folgende Antwort:
Die Töchter Zelofhads haben Recht. Du musst den Erbbesitz ihres Vaters auf sie übertragen. Sag zu den Israeliten: Wenn jemand ohne Söhne stirbt, dann übertragt seinen Erbbesitz auf seine Tochter!
Numeri 27,8
Ein scheinbar aussichtsloser Fall war zu unseren Gunsten entschieden worden, weil wir unsere Forderung eingebracht hatten.
Ich beschloss, Anwältin zu werden und eine Kanzlei in Wien aufzumachen. Und genau jene zu vertreten, denen bisher keine göttliche Instanz geholfen hat. Geschädigte, die übersehen wurden und denen oft nicht einmal bewusst war, dass sie Rechte haben. Hiermit hat das Jahrtausende andauernde Warten auf Gerechtigkeit ein Ende.
#03: Mein Motto: Audiatur et altera pars – Man höre endlich die, die bisher keine Stimme hatten – oft nicht einmal einen Namen.
Der Schweinebauer Demetrius
Nun weidete dort an einem Berghang gerade eine große Schweineherde. Da baten die Dämonen Jesus: Lass uns doch in die Schweine hineinfahren! Er erlaubte es ihnen. Darauf verließen sie den Menschen und fuhren in die Schweine und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See. Es waren etwa zweitausend Tiere und alle ertranken.
Markus, 5, 1-20
Ich hatte einen gutgehenden Betrieb in Gergesa, direkt am Ostufer des See Gennesaret: Demetrios & Söhne. Ich war geachtet und machte gute Geschäfte mit den Römern, die für ihre Legionen das Fleisch bei mir bestellten. Meine Familie und ich lebten in bescheidenem Wohlstand. Bis zum Zeitpunkt, wo ein Verrückter – ein gewisser Wanderprediger, namens Jeschua aus Nazareth – meine ganze Herde (2.000 Tiere!) vorsätzlich tötete, indem er sie über das steile Ufer in den See jagte.
#04: Nur Grunzilla hat überlebt, weil sie am Tag der Katastrophe nicht mit der Herde unterwegs war.
Das war mein Ruin. Ich konnte die Verträge mit den Römern nicht erfüllen und musste all meine Ersparnisse für die Pönalezahlungen aufwenden. Meine Frau verließ mich und auch die Söhne zogen mit ihren Familien weg. Einst war ich ein rechtschaffener Kaufmann, hatte mir nie etwas zu Schulden kommen lassen. Danach war ich ein Bettler, in Lumpen gewandet.
Habe ich jemals eine Entschädigung bekommen? Nein! Ich wurde auch nicht in der Bibel erwähnt. Und Jeschua? Der zog weiter und sah sich nicht einmal um.
Tirza: Wir klagen auf Schadenersatz für 2.000 Tiere, die Pönalekosten, die angefallen sind, Schmerzensgeld für die erlittene psychische Belastung (Burn-out, Posttraumatische Belastungsstörung) inklusive Zinsen für 1.993 Jahre. Tierquälerei. Wir fordern außerdem die namentliche Nennung von Demetrius in den Evangelien Matthäus, Markus und Lukas und die Darstellung seiner Sichtweise.
Anmerkung Tirza in der Akte: Er erlaubte es ihnen (den Dämonen) in die Schweine zu fahren: Schuldeingeständnis.
Der „Verräter“ Judas Iskariot
Jesus aber sprach zu ihm: Judas, verrätst du den Menschensohn mit einem Kuss?
Lukas, 22,48
Seit nun fast 2.000 Jahren stehe ich – Judas Iskariot – als der ultimative Verräter, Dieb und Selbstmörder da.
Zur Klarstellung: Das bin ich nicht. Ich kannte Jeschua nicht einmal und habe erst viele Jahre später erfahren, dass mir die Rolle des Bösewichts zugeschanzt worden war. An diesem Pessachfest war ich nicht in Jerusalem und schon gar nicht habe ich irgendeinen Prediger aus Galiläa geküsst oder Silberschekel angenommen. 30 Silberschekel! Für so eine lächerlich geringe Summe würde ich nicht einmal aufstehen.
Wie mein Name Isch Kerijot sagt: Ich bin ein Mann aus Kerijot, einer Stadt im Süden Judäas. Im Süden! Und der Wanderguru Jeschua und seine Follower, ein bunt zusammengewürfelter Haufen ehemaliger Fischer, sind aus dem Norden. Es ist geradezu absurd, dass ich – ein gebildeter Mann aus Judäa – mich mit einer Gruppe Hinterwäldler aus Galiläa zusammentun sollte.
Tirza: Ein klarer Fall von Rufschädigung. Mein Mandant ist ein gebildeter und wohlhabender Mann aus Kerijot und hatte niemals irgendeinen Bezugspunkt zu Galiläa, Jeschua oder dessen Freunden. Zum besagten Wochenende war er nicht in Jerusalem. Und außerdem hätte er den Dialekt der Galiläer gar nicht verstanden.
Wir fordern: Unterlassung und Schadenersatz wegen Rufschädigung. Schwärzung bzw. Streichung bzw. Löschung sämtlicher Passagen, bildlicher Darstellungen, Video- und Filmmaterial, in denen mein Mandant vorkommt. Wir behalten uns vor, alle zu klagen, die weiterhin behaupten, dass Judas Iskariot ein Verräter sei und auch nur irgendetwas mit dem Tod eines Jeschua zu tun gehabt hätte.
Beweismittel:
1. Das „Letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci. Selbst da Vinci war überzeugt, dass es sich bei der Verräter-Behauptung um Fake handelt. Siehe: Hand mit Messer aus dem Nichts, die in Richtung Jeschua zeigt. Außerdem malt er meinen Mandanten mit nur einem Fuß.
#04: Beweisstück 2026/301: Ausschnitt des Freskos in der Wiener Minoritenkirche
2. Reservierung im Restaurant Gethsemane Grill & Lounge: Eidesstattliche Aussage der Eigentümerin des Restaurants, Frau Tabitha: Die Reservierung unter dem Namen Jeschua war nur für 12 (und nicht für 13) Personen. Aussage Levi, Oberkellner: Ich habe an besagtem Abend der Jeschua-Gruppe 12 Portionen Lammbraten serviert.
Anmerkung Tirza in der Akte: Mögliche neue Mandate – Eigentümerin von Gethsemane Grill behauptet, dass die Rechnung nie bezahlt wurde. Und auch der Besitzer des Esels, auf dem Jeschua nach Jerusalem eingeritten ist, hat den Esel als gestohlen gemeldet.
Die Fischersfrau Elisheba
Sofort rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
Markus, 1,20
Meine Schwägerin Miriam und ich waren gerade dabei, das Abendessen zu kochen, als unser Schwiegervater Zebedäus völlig außer sich bei uns ankam. Wir hatten sofort das Gefühl, dass etwas Furchtbares passiert sein musste. Nachdem er wieder zu Atem gekommen war, begann er zu erzählen.
Jakobus, Johannes und ich flickten die Netze, als dieser falsche Prophet aufkreuzte und ihnen sagte, dass sie ihm folgen sollten, um Menschenfischer zu werden. Ich lachte noch und wollte sagen: Jetzt ist dieser Typ doch tatsächlich auch hier bei uns aufgetaucht. Doch die beiden waren schon – ohne auch nur ein Wort zu sagen – aufgestanden und ließen mich allein im Boot zurück.
#05: Das verlassene Boot.
Miriam und ich blickten einander an. Könnte es sein, dass unser Schwiegervater verrückt geworden war oder er einen plötzlichen Demenzschub hatte? Hatte er getrunken oder Drogen genommen?
