Blogparade: Wer bist du ohne deine Dinge?

Voriges Jahr habe ich in einer Facebook-Gruppe scherzhaft gepostet, dass ich künftig Dinge verschwinden lasse. Als neues Geschäftsmodell. Der Aufschrei war groß – und ausschließlich positiv! Ich, ich, ich, ja, wann kannst du zu mir kommen …

Auch die Frage: Wie wäre es, wenn sich alle deine Dinge plötzlich in Luft aufgelöst hätten, zaubert fast immer ein Lächeln ins Gesicht meines Vis-a-vis. Manchmal ein breites und manchmal ein zaghaftes Lächeln. Aber immer ist da dieser Glanz in den Augen.

Ein Neubeginn.
Alles auf Reset.

Es ist paradox!

Einerseits fühlen wir uns – zumindest gedanklich – befreit und beschwingt ohne die ganzen Dinge, die wir im Laufe unseres Lebens angesammelt haben. So wie, wenn sich lange angesammelter und schon verkrusteter Staub von unseren Seelen lösen würde. Andererseits identifizieren wir uns aber sehr stark mit diesen Dingen. Manchmal so stark, dass wir sie schon als Teil unseres Ichs sehen. Autos zum Beispiel. Die Aussage: Ich stehe in der nächsten Straße ums Eck, erstaunt kaum jemanden. Auch wenn die Person, die das sagt, vis-a-vis steht. 😉

Ich glaube, dass ein großer Druck weg wäre. Mein Kopf fühlte sich freier und meine Sicht auf die Welt einfacher, klarer an, sagte unlängst eine Frau zu mir.

Dennoch besitzen wir viele Dinge. Geschätzte 10.000, die in jedem Haushalt lagern sollen. 80% davon benutzen wir nie oder kaum.

Die Romanfigur Jack Reacher streift durch die ländlichen Gebiete der USA. Entweder mit dem Bus, zu Fuß oder per Autostopp. Seine beiden Hände hat er immer frei, denn Gepäck hat der ehemalige Militärpolizist keines – gar keines. Er besitzt nur das, was er am Leib trägt und eine zusammenklappbare Zahnbürste.

Wohin?

“To fill a small bag means selecting, and choosing, and evaluating. There’s no logical end to that process. Pretty soon I would have a big bag, and then two or three. Next thing I know, I’ve got a house and a car and a savings plan, and I’m filling out all kinds of forms.” (Lee Child)

Zugegebenermaßen, Jack Reacher ist als Vorbild für die meisten von uns zu extrem. Außerdem haben wir keine Nahkampfausbildung und das letzte Survival Training ist auch schon etwas her. 😉 Aber dennoch spüren wir, dass die vielen Dinge uns zurückhalten. Von einem anderen, vielleicht freierem Leben.

Wie wäre es, wenn wir nichts mehr hätten? Schließe kurz die Augen und stelle es dir vor.

Du bist gesund und munter. Aber alle deine Sachen sind weg. Was spürst du? Panik oder Freude oder ganz etwas anderes?

  • Wer bist du ohne deine Dinge und deinen Besitz?
  • Bist du dann noch wer?
  • Hast du dich selbst verloren oder die ultimative Freiheit gewonnen?

Diese Fragen schreien geradezu nach einer Blogparade.

Und so nimmst du daran teil:

  1. Schreib einen Blogartikel zu der Frage: Wer sind wir ohne unsere Dinge?
  2. Erwähne in der Einleitung meine Blogparade.
  3. Schreib dann hier einen Kommentar mit einem Link zu deinem Artikel.
  4. Mach ein Posting mit dem Hashtag #wersindwirohnedinge auf Instagram, das auf deinen Blogartikel hinweist, damit ich dich finden und liken kann. 
  5. Du möchtest mitmachen, hast aber keinen Blog oder das alles klingt für dich nach Technik-Kungfu? Schick mir eine Nachricht. Wir finden einen Weg!
  6. Du kennst jemand, der oder die unbedingt an meiner Blogparade mitmachen sollte. Dann leite diesen Artikel gerne weiter und teile ihn.

Die Blogparade endet am 7. November 2022. Bis dahin kannst du deinen Artikel veröffentlichen und hier in den Kommentaren verlinken.