Doch die Nacht brach herein und weder Jakobus noch Johannes kamen nach Hause. Zuerst hofften wir noch, dass sich alles irgendwie aufklären würde, aber dem war nicht so. Es verging ein weiterer Tag, dann zwei und dann eine Woche. Die Kinder fragten ständig nach ihren Vätern und wir wussten nicht, was wir ihnen sagen sollten. Schließlich meldeten wir Jakobus und Johannes als vermisst. Die Polizei interessierte sich jedoch nicht für unseren Fall. Die beiden waren erwachsene Männer und konnten sich aufhalten, wo sie wollten.
#06: Jakobus – eine Erinnerung an die guten Tage.
Wir hatten ein florierendes Fischereigeschäft, aber ohne unsere Männer konnten wir den Betrieb nicht weiterführen.
#07: Unser ehemaliges Fischgeschäft.
Wir mussten uns um unsere Kinder – das jüngste war erst 6 Wochen alt – und um unseren Schwiegervater kümmern. Er war ein gebrochener Mann. Wir waren gezwungen, in eine kleine Wohnung zu übersiedeln und das Haus zu verkaufen, um die Schulden zu bezahlen.
#08: Unser Schwiegervater Zebedäus unterstützte uns, wo er nur konnte.
Tirza: Wir klagen auf böswilliges Verlassen und nicht gleistete Unterhaltszahlungen. Umfassenden Schadenersatz und Schmerzensgeld im Namen der gesamten Familie – Elisheba, Miriam, ihre Kinder und Zebedäus. Zusatz in den Evangelien: Namentliche Nennung der Ehefrauen und aller Kinder und detaillierte Darstellung ihrer Sichtweise.
Anmerkung Tirza in der Akte: Überprüfung Jeschua wegen möglicher unerlaubter Hypnose. Polizeikommissariat Kaparnaum wegen unterlassener Hilfestellung trotz Vermisstenanzeige. Stadt Wien wegen Umbenennung der Jakobergasse in Elishebagasse.
Die Präfektengattin Claudia Procula
Mir reicht es. Lange Jahre habe ich versucht, meinen Mann Pontius Pilatus zu einem guten Leben anzuleiten und ihn und unsere Familien vor Schaden und Schande zu bewahren. Erfolglos, wie sich herausstellen sollte. Statt auf mich zu hören, trieb er sich lieber mit seinen Kumpels Kaiphas und Hannas herum.
Als er von Tiberius zum Präfekten der Unruheprovinz Judäa ernannt wurde, schwante mir bereits Böses. Das war kein Traumjob; ganz im Gegenteil. Aber als gute Ehefrau ging ich mit ihm mit. Zehn lange Jahre Judäa! Zumindest hatte ich einen schönen Pool, in dem ich täglich schwamm und eine traumhafte Aussicht von unserem Haus in Caesarea aufs Meer.
Pessach war immer besonders schlimm, da dann Tausende Pilger nach Jerusalem strömten. So auch im Jahr 33. Ein gewisser Jeschua war mit einer kleinen Schar Anhänger unterwegs und verbreitete abstruse Lehren vom Weltuntergang und einem neuen Reich. Mein Rat an Ponti: Einfach ignorieren und weiterziehen lassen.
Eines Tages kam meine Assistentin angelaufen: Pontius Pilatus will Jeschua hinrichten lassen! Ich war fassungslos. Dieser Trottel wollte doch tatsächlich aus einer Mücke einen Elefanten machen. Ich befahl meiner Assistentin, sofort einen Diener zu meinem Mann zu schicken und ihm folgende Nachricht zu überbringen:
Lass die Hände von diesem Mann, er ist unschuldig. Ich hatte seinetwegen heute Nacht einen schrecklichen Traum.
Matthäus 27,19
Anstelle zu tun, was ich ihm sagte, ließ er einen Mörder frei (der noch zwei weitere Morde beging!) und den armen Irren Jeschua hinrichten. Danach kam er nach Hause und erzählte mir mit stolzgeschwellter Brust, dass das alles nicht so schlimm sei und er seine Hände ohnehin in Unschuld gewaschen hätte.
#09: In diesem Rinnsal wusch sich Pontius Pilatus angeblich die Hände in Unschuld. Ablauf verstopft mit einer stinkenden Brühe.
Seit 2000 Jahren muss ich mir das anhören:
…gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben.
Apostolisches Glaubensbekenntnis
Nicht Jeschua hat eine neue Religion gegründet, sondern Ponti, der Trottel und er kapiert es nicht einmal. Nicht nur der Prediger hat unter Pontius Pilatus gelitten, sondern vor allem ich! Ich will die Scheidung! Nicht einen Tag länger will ich mit Pontius Pilatus in Verbindung gebracht werden.
Tirza: Scheidungsklage. Grund: Seelische Grausamkeit. Pilatus hat durch sein Händewaschen und die daraus resultierende Erwähnung im Glaubensbekenntnis das Ansehen der gesamten Familie in alle Ewigkeit zerstört. Wir fordern das Haus in Caesarea, die Villa in Rom, die Rückzahlung der Mitgift von 1.000.000 Sesterzen und lebenslangen standesgemäßen Unterhalt.
Anmerkung Tirza in der Akte: Anwalt der Gegenseite behauptet, dass Pontius Pilatus bestreitet, besagte Hinrichtung unterschrieben zu haben. Er möchte sich mit Claudia versöhnen; ist jedoch m.M. nach ausgeschlossen. Achtung: Möglicher Rosenkrieg! Klärung, ob Annullierung der Ehe möglich wäre.
Kleine Korrekturen
Hase statt Kalb
Falsch: Aaron sammelt die goldenen Ohrringe des Volkes ein, schmilzt sie und gießt daraus ein Kalb. Mose gerät darüber so in Zorn, dass er die Steintafeln mit den Geboten zerschmettert. Er lässt das Kalb verbrennen, zu Staub vermahlen und die Israeliten das damit versetzte Wasser trinken.
#10: Der goldene Hase
Richtig: Der Hase war aus Schokolade und das damit versetzte Wasser wurde zu Kakao.
Manner statt Manna
Falsch: Das Manna war wie Koriandersamen und es sah wie Bdelliumharz aus.
#11: Manner mag man eben.
Richtig: Es sah wie die Neapolitaner Schnitten No. 239 aus.
Wie es weitergeht
Die Kanzlei läuft besser als erwartet. Im April berichte ich u.a. über folgende Fälle:
Die Urheberrechtsklage der Bürger:innen von Nod, die einstweilige Verfügung betreffend Betretungs- und Annäherungsverbot, das die Tüchtige Frau durchsetzen will und die Klage wegen Lärmbelästigung der Nachbarn von König David.
#12: Eingangstor nach Nod.
Wenn du einen biblischen Fall hast, für den du schon lange Gerechtigkeit wolltest oder wenn du findest, dass eine Person nicht ausreichend oder falsch in den biblischen Texten erwähnt wurde – melde dich bei mir.
Wie machst du das am besten? Indem du mir einen Kommentar hinterlässt. Du kannst Patin oder Pate für deinen Lieblingsfall werden. Kein Mandat ist mir zu klein – und keines zu groß!
PS.: Über Kommentare freue ich mich immer!
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Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
Willst du gleich loszulegen? Hol dir die geniale Checkliste „121-Dinge-sofort-ausmisten„. In diesem PDF ist alles (nach Wohnräumen bzw. Kategorien) aufgelistet, das du ohne Wenn und Aber hinauskatapultieren kannst. Von Elektroschrott bis zu alten Gebrauchsanweisungen und kratzigen Pullovern ist alles dabei. Zum Abhaken!
Zusätzlich bekommst du eine kleine Anleitung, wie du am besten und effizientesten mit dem Ausmustern beginnst.
Freitag, der 12. Dezember 2025 ist der 346. Tag des gregorianischen Kalenders, somit bleiben nur mehr 19 Tage bis zum Jahresende.
In Wien ist es grau in grau. Der Nebel hält sich hartnäckig und verbreitet nieselt es. Der Wind ist schwach und die höchste Temperatur liegt bei 2 bis 5 Grad.
Ich schreibe auch dieses Jahr wieder Advent(s)kalender-Mails. Unter meinen Leserinnen ist eine intensive Diskussion ausgebrochen, ob es nun Adventskalender oder Adventkalender heißt. Ich habe beschlossen, den ersten 12 Adventskalender-Impulsen jetzt 12 Adventkalender-Impulse folgen zu lassen.
Du kannst übrigens immer noch gerne quer einsteigen; der Anti-Advent(s)kalender enthält auch in der zweiten Halbzeit ganz besondere Schmankerl.
#01: Diese entzückenden Heiligen Drei Könige schmücken diesmal alle meine Advent(s)kalender Mails. Ich habe sie am Altwiener Christkindlmarkt gesehen und mich sofort in sie verliebt. Kaspar, Melchior und Balthasar wurden von der Wiener Zinnmanufaktur Schöfflhergestellt.
Pünktlich um 6:00 Uhr in der Früh wird das 12. Mail der Serie zugestellt. Es hat den Titel: Wo ist Oma? Oder: Der unperfekte Christbaum. Eine Geschichte aus meiner Kindheit.
Um 6:00 Uhr in der Früh schlafe ich noch und träume einen sehr seltsamen Traum; von Büroräumen, die wie ein Zimmer in einem Hostel aussehen, einem verlotterten Kollegen, der Fahrt zu einem altmodischen Schweizer Hotel mit roten Fensterläden und einer Karte, auf dem ein Radius eingezeichnet ist und im Süden eine Wüste ausweist.
Schon seit mehreren Wochen plane ich, einen Apfelkuchen zu machen. Heute ist es so weit. Mein Lieblingsrezept ist dieses: Apfelkuchen Scharlotka. Ich verwende allerdings nur 90 g Zucker und anstelle von Schmand (den es bei uns nicht gibt), Sauerrahm.
#02: Die Äpfel für den Kuchen; ich nehme Bio-Elstar.
#03: Geschält und in Spalten geschnitten
#04: Teig und Äpfel sind geschichtet, mit Zucker und Zimt bestreut und nun bereit für das Backrohr.
#05: Der Kuchen ist fertig und ich teste gleich ein Stück. Er ist absolut FANTASTISCH.
Scharlotka kenne ich erst, seit ich vor zwei Jahren die wunderschöne polnische Stadt Krakau besucht und dort jeden Tag diesen Apfelkuchen gegessen habe. Von diesem typisch osteuropäischen Rezept gibt es viele Variationen.
In den letzten Wochen habe ich schon Klosterkipferl, Vanillekipferl, Florentiner und Shortbread gebacken, allerdings ist davon nichts mehr übrig.
Dasselbe kann man vom Weihnachtsstern sagen. Mein Ziel war es, ihn über die Feiertage zu bringen, aber vor ein paar Tagen ist er in Art Schockzustand verfallen, wovon er sich nicht mehr erholt hat. Ich habe ihn 1x pro Woche mäßig gegossen, er ist nicht in direkter Sonneneinstrahlung gestanden und auch nicht neben der Heizung … und sorry, Weihnachtsstern, wenn es in meinem Wohnzimmer mehr als 17 Grad hat.
#06: Der komatöse Weihnachtsstern
Der Stern ward alt. Hat dünne Haar. Ist gar nicht sehr gesund. Kennt seinen letzten Tag, das Jahr. Kennt gar die letzte Stund.
Frei nach Erich Kästner: Dezember
Während ich noch über das alle zwei Jahre stattfindende Drama nachdenke, erreicht mich der Bericht meiner Korrespondentin Antonia S-P. Sie berichtet live vom Weihnachtsmarkt am Campus:
Die Mengen tummeln sich schon um Punkt 14 Uhr an den Punschständen, denn an so einem nebeligen Tag kann man gar nicht früh genug mit dem Aufwärmen beginnen. Auch mein Mann und ich haben uns tapfer durchgekämpft und jeweils einen Punsch ergattert: einen Vorarlberger Kirschpunsch und einen alkoholfreien Apfelpunsch (er ist schließlich der Fahrer und irgendwer muss ja nüchtern bleiben).
Die Musik von Radio Wien und die kulinarischen Highlights, wie Suppe im Brot, lassen einen das Einheitsgrau des heutigen Tages erstaunlich schnell vergessen.
Also zögert nicht und schaut unbedingt bei den Wiener Christkindlmärkten vorbei. Ein bisschen Punsch, ein bisschen Weihnachtszauber; und schon hat man eine gute Tat für Wiens Stadtkassen vollbracht, die dringend Geld für den weiteren U-Bahnausbau brauchen.
#07: Und jetzt noch schnell ein Punsch!
Ich brauche Nachschub für meine Backstube: Butter, Eier, Mehl, Backpulver, Sauerrahm, … Draußen ist es dunkel und nebelig-trüb, als ich mich auf den Weg zum Spar mache.
Sehr vieles hat sich im Laufe der Zeit in Kaisermühlen geändert; alte Häuser mussten neuen weichen und viele Restaurants und Geschäfte gibt es nicht mehr. Das Café Kaimüh, das Fischgeschäft und der wunderschöne und riesige Gemeindebau Goethehof existieren wie eh und je.
#08: Heute ist Party im Kaimüh und eine Band bemüht sich redlich, die Trinker:innen vom Starren in ihre Biergläser aufzurütteln.
#09: Einzigartig ist nicht nur das antike Schild, sondern auch die Auswahl: Frische Fische und Mehresfrüchte 🙂
#10: Die Bezirksvorstehung und die Wiener Stadtgärten wünschen frohe Festtage!
Wieder zu Hause angekommen, erreicht mich eine Nachricht meines zweiten Korrespondenten, Jim T. Er war auf der Mariahilfer Straße unterwegs und berichtet von der Benko-Ruine.
#11: Turmbau zu Babel – auf österreichische Art
Wer die Mariahilfer Straße entlang geht, schaut ernüchtert auf eine der (Finanz)ruinen, die der ehemals sehr talentierte René Benko, Immobilienmogul, Sunnyboy der Schickeria und vormals geliebt und hofiert von Politikern und Ex-Politikern aller Couleur, nun vor Gericht zu verantworten hat. Seine Hinterlassenschaft: Ein Milliardengrab. Sein derzeitiger Wohnort: Justizanstalt Innsbruck, auch „Ziegelstadel“ genannt. Der Haftgrund: Tatbegehungsgefahr; Verdacht auf Betrug, Untreue und betrügerische Krida im Zusammenhang mit dem Signa-Konzern.
Die beiden Hosts Fabienne und Jakob sind derzeit auf Live-Tour. Sie erzählen passend zur Weihnachtszeit ein Märchen, das vom kometenhaften Aufstieg des Wunderkinds René handelt und seinen tiefen Fall auf den Boden einer Gefängniszelle.