Während der Blogparade werde ich Ausschnitte aus euren Beiträgen in den sozialen Medien teilen. Am Ende der Blogparade wird es von mir ein „best-of“ in einem eigenen Artikel geben. Ich freue mich schon sehr auf eure Gedanken und Inspirationen. Und wünsche euch viel Spaß beim Schreiben.

Monatsrückblick September 2022: Neubeginn

Monatsrückblick September

Der September gehört zu meinen Lieblingsmonaten. Die Hitzewellen, die Wien jedes Jahr im Juni, Juli und August heimsuchen, sind vorüber. Ich brauche die Wohnung nicht mehr abzudunkeln. Ich kann die Fenster jederzeit öffnen. Ich kann einfach so hinausgehen, ohne einen Hitzeschlag befürchten zu müssen. Bei den Wiener Heurigen beginnt die Sturm-Saison und die diversen Hochsaisonen gehen ihrem Ende zu. Die Kinder sind zurück in der Schule. Langsam etabliert sich wieder eine neue Klarheit und an kühlen klaren Tagen liegt eine metallische Stimmung über der Stadt.

121 Dinge Checkliste

Der Monat September eignet sich ausgezeichnet für einen Neubeginn. Auch, um innere und äußere Ordnung zu schaffen. Genau dafür habe ich die Checkliste gestaltet. Sie beinhaltet nicht nur 121 Dinge, die du sofort loswerden und abhaken kannst, sondern auch eine kurze und knackige Anleitung, wie du den Entrümpelungsprozess am besten startest und durchführst.

Dein „lizard brain„, in sperrigem Deutsch, dein Reptiliengehirn, fängt natürlich sofort an zu meckern. Es will dir weismachen, dass die Welt untergeht, wenn du auch nur irgendein klitzekleines Ding entsorgst. Dass du es schrecklich bereuen wirst. Schließlich könntest du mit der löchrigen Einzelsocke doch noch ein Bastelprojekt machen. Dass du in großer Gefahr bist, weil du es ja irgendwann einmal brauchen könntest.

Ich habe eine kleine Übung für dein Reptiliengehirn 🦎. Schließe die Augen und denke an ein Ding, das du auf gar keinen Fall entsorgen willst. Das könnte z.B. dein Smartphone sein oder dein Laptop oder dein Lieblingskleid oder deine Hochzeitsfotos. Detail am Rande: Eine Studie zeigt, dass die jüngere Generation sogar lieber auf ihren Partner als auf ihr Handy verzichten würde. Nun stell dir vor, dein Smartphone landet irrtümlich in der Waschmaschine und deine Kinder haben alle Hochzeitsfotos in kleine Schnipsel geschreddert. Und nein: Du hast keine Foto-CD und auch keinen Stick und auch sonst keine Speichermedien mit diesen Fotos. Und auch den Fotografen gibt es nicht mehr.

Wie lange trauerst du? Fühlst du, dass es – bei aller Liebe – dennoch nur unbelebte Dinge sind? Denkst du bereits an Plan B, C und D? Hast du schon ein Fotoshooting im Auge, mit dem du deinen Mann oder deine Frau überraschen wirst? Oder ist es der letzte Anstoß für die ohnehin schon geplante Trennung? Ist es Zeit für neue Hochzeitsfotos mit einem neuen Partner?

Nun denk mal an all die Sachen, die du in den letzten 10 Jahren gar nicht beachtet hast und die irgendwo in den Tiefen deiner Einbauschränke oder im Keller lagern. Fühlst du schon, wie es dich in den Fingern juckt, endlich diesen Ballast loszuwerden und in ein leichteres Leben zu starten. Beginne jetzt damit! Hier ist die geniale Checkliste inklusive Anleitung zum Ausmisten.

Abschiedsbrief-Aktion

Auf Instagram kannst du alle Briefe nachlesen! Dir gefällt die Aktion? Dann hinterlasse sehr gerne ein Herzchen! Es kostet dich nur einen Klick, und mir hilft es sehr weiter! ❤️

30 Abschiedsbriefe – für jeden Tag im September einen. Die Inspiration dazu kam von meiner lieben Blogger-Kollegin Sabine Scholze.

„Ich habe die Namen der Menschen, auf die ich grollig war, auf kleine Zettel geschrieben, jeden einzelnen verbrannt und sie mit: ‚Ich entlasse dich mit Liebe aus meinem Leben‘ verabschiedet.“ schrieb Sabine sinngemäß in ihrem Newsletter.

Großartige Idee, dachte ich mir! Machen wir das doch auch mit den Dingen, von denen wir uns trennen. Schreiben wir ihnen einen Abschiedsbrief! Sagen wir ihnen Dank und wünschen ihnen alles Gute. Oder teilen ihnen mit, wie froh wir sind, dass wir sie nicht mehr sehen müssen.

Gesagt, getan! Ich musste zwar einiges an Überzeugungs- und Motivationsarbeit leisten, aber schlussendlich sind sogar mehr als 30 großartige Briefe an Dinge entstanden, die den Besitzerinnen einmal gute Dienste geleistet haben und die jetzt weiterziehen dürfen. Sei es, dass sie in neue Haushalte übersiedeln oder dem Recycling zugeführt werden.

Sabines Laufschuhe

Liebe Laufschuhe!
1.280 Kilometer sind wir zusammen gerannt. Gekauft habe ich Euch, als meine Achillessehne Probleme machte und Ihr mir als die „ultimativen Schuhe für Vielläuferinnen“ empfohlen worden seid.

Ich habe Euch angezogen und es war, als wären meine Füße zu Hause. „Die Stylischen“ habe ich Euch getauft, weil Ihr auch noch total schick ward.
Aber jetzt sind die Sohlen ziemlich ab, das Fußbett ausgeleiert und so müssen wir uns nun voneinander verabschieden.
Aber ich bleibe Euch treu: Ein paar Nachfolger stehen schon im Re
gal – in Feuerwehrauto-Rot.

Trotzdem werde ich ein Tränchen für Euch zerdrücken, wenn ich Euch sehr liebevoll die letzte Ruhestätte im Hausmüll bereite. Ich lege einen vollen Staubsaugerbeutel darunter. Dann habt Ihr es wenigstens bequem.

Eure Sabine 🥲

12 von 12: Die Stahlstadt Linz

Das ist mein inzwischen 16. Artikel im Format „12 von 12“. Nach mehr als einem Jahr ist dieser Tag für mich ein Fixpunkt im Monat geworden, auf den ich mich immer sehr freue. Jeden 12. habe ich als freien Tag im Kalender blockiert, um an diesem Tag etwas Besonderes zu unternehmen, zu erleben und die Geschichte dieses Tages zu schreiben. Bei diesen Spaziergängen nehme ich meine Leserinnen virtuell mit. Und ich mache auch gerne einen Blick in Seitenstraßen und die grauen Winkel eines Ortes. Auf meinem Blog gibt es sogar die Kategorie „Greyativity“. Genau, Wortspiele liebe ich auch!

Am 12. September ging es in die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz. Nach dem Emmersdorf-Debakel wollten mein Mann und ich für die „12 von 12“-September-Mission auf Nummer Sicher gehen und einen Ort wählen, der gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.

Linz ist der Underdog unter den österreichischen Städten und hatte lange Zeit das Flair einer kulturlosen und verpesteten Industriestadt mit immer verstopften Einfallsstraßen. So ganz hat sich Linz noch immer nicht von diesem schlechten Ruf befreit, obwohl sich die Stadt durch viele Umweltschutzmaßnahmen und Kulturinitiativen sehr gewandelt hat. Linz ist dennoch nicht das erklärte Ziel für Touristen. Dann doch lieber Wien oder Salzburg? Zeit für einen Check! Zeit für diesen 12von12-Artikel:

Blog-Challenge

Judith Sympatexter hat wieder die Blog-Challenge „RapidBlogFlow“ veranstaltet. Die Aufgabe war, einen Fun-Fact-Artikel über sich selbst zu schreiben oder zu überarbeiten. Dieser Artikel macht immer unglaublich viel Spaß, aber lies selbst. Hier erfährst du ungewöhnliche und lustige Fakten über mich.

Übrigens: Wusstest du, dass ich den Zuschlag für die Entrümpelung von Schloss Balmoral bekommen habe? Die neuen Besitzer wollen einen neuen Anfang! 👜👑👒🧥🎩👛🌂👓
Diesen Bonus-Fun-Fact habe ich schon vorweg auf Instagram veröffentlicht. Solltest du mir noch nicht folgen, dann ist es jetzt aber wirklich Zeit dafür!