Es geht um das Einmaleins der Trick- und Freunderlwirtschaft. Treffpunkt sind die Städte, in denen René Narben hinterlassen hat (siehe Bild 11). Ein Teil der Ticket-Erlöse geht an jeweils einen gemeinnützigen Verein in Berlin, Wien und Hamburg. Die einzig echte Benko-Prämie. Für Hamburg (18.12.) gibt es noch Karten!
Mein schwarz-buntes Schaf muss nicht vor Gericht. Es führt ein ruhiges Dasein in meiner Wohnung und erfreut mich jedes Mal, wenn ich es anschaue.
#12: Das schwarz-bunte Schaf: Es ist mir am Christkindlmarkt auf der Freyung zugelaufen.
Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
Mittwoch, der 12. November 2025 ist der 316. Tag des gregorianischen Kalenders, somit bleiben 49 Tage bis zum Jahresende.
In Wien ist es grau in grau. Der Nebel ist zäh und zeitweise nieselt es. Es ist deutlich kälter als zuletzt; die Temperatur schafft nur 5 bis 7 Grad.
Ich werde von einem Geräusch geweckt, das sich wie ein Panzer anhört. Glücklicherweise ist es nur der Kehrwagen der Müllabfuhr, der die gefallenen Blätter von der Straße aufsaugt.
#01: Mein verschlafener Blick fällt auf fast kahle Bäume.
Nach dem Frühstück beschließe ich, einen kleinen Morgenspaziergang zu machen. Ich liebe diese nebelverhangenen Tage. Auch wenn gewisse deutsche Dichter das nicht so sehen.
Der Sturm ritt johlend durch das Land der Farben. Die Wälder weinten. Und die Farben starben. Nun sind die Tage grau wie nie zuvor.
Auszug aus Erich Kästners Gedicht: November
#02: Dieses Haus ist immer grau. Aber an einem nebeligen Tag fällt Orange umso mehr ins Auge.
Ich schlendere den kurzen Weg zur Alten Donau. Die frische Herbstluft ist wie Balsam für Körper und Seele. Und den kann ich dringend brauchen; habe ich in den letzten Tagen doch sehr viel Zeit vor dem Computer verbracht.
#03: Alte Donau: Die meisten Blätter liegen schon am Boden.
#04: Am Polizeisteg ist einiges los und ich bin nicht die Einzige, die fotografiert.
#05: Alte Donau: Schilf und ein paar Wasservögel
Ich habe keine Lust, schon wieder nach Hause zu gehen und mache mich auf, den Nebel an der Neuen Donau zu erkunden. Hier herrscht eine wunderbar ruhige Stimmung. Noch mehr Balsam für die Seele. Es sind nur wenige Menschen unterwegs; vor allem Hunde mit ihren Frauchen und Herrchen.
#06: Allee an der Neuen Donau: In der Ferne sehe ich einen Spaziergänger mit einem kleinen weißen Hund.
#07: Der Spielplatz liegt einsam und verlassen.
#08: Die Pfeiler der Kaisermühlenbrücke tauchen vage aus dem Nebel auf und auf den kahlen Zweigen glitzern Tautropfen.
#09: Grüner Dschungel: Am Rückweg entdecke ich zwischen den Büschen einen verlassenen Einkaufswagen. Von den Büschen verschluckt; ein Fremdkörper.
Der Einkaufswagen erinnert mich daran, dass ich einkaufen gehen wollte. Heute Abend gibt es bei mir Gefüllte Paprika mit Salzkartoffeln und Tomatensauce; ein absolutes Lieblingsessen von mir. Was noch fehlt: Kartoffeln für die Beilage.
#10: Am Weg zum Spar
#11a: Wieder zu Hause: Ich gehe durch den Innenhof.
#11b: Noch sind nicht alle Farben gestorben 🙂
#12: Und auch ein einsamer, kleiner Apfel hängt noch tapfer am Baum.
Dir hat gefallen, was du liest? Du magst meinen Stil? Du magst kontroverse Denkweisen?
Dann habe ich etwas für dich. Und zwar: Den Anti-Adventskalender 2025.
Du denkst dir vielleicht: Keine Zeit! Ich sage: Perfekt! Dieser Anti-Adventskalender ist genau richtig für dich!
Kurz, knapp, knackig, ohne lange Texte, ohne langwierige Übungen oder Videos … probierst du dich 24x im entspannten Nein-Sagen.
Du bekommst vom 1. bis zum 24. Dezember jeden Tag einen kurzen Impuls zum Innehalten, wo du dich fragst:
Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
Sonntag, der 12. Oktober 2025 ist der 286. Tag des gregorianischen Kalenders, somit bleiben 80 Tage bis zum Jahresende.
In Wien ist es erst eher sonnig; tagsüber ziehen von Norden her ein paar Wolkenfelder auf. Ich packe meinen Rucksack, denn morgen, am 13. Oktober geht’s los nach Bamberg. Allen Warnungen zum Trotz versuche ich mein Glück mit der Deutschen Bahn.
#01: Abfahrt vom Wiener Hauptbahnhof; es geht via Nürnberg nach Bamberg
Montag, der 13. Oktober 2025, ist ein kühler und bewölkter Tag in Wien. Ich beschließe, dass ich an jedem beliebigen Tag einen 12-von-12-Artikel schreiben kann. Schließlich gibt es keine 12-von-12-Verordnung, die mir das verbieten würde. Und selbst wenn: Ich würde mich darüber hinwegsetzen.
Der 13A (Typ Krankentransport-Bus) bringt mich zum Hauptbahnhof. Die Leute husten, niesen und schnäuzen – es ist eine massive Grippewelle im Anrollen – aber Rücksichtnahme auf andere Fahrgäste? Maske tragen? Nein, das wird von den meisten Fahrgästen als nicht nötig erachtet. Wie gut, dass ich eine FFP2-Maske und Handdesinfektionsgel dabei habe.
Der IC der Deutschen Bahn (Endbahnhof Berlin) fährt pünktlich um 10:13 vom Wiener Hauptbahnhof ab. Im Zug ist es kalt. Erst nach Linz kommt ein Schaffner vorbei, der mir verspricht, die Klimaanlage ein wenig runter zu drehen.
Ich bin am Weg zur deutschen Grenze und der Zug kommt pünktlich in Passau an, wo sich das österreichische Zugteam verabschiedet. Ein paar deutsche Grenzpolizistinnen schlendern lustlos durch den Zug. In unserem Wagon spüren sie keine illegalen Reisenden auf.
Wieder einmal denke ich mir, dass auch 40+ Jahre an Reisen nichts daran geändert haben, dass ich nur sehr ungern die Wiener Stadtgrenze überschreite. Und heute überschreite ich zusätzlich auch noch die Landesgrenze.
Plattling ist von Passau ca. 49 Kilometer entfernt. Dennoch könnte der kulturelle Unterschied – selbst in der Bahn – nicht expliziter sein. Kein: Sehr geehrte Damen und Herren, wir erreichen in Kürze Plattling. Danke, dass Sie für Ihre Reise die DB genutzt haben. Ihre Anschlusszüge sind … Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag und eine sichere Weiterreise … Ausstieg in Fahrtrichtung links/rechts.
Stattdessen höre ich: Hey, liebe Leute, wir kommen jetzt gleich in Plattling an!
#02: Der deutsche Schaffner: Tacchhhh zusammen, die Fahrkarten bittäää!!! Oder: Was Deutschland und Österreich trennt, ist die gemeinsame Sprache!
Ist die DB mit den Schulungen von neuen Mitarbeitenden im Rückstand? So wie mit den Abfahrts- und Ankunftszeiten? Ab Passau beginnen die Verspätungen. Von der DB Reisebegleitung erhalte ich allein am 13.10. insgesamt sechs Mails, in denen ich über die kontinuierlich steigenden Verspätungen verlässlich informiert werde.
Eine kleine Auswahl an Verspätungsgründen: Der vorherige Zug ist verspätet Es gibt Baustellen auf der Strecke Das Zugteam hat den Zug nicht pünktlich erreicht Es gibt einen Einsatz eines Rechtsmediziners in einem Zug
Vor allem mein Anschlusszug nach Bamberg ist betroffen. 54 Minuten beträgt die Verspätung in Nürnberg und ich entschließe mich, einen Regionalzug zu nehmen, der immer noch früher in Bamberg ankommt, als der IC.
Weitere 20 Minuten später – der Nachmittagsverkehr in Bamberg ist zäh – ist es endlich so weit. Ich kann mein Zimmer im schönen Hotel Tandem an der Markus-Brücke beziehen.
#03: Ausblick aus meinem Hotelzimmer. Unten fließt die Regnitz vorbei.
Ich fahre nicht „einfach so“ nach Bamberg (ihres Zeichens UNESCO Weltkulturerbe), sondern meine Reise hat einen Grund: Ich treffe meine Blogger-Kollegin und Freundin Evelyn. Während ich aus dem Süden anreise, ist Evelyn ursprünglich aus dem Norden nach Süddeutschland gekommen. Sie hat schon zwei durchwachsene Klosteraufenthalte in Bayern hinter sich; ich muss mich jedoch kulturell noch an Bayern und insbesondere an Oberfranken gewöhnen. Oder an das, was der „gewöhnliche Tourist“ hier zu sehen und zu essen bekommt.
#04: Einheitskost in den fränkischen Gasthäusern; sofern man nicht ein italienisches oder indisches Lokal aufsucht, ist die Auswahl äußerst bescheiden.
Es gibt auch jede Menge skurriler Geschäfte; sehr viel „Zeug“ und „Deko“; sogar an einem ganzjährig geöffneten Weihnachtskugel-Geschäft kommen wir vorbei. Zum wiederholten Male denke ich mir, dass ich ein Schild in der Hand tragen sollte: Kauf das nicht! Du wirst es später bereuen, wenn du das Zeug irgendwann ausmisten willst!
#05: Auslage in der Innenstadt
Wir genehmigen uns erst einmal einen Kaffee im Zuckerstück, das mich vom Konzept her an das Wiener Café Vollpension erinnert. Evelyn meint, ich müsste einen Kulturschock erleiden, aber als Ausmist-Coach bin ich abgebrüht und ein paar Stehrümchen bringen mich nicht aus dem Konzept.
#06a: Café Zuckerstück: Es gibt nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch Interieur zum Kaufen
#06b: Die Topflappengallerie
Das Abendessen lässt sich mühsam an. Das berühmte Bierlokal Schlenkerla – alle Worte enden hier mit „la“ – weigert sich, mir eine Kostprobe ihres Rauchbiers zu geben und ich will keinen halben Liter eines Bieres kaufen, das ich wahrscheinlich gar nicht mag. Ich habe gehört, dass es wie flüssiges Geselchtes schmecken soll … also bin ich lieber vorsichtig. Auch kleinere Mengen, wie Seidl oder Pfiff, gibt es hier nicht zu kaufen. All in oder all out. Ich entscheide mich für out.
Im Restaurant Brüderla schickt man uns weg; keine Chance ohne Reservierung. Die Kellnerin gibt uns jedoch einen Tipp: Landgasthof Eckerts. Das Lokal ist gut sichtbar in der Mitte der Regnitz gelegen; den Weg dorthin zu finden ist allerdings gar nicht so einfach, wenn man nicht eine nächtliche Schwimmpartie einlegen möchte.
#07: Landgasthof Eckerts
Der zweite Tag beginnt gemütlich mit einem ausgezeichneten Frühstück in unserem Hotel. Dann begeben wir uns auf Sightseeing-Tour. Bamberg ist so klein, dass es selbst mir, ohne jeglichen Orientierungssinn, unmöglich ist, mich zu verlaufen.
#08a: Der Babenberger Dom: Wie die meisten Kirchen Europas ist auch dieses Gebäude eine Baustelle
#08b: Der berühmte Bamberger Reiter: Es ist unklar, wen diese um ca. 1235 erschaffene Figur repräsentieren soll
Im Bamberger Dom sind das Kaiserpaar Heinrich II. und Kunigunde sowie Papst Clemens II. begraben. Kirchen mit Gräbern, Särgen und Körperteilen verströmen für mich stets eine Aura des Todes.
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben, heißt es bei Johannes 10,10 über den „guten Hirten“ aka „Jesus“.
Die katholische Kirche ist jedoch führend darin, alle Besuchenden immerwährend daran zu erinnern, dass das Leben auf der Erde nur eine bescheidene Durchgangsstation sei – ein Jammertal – und das „echte“ Leben erst im Jenseits zu finden wäre.
#09a: Hinter dem Dom: Die Alte Hofhaltung
Kaiser Heinrich II. machte Bamberg 1007 zum Bischofssitz. Als erste Residenz diente den Bischöfen die Alte Hofhaltung. Die heute erhaltenen rückwärtigen Fachwerkbauten entstanden ab 1475.
#09b: Die Fachwerksbauten
Unsere nächste Station ist die romanische Jakobskirche, die im 11. und 12. Jahrhundert erbaut wurde und von den Pilgern, die nach Santiago de Compostela unterwegs waren, genutzt wurde.
#10: Keine Exekution – kein Christentum? Ich frage mich manchmal, wie wir heute leben würden, wenn sich Judas, die Hohenpriester oder Pontius Pilatus anders entschieden hätten.
Am Nachmittag kommt die Sonne heraus und während Evelyn in den lokalen Geschäften nach Geschenken für sich selbst und ihre Lieben stöbert, schlendere über den Rathausplatz zum Kranen, um meine Sightseeing Tour abzuschließen.
#11a: Angeblich wollte der Bischof von Bamberg keinen Platz für den Bau eines Rathauses gewähren. Deshalb rammten die Bamberger Pfähle in die Regnitz und schufen eine künstliche Insel, auf der sie das Gebäude errichteten.
#11b: Der Name „Am Kranen“ bedeutet übersetzt „Am Kran“ und bezieht sich auf einen mittelalterlichen Hafenkran, der im Mittelalter an dieser Stelle stand. Dieser Kran diente zum Be- und Entladen von Schiffen, die auf der Regnitz fuhren, und markierte Bambergs Bedeutung als Handelsplatz.
#11c: Entlang der Regnitz schlängelt sich Kleinvenedig, wie die ehemalige Fischersiedlung genannt wird.
#11d: Die Fachwerkbauten und winzigen Gärten stammen überwiegend aus dem Mittelalter.
Wir schließen den Tag im Brüderla ab. Kulinarisch ist das Lokal für mich nicht überzeugend, außerdem ist ausgerechnet das rote Bier, das ich trinken möchte, nicht verfügbar. Aber an unserem Nachbartisch sitzt ein netter musikalischer Biertrinker aus Berlin, der uns begeistert von einem Musikladen in der Nähe von Bamberg erzählt. Ein kleiner Trost.
Auch der dritte Tag beginnt gemütlich mit einem ausgezeichneten Frühstück. Überhaupt sind die Frühstücke das Beste, das ich in Bamberg zu essen bekomme.