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Vorschau auf Oktober

  • Ich entwickle einen neuen Online-Kurs!
  • Ich unternehme eine weitere 12von12-Reise.
  • Ich plane eine neue Interview-Serie.

10 Gründe, warum Minimalismus sexy ist!

Ist Minimalismus sexy und wenn ja, warum?

Das herkömmliche Bild von Minimalisten ist ein eher trübes und graues. Digitale Nomaden, die ihre Habseligkeiten verkauft haben und fortan mit einem Rucksack durch die Welt ziehen und sich vegan ernähren. Nichts gegen die vegane Ernährung. 😉

Oder Menschen, die in kahlen, weißen Zimmern mit großen grünen Topfpflanzen wohnen. Und am Boden auf einem Futon schlafen. Die ihre einzelne Tasse händisch abwaschen. Die keine Besuche mehr empfangen können. Nicht, weil ihre Wohnung nicht aufgeräumt wäre, sondern weil sie keine Teller und kein Essbesteck haben.

Im persönlichen Kontakt betonen die meisten Kundinnen, dass sie auf gar keinen Fall minimalistisch leben wollen. Ich kann sie beruhigen. Niemand muss in klinisch sauberen weißen Räumen wohnen und fortan nur mehr schwarze T-Shirts zu schwarzen Jeans tragen. So schlimm ist es nicht. 😉

Minimalismus – oder Optimalismus (ein Wort, das ich lieber mag) – bedeutet ja nicht auf Dinge zu verzichten, die von gutem Nutzen sind, sondern die nicht (mehr) benötigten Sachen loszuwerden, die für dich Ballast sind und als Unerledigtes in deinen Gedanken herumschwirren. Und besser noch: In Zukunft diese Sachen erst gar nicht in deinen Haushalt zu lassen!

Sind Minimalistinnen und Minimalisten nun sexy oder nicht? Ist ein minimalistischer Lebensstil sexy? Ich sage ja! Weg mit den Klischees des öden, freudlosen und ernsten Lebens! Hier sind einige Gründe, warum auch du eine Minimalistin werden solltest und warum die Eigenschaften, die eine Minimalistin auszeichnen, attraktiv sind.

  1. Minimalistinnen sind unternehmungslustig und draufgängerisch. Sie fürchten sich nicht davor, überflüssige Dinge loszulassen. Sie grübeln nicht endlos darüber nach, ob sie ein Ding nicht doch noch irgendwann einmal brauchen könnten.

  2. Minimalistinnen haben Selbstvertrauen. Sie glauben genug an sich selbst und ihre Ressourcen, sodass sie sich nicht mit einem Sicherheitskokon an Dingen umgeben müssen. Ein entsorgtes Ding wird in der Zukunft doch benötigt? Minimalistinnen sind überzeugt, dass sie dann, wenn es so weit ist, damit umgehen können! Wozu gibt es Plan B, C und D?

  3. Minimalistinnen sind smart und aufmerksam. Sie schauen auf ihr Leben und ihre Zeit und finden heraus, was wirklich wichtig für sie ist.

  4. Minimalistinnen denken nicht endlos darüber nach, ob und was sie entsorgen sollen, sondern sie handeln und befreien sich von überflüssigen Sachen. Sie erschaffen für sich das Umfeld, das ihnen entspricht.

  5. Minimalistinnen befreien sich von den negativen Stimmen, die in Rachegöttinnen-Manier herumschweben und mit brüchiger Stimme flüstern:
    Aber-diese-löchrige-Socke-könntest-du-doch-für-dein-nächstes-Bastelprojekt-brauchen-oder-zumindest-als-Putzlappen-und-wenn-du-das-jetzt-in-den-Müll-wirfst-wirst-du-in-der-Hölle-schmoren.
    Denn Minimalistinnen wissen, wann es Zeit für Tabula Rasa ist.

  6. Minimalistinnen leben in der Gegenwart und nicht in der Vergangenheit. Sie wollen jetzt ein großartiges Leben leben und nicht mit den Gedanken ständig an der Vergangenheit festhalten. Sie gehen vielleicht gern in ein Museum, aber ihre Wohnung soll keines sein.