Während Evelyn mit dem Auto in Richtung Norden abfährt, begebe ich mich zum Bahnhof, um zuerst nach Nürnberg und dann mit dem IC zurück nach Wien zu fahren. Das Glück ist nicht auf meiner Seite, denn die Nachrichten der DB beginnen sich in meinem Posteingang zu häufen.
#12a: Die Deutsche Bahn
Ihre Ankunft in Wien Hbf verspätet sich um 108 Minuten (Mail 7 von 7)
DB Reisebegleitung
Ich kann glücklicherweise für den Folgezug eine Platzreservierung bekommen und so beträgt meine Verspätung in Wien „nur“ ca. 60 Minuten.
An diesem Tag sind zwei Züge nach Wien extrem verspätet; immer wegen eines Notarzteinsatzes auf der Strecke. Aber nicht nur die Züge nach Wien sind betroffen, sondern die eine Stunde, die ich am Bahnhof Nürnberg verbringe, lässt mich zur Ohrenzeugin von vielen Verspätungen werden: 70 Minuten hier; 110 Minuten da; Ausfälle dort und Umleitungen da.
#12b: Hinter dieser idyllisch anmutenden Fassade ist die JVA Bamberg
Als langjähriger True-Crime Fan weiß ich, dass schlechte und unzuverlässige öffentliche Verkehrsmittel unmittelbar zu Verbrechen führen können; viele Morde hätten nicht stattgefunden, wenn ein Zug oder ein Bus gefahren wäre. D.h. es gibt eine direkte Korrelation zwischen miesen öffentlichen Verkehrsmitteln und Straftaten.
Epilog
Jetzt, da ich diesen Bericht schreibe, bin ich wieder zurück in Wien, der Stadt, die ich liebe (selbst wenn ich sie hasse). Die Schmutzwäsche habe ich meinem Mann überlassen und er hat moniert, dass er dafür mit seiner Kleinwaschmaschine zwei Durchgänge gebraucht hat.
#13: Die Schmutzwäsche – reingewaschen
Bamberg ist nicht Wien – aber wer könnte schon mit der #1 in Lebensqualität und Unfreundlichkeit mithalten; vom gepflegten Granteln mal abgesehen?
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Willst du mehr von meinen Abenteuern am 12. lesen? Hier entlang geht’s zum Augenblickstagebuch, das sind die 12-von-12 gesammelten Werke:
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Willst du gleich loszulegen? Aber du weißt nicht, wie und wo du am besten beginnen sollst? Hol dir das geniale Workbook: Happy Beginnings Hier erkläre ich dir, welche Einstiege (Plural!) es dir leicht machen, mit dem Chaos aufzuräumen und endlich eine nachhaltige Ordnung zu schaffen. Finde heraus, was für dich am besten passt!
Dienstag, der 12. August 2025 ist der 224. Tag des gregorianischen Kalenders, somit bleiben 141 Tage bis zum Jahresende.
Die Temperatur in Wien steigt heute auf 30 Grad; so zumindest die offizielle Version. In den nächsten Tagen ist wieder einmal Hitzewelle angesagt. Selbst den Fischen in der Alten Donau ist es zu heiß.
#01: Schlechtwetter-Periode in Wien
Vor 35 Jahren, d.h. 1990 entdeckt die amerikanische Paläontologin Sue Hendrickson in South Dakota ein fossilisiertes Skelett eines Tyrannosaurus rex. Es handelt sich um das bisher vollständigste und am besten erhaltene gefundene Exemplar dieser Art. Das Skelett befindet sich im Museum of Natural History in Chicago und trägt zu Ehren der Entdeckerin den Namen Sue.
Ich entdecke zwar keinen Tyrannosaurus rex, aber der morgendliche Blick aus dem Wohnzimmerfenster zeigt mir ein paar Insekten, die offenbar Spaß miteinander haben; zumindest ist das mein Eindruck. Ihre Nachkommen werden sicher nicht nach mir benannt werden – und das ist auch gut so!
#02: Insekten am Balkon
Ich spaziere durch den Innenhof, der dieses Jahr – dank Regens – auch im August noch grün ist und wo einige Bewohner Blumen gepflanzt haben.
#03: Blumen im Innenhof
Am Weg zum Supermarkt komme ich an dieser Baustelle vorbei. Der Baustellen-Sommer kann das Wiener Blut – zusammen mit den hohen Temperaturen – schon mal zum Kochen bringen.
#04: Im Sommer gibt es zusätzlich zu den vielen Baustellen noch mehr Baustellen
Eine schöne Rose lacht mich an und ich muss sofort an das Lied von Wolfgang Ambros denken – die Blume aus dem Gemeindebau:
Ohne dich wär dieser Bau so grau Und wer dich sieht, sagt nur Schau, schau Da geht die schönste Frau von Stadlau …
#05: Ich bin zwar nicht in Stadlau, aber jetzt habe ich einen Ohrwurm!
Vor dem MEGA Supermarkt – nomen est omen – lagert eine große (mega) Menge an riesigen Melonen, die in der Hitze sicher bald zu kochen anfangen.
#06: Wassermelonen
#07: Honig- und Zuckermelonen
Ich mache einen Abstecher zum Bortolotti, Wiens beliebtestem Eissalon und kaufe jetzt ein Dessert für später: Nocciolone und Mango. An der Theke herrscht noch Ruhe; damit wird es jedoch vorbei sein, wenn im Gänsehäufel-Bad das Lied Badeschluss ertönt. Dann strömen die Massen zum Eistempel.
#08: Die Ruhe vor dem Ansturm: Perfekte Zeit, um sich mit Eis zu versorgen
Am Weg nach Hause komme ich bei diesem Haus vorbei. Vielleicht hat sich jemand gedacht: Das Sofa kann doch sicher noch jemand brauchen oder auch nur Die Kosten und Mühen für die Entsorgung möchte ich mir ersparen
#09: Seit Wochen steht das Sofa in der Einfahrt
Ein Sofa einfach an der Straße abzustellen, ist illegal – und die Kosten dafür muss die Hausgemeinschaft über die Betriebskosten zahlen!
Später am Abend mache ich eine kleine Runde an der Alten Donau; schließlich wollen die 7.000 täglichen Schritte gegangen werden; auch an heißen Tagen. Heute sind noch viele Paddlerinnen, Bootsfahrer und Schwimmer unterwegs.
#10: Alte Donau – rechts der Weststrand des Gänsehäufels, geradeaus zwei Hochhäuser an der Wagramer Straße
Der Baum – eine Pappel? – markiert die Abzweigung zu meiner Wohnung. Jetzt ist nur noch Entspannung angesagt. Und vielleicht noch ein Tee.
#11: Alter und knorriger Baum
Buchempfehlung: The Dream Hotel von Laila Lalami
Ich bin in etwa bei 40 % des Hörbuchs angekommen und muss immer wieder stoppen und Pausen einlegen, weil mich der Inhalt so aufrührt. Nicht, weil es im Text Gewaltszenen gäbe – ganz und gar nicht – sondern weil uns die Geschichte vor Augen hält, wie ein alles überwachender totalitärer Staat im Deckmantel der Sicherheit agieren könnte. Und weil viele Sachen heute (technisch) schon möglich sind.
#12: Ein verstörender Blick in eine mögliche Zukunft der Überwachung
NATIONAL BESTSELLER ● READ WITH JENNA BOOK CLUB PICK AS FEATURED ON TODAY ● (NPR)—comes a riveting and utterly original novel about one woman’s fight for freedom, set in a near future where even dreams are under surveillance.
Sara has just landed at LAX, returning home from a conference abroad, when agents from the Risk Assessment Administration pull her aside and inform her that she will soon commit a crime. Using data from her dreams, the RAA’s algorithm has determined that she is at imminent risk of harming the person she loves most: her husband. For his safety, she must be kept under observation for twenty-one days.
The agents transfer Sara to a retention center, where she is held with other dreamers, all of them women trying to prove their innocence from different crimes. With every deviation from the strict and ever-shifting rules of the facility, their stay is extended. Months pass and Sara seems no closer to release. Then one day, a new resident arrives, disrupting the order of the facility and leading Sara on a collision course with the very companies that have deprived her of her freedom.
Eerie, urgent, and ceaselessly clear-eyed, The Dream Hotel artfully explores the seductive nature of technology, which puts us in shackles even as it makes our lives easier. Lalami asks how much of ourselves must remain private if we are to remain free, and whether even the most invasive forms of surveillance can ever capture who we really are.
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Willst du mehr von meinen Abenteuern am 12. lesen? Hier entlang geht’s zum Augenblickstagebuch, das sind die 12-von-12 gesammelten Werke:
Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
Willst du gleich loszulegen? Aber du weißt nicht, wie und wo du am besten beginnen sollst? Hol dir das geniale Workbook: Happy Beginnings Hier erkläre ich dir, welche Einstiege (Plural!) es dir leicht machen, mit dem Chaos aufzuräumen und endlich eine nachhaltige Ordnung zu schaffen. Finde heraus, was für dich am besten passt!
Samstag, der 12. Juli 2025 ist der 193. Tag des gregorianischen Kalenders, somit bleiben 172 Tage bis zum Jahresende.
In Wien ist es sommerlich warm und die meiste Zeit scheint die Sonne; gelegentliche Regengüsse sorgen dafür, dass die Luftfeuchtigkeit weiter steigt.
Heute gibt es ein Spezial-12-von-12. Eine Liste von 12 Dingen, die du dir in Zukunft getrost ersparen kannst.
Ein überfüllter Haushalt ist kein Schicksal, das unvermutet über dich hereingebrochen ist, sondern die Dinge sind nach und nach in deinen Haushalt gekommen, weil du (oder Familienmitglieder) sie entweder gekauft oder als Geschenke angenommen haben.
Ich sage das nicht, weil ich dich belehren möchte, sondern weil es mir auch so gegangen ist. Und weil es eine riesige Freude ist, den Haushalt endlich wieder in Griff zu bekommen. Und weil deine Zukunft jetzt anfängt.
Frag dich: Wie kannst du deine räumliche, finanzielle, gesundheitliche und mentale Zukunft verbessern, indem du den Zufluss an Dingen in deinen Haushalt selbst und bewusst steuerst und öfter mal „nein“ sagst?
Deine Vorteile
Mehr Geld
Mehr Platz
Mehr Zeit
Bessere Nerven
Die folgende Liste enthält sowohl Dinge, die zum Verbrauch gedacht sind, als auch Gegenstände, die eine längere Lebenszeit haben und oft „ewig“ im Haushalt verbleiben.
Zuckerhaltige oder Light-Getränke oder Energy-Drinks Kosten: Unnötig hoch Problem: Lagern, schleppen, süchtig machend, schlecht für die Gesundheit und die Umwelt (Plastikmüll) Besser: Wasser mit Zitrone, Limette, Gurke, … Kräutertee oder einfach: Leitungswasser
Hochverarbeitete Fertiggerichte Kosten: Pro Portion teurer als selbst gekocht Problem: Plastikmüll, wenig Nährwert, Zutaten für die man oft ein Chemie-Studium braucht Besser: Einmal kochen, mehrmals genießen. Stichwort: Preppen
Wasser in Plastikflaschen Kosten: Zu hoch und meist nur unnötig Problem: Umweltbelastung und schlecht für die Gesundheit (Mikroplastik) Besser: Eigene Wasserflasche selbst befüllen
Exotische Gewürze oder Gewürzmischungen Kosten: Hoch, da sie oft nur einmal verwendet werden Problem: Voller Schrank, viele alte Gewürze, kein Überblick Besser: Gewürzmischungen selbst herstellen oder Dr. Google nach Ersatz fragen
1001 Kosmetikprodukte Kosten: Hoch, da sie nicht oder nur teilweise verbraucht werden Problem: Verstopft die Badezimmerschränke oder Ablagen Besser: Lieblingsprodukte, die du wirklich nutzt; alles andere kann gehen
Saisonale Dekorationen Kosten: Summieren sich übers Jahr Problem: Weihnachtsbox, Osterkiste, Herbstschmuck, Halloween-Deko … und viele Schachteln im Keller Besser: Wenige schöne Stücke und den eigenen Fundus kontrollieren, bevor du etwas Neues anschaffst.
Mitbringsel und Souvenirs Kosten: Kosten schnell mal 20 € für einen weiteren Staubfänger Problem: Nie ganz passend, schauen im Souvenir-Laden besser aus, als zu Hause; du schenkst sie möglicherweise Menschen, die nichts möchten Besser: Erinnerungs-Stücke nur im Ausnahmefall; ansonsten: Erinnerungen; nur schenken, wenn es gewünscht wird
Auto in der Stadt Kosten: Versicherung, Sprit, Parkplatz, Wartung … sehr hoch Problem: Ist eventuell nur ein Statussymbol; keine Kosten-Nutzen-Rechnung Besser: Öffis, Rad, Carsharing: Kostet weniger Geld und spart Zeit und Nerven
Trendige Küchengeräte (Donut-Maker, Hotdog-Maschine, Brezelschneider, Apfelschäler, Eier-Slicer …) Kosten: Für den einmaligen Einsatz (in drei Jahren) definitiv zu hoch Problem: Ewige Schrank- oder Abstellraum-Bewohner Besser: Basics, die du täglich verwendest
Fast Fashion Kosten: Verlockend billig, aber teuer für die Umwelt Problem: Der Schrank platzt aus allen Nähten Besser: Qualität, die passt und bleibt. Stichwort: Capsule Wardrobe
Das zehnte Paar Sneakers oder High Heels Kosten: Unnötig, wenn sie dann doch nur herumstehen Problem: Schuhschrank als Museum Besser: Lieblingspaare, in denen du wirklich gut gehst und die du auch verwendest
Das 1000. Kuscheltier Kosten: Unnötig und das Kinderzimmer schaut wie ein Spielzeugladen aus Problem: Das Kind spielt mit dreien, der Rest sitzt in Formation oder verstaubt im Keller oder in der Ecke Besser: Qualität vor Masse und mit den Verwandten/Freunden (aka Kuscheltier-Verschenkende) Klartext sprechen
Welche Dinge ersparst du dir schon bzw. willst du dir in Zukunft ersparen? Lass es mich wissen!
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Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
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Donnerstag, der 12. Juni 2025 ist der 163. Tag des gregorianischen Kalenders, somit bleiben 202 Tage bis zum Jahresende.
Die Temperatur in Znojmo – oder Znaim – klettert heute auf 21 Grad. Es ist sonnig und ein wunderschöner Frühsommertag und ideales Ausflugswetter. Im Gegensatz zum 12. Mai fährt diesmal der Zug ohne Pannen oder Ausfälle.
#01: Wien Praterstern – Warten auf den Zug nach Znojmo.
Znojmo, auf Deutsch Znaim ist eine der ältesten Städte in Südmähren in Tschechien. Sie ist ca. 90 km von Wien entfernt und mit dem Zug in einer Stunde und 35 Minuten erreichbar.
Wir fahren durch die scheinbar endlosen Weiten des Weinviertels. Mein Mann meint, wir könnten genauso gut in Oklahoma oder Ohio sein.
Frage: Soll man überhaupt in ferne Länder reisen oder reicht auch ein Tagesausflug, um die Welt kennenzulernen?
#02a: Endlose Weiten – Getreidefeld
#02b: Endlose Weiten – Acker
#02c: Und dann kommt Platt.
Endlich nähern wir uns unserem Ziel: Znojmo. Die Stadt liegt auf einer Felszunge am steil abfallenden Ufer der Thaya (Dyje). Heute ist sie mit ca. 34.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Südmähren.
Die erste schriftliche Erwähnung von Znaim stammt aus dem 11. Jahrhundert. Das Stadtrecht erwarb die Stadt im Jahr 1226, als sie durch Ottokar I. Přemysl zur Königsstadt erhoben wurde.
#03: Blick aus dem Zug auf Znojmo und das Thayatal.
Wir spazieren in und durch die Altstadt von Znaim und genießen den Flair und Charme dieser kleinen Stadt mit vielen engen Gässchen.
#04: Viele schöne Gassen mit Kopfsteinpflaster-Straßen
#05: Fixer Upper – Muss noch renoviert werden
#06: Blick auf die Kirche St. Nikolaus
#07: Im Kircheninneren: Hier erlernt der junge Elon M. das Sägen. Hätte sein Vater schon damals gewusst, welche Schäden Elon mit der Kettensäge einmal anrichten wird, er hätte ihn garantiert nicht unterrichtet.
#08: Blick auf die Znaimer Burg
#09: Die Rotunde St. Katharina, ist das einzige komplett erhaltene Denkmal der Przemyslid-Burg in Znaim und wurde an der Wende des 11. und 12. Jahrhunderts errichtet.
#10: Blick von der Festung auf die im gotischen Stil erbaute St. Nikolas Kirche
Nach so vielen Aus- und Einblicken sind wir hungrig und durstig und begeben uns auf die Suche nach einem Restaurant.
#11: Am Weg zur Bar Bernard; im Hintergrund der Rathausturm
#12: Das Hausbier: 11° helles Lagerbier
Fazit: Znojmo ist definitiv einen Ausflug wert, allein wegen des Biers, das in einer anderen Liga spielt! Wiener Bier ist gut, aber dieses tschechische Bier ist besser, viel besser!
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Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
Willst du gleich loszulegen? Aber du weißt nicht, wie und wo du am besten beginnen sollst? Hol dir das geniale Workbook: Happy Beginnings Hier erkläre ich dir, welche Einstiege (Plural!) es dir leicht machen, mit dem Chaos aufzuräumen und endlich eine nachhaltige Ordnung zu schaffen. Finde heraus, was für dich am besten passt!
Montag, der 12. Mai 2025 ist der 132. Tag des gregorianischen Kalenders, somit bleiben 233 Tage bis zum Jahresende.
Die Temperatur in Znojmo – oder Znaim – klettert auf 17 Grad. Es ist sonnig und ein wunderschöner Frühlingstag; wunderbar geeignet für einen Ausflug. Wäre da nur nicht der Zugsausfall …
#01: Der Zug nach Znojmo wurde kurzfristig gecancelled; der nächste Zug geht erst in zwei Stunden … wir beschließen, in Wien zu bleiben.
Ein gewisses schlechtes Ausflugs-Karma hat sich bereits gestern abgezeichnet.
Znaim (Tschechien) – Es sollte ein beschaulicher Ausflug bei strahlendem Sonnenschein werden, doch es endete im Drama: Als eine Frau in der mährischen Stadt Znaim den Blick von der mächtigen Burg über dem Fluss Thaya genießen wollte, gab das Geländer nach und sie stürzte von der Stadtmauer in die Tiefe … Ihre Verletzungen sind nicht lebensbedrohlich.
Normalerweise war es bisher so, dass unser Ausflugs- oder Reiseziel einige Zeit später von einer Lawine, einem Erdbeben, einer Seuche oder einer anderen Katastrophe (siehe USA) heimgesucht wurde. Seit unserem Trip nach Neapel (im März 2025) hat sich das Reise-Karma jedoch grundlegend geändert.
Das schlechte Reise-Karma folgt uns jetzt nicht mehr, sondern es eilt uns voraus.
#02: Praterstern – Halle
Da wir schon am Praterstern sind, bietet sich ein Ausflug in den Prater an.
Wir nehmen die U2 zum Stadion und von dort den 77A zum Stadionbad. Hier ist ein perfekter Einstieg in den Stadtwanderweg 9. Unsere Etappe: Stadionbad über Maria Grün zum Lusthaus.
Viele setzen den Prater mit dem Vergnügungspark gleich, d.h. dem Wurstelprater. Dabei besteht die weitaus größere und schönere Fläche aus den Prater-Auen mit vielen romantischen Waldwegen und urigen Augebieten.
Der grüne Prater befindet sich im 2. Wiener Gemeindebezirk und hat eine Größe von 513 Hektar. Die 4,4 Kilometer lange Hauptallee streckt sich vom Praterstern bis zum Lusthaus.
#03: Im grünen Prater; einer unserer liebsten Wanderwege in Wien ist der Stadtwanderweg 9.
#04: Aulandschaft
#05: Wunderschöne Spiegelung – fast schon wie ein Gemälde von Monet.
#06: Blatt im Sonnenschein
#07: Umwickelt – Spinnenweberei
#08: Das Wallfahrtskirchlein Maria Grün (um dieses Foto zu machen, musste ich einen tauben und hier illegal parkenden Senioren auffordern, sein Auto woanders abzustellen :-))
#09: Holland-Lauch – Allium Hollandicum
Im grünen Prater gibt es viel Totholz, denn dieses Gebiet wird nicht intensiv forstwirtschaftlich genutzt. Der Wald folgt hier seinem natürlichen Kreislauf und bietet Wohnraum für Flora und Fauna inmitten der Großstadt.
#10: Totholz: Dient als Lebensraum und Nährboden für eine Vielzahl von Holz bewohnenden Pilzen und ist sehr wichtig für Insekten, wie beispielsweise die Larven des Hirschkäfers.
#11a: Baumstamm 1
#11b: Baumstamm 2
Am Lusthaus angekommen, haben wir unglaubliches Bus-Karma. Der 77A, der von dieser Haltestelle nur alle 30 Minuten abfährt, kommt gerade an und wir fahren zurück zur U2-Station Donaumarina und von dort weiter mit der U2 zur Taborstraße. Denn wir finden, dass wir uns ein gutes Essen verdient haben.
Unser Ziel: TEWA am Karmelitermarkt, das schon gut besucht ist. Wir essen immer wieder gerne im Tewa, denn hier stimmen sowohl die Qualität als auch der Preis.
Meine Empfehlungen: Jaffa Wrap und Vorspeisen-Mix. Aber auch die Falafel sind hier ausgezeichnet.
Nach unserer ausgiebigen Pause fahren wir zurück zum Praterstern und füllen ein Formular aus, mit dem wir hoffentlich den Preis für die Bahntickets zurückbekommen werden.
#12: Endstation Praterstern: Ein sehr freundlicher ÖBB Mitarbeiter hilft uns mit der Gutschrift unserer Tickets
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Willst du gleich loszulegen? Aber du weißt nicht, wie und wo du am besten beginnen sollst? Hol dir das geniale Workbook: Happy Beginnings Hier erkläre ich dir, welche Einstiege (Plural!) es dir leicht machen, mit dem Chaos aufzuräumen und endlich eine nachhaltige Ordnung zu schaffen. Finde heraus, was für dich am besten passt!