  7. Minimalistinnen sind entscheidungsfreudig. Sie sind nicht wie die Mutter vom Suppenkaspar und „schauen stumm in dem ganzen Haus herum“, wo sich das Chaos weiter ausbreitet. Sie sagen vielmehr: Damit verbringe ich keine Zeit mehr! Und verbannen die überflüssigen Sachen endgültig aus ihrem Leben.

  8. Minimalistinnen sind dankbar für die guten Dinge, die sie bereits haben und nicht davon besessen, ständig mehr Besitztümer anzuschaffen. Sie sind davon überzeugt, dass nicht mehr Dinge, sondern ganz im Gegenteil, weniger Dinge ein besseres und freieres Leben bewirken.

  9. Minimalistinnen genießen mehr Fülle und Freiheit, weil sie ihre Zeit, Energie und ihr Geld nicht mit dem Kauf von nutzlosen Dingen verschwenden. Sie können ihre Erwerbsarbeit einschränken, weil sie insgesamt weniger Geld brauchen. Oder sie können das Geld für Sachen oder Erlebnisse investieren, die langfristig mehr Nutzen bringen, als das 147. Paar Sneakers mit Glitzersteinchen oder die 87. Deko, die dann in einer Ecke vor sich hinstaubt.

  10. Minimalistinnen verschwenden ihre kostbare Lebenszeit nicht damit, in Stapeln zu wühlen, um Dinge zu finden. Oder von den 137 Kugelschreibern den einen zu suchen, der auch schreibt. Oder sich Jahr um Jahr vorzunehmen, mit den löchrigen Socken eine Bastelarbeit zu machen. Die sie dann doch nicht machen.

Willst auch du eine lebensfrohe und vor Energie sprühende Minimalistin werden, die sich nicht länger von den Bürden der Vergangenheit zurückhalten lassen will? Hast du schon genug gelitten? Hast du es satt, über jedes Fitzelchen Papier nachdenken zu müssen, ob du es doch noch irgendwann einmal brauchen könntest?

Bist du so weit zu sagen: Ich beginne jetzt! Und wenn ich die dämliche Socke doch in 5 Jahren einmal brauche, dann besorge ich mir eine neue!

Bist du bereit, dir deine Fehlkäufe zu vergeben und dich von dem das-war-aber-so-teuer-das-kann-ich-doch-nicht-weggeben-Modus zu verabschieden?

Willst du in ein neues Leben starten?

Dann kann ich dich dabei unterstützen: Wenn du entschlossen bist, die überflüssigen Dinge (und Verpflichtungen) aus deinem Leben zu verbannen. Ich bin da, wenn deine Motivation mal im Keller ist und ich bin da, um dir den stets freundlich gemeinten „kick-in-the-ass“ zu geben, damit du deine Ziele auch wirklich erreichst.

Das ist die Vision:

  • Mehr Raum
  • Mehr Geld
  • Mehr Zeit
  • Mehr Klarheit
  • Mehr Freiheit
  • Mehr Fokus
  • Weniger Gerümpel
  • Weniger Schulden
  • Weniger Komplikationen
  • Weniger Verpflichtungen
  • Weniger Ablenkungen

Meine besten Fun Facts

Meine besten Fun Facts

  1. An meiner Wohnungstür hängt ein Schild „New Scotland Yard“.
  2. Alle meine Zimmer sind in einer anderen Farbe ausgemalt. Ich liebe kräftige Farben. Obwohl ich Minimalistin bin, kann ich mit den Farben Weiß, Grau und Schwarz wenig anfangen.
  3. Ich liebe Challenges und in meiner Facebook-Gruppe „Entrümpeln mit System & Power“ gibt es daher jeden Monat eine neue Challenge zu den Themen Ausmisten und minimalistischer Lebensstil.
  4. Beim Kochen will ich nicht gestört werden, daher hängt an meiner Küchentür das Schild „Betreten und Befahren verboten. Eltern haften für ihre Kinder“.
  5. Mein ältestes Küchengerät ist ein Eierkocher aus dem Jahr 1988, der auch immer noch mindestens einmal die Woche im Einsatz ist. Er ist ein Überbleibsel aus meiner 1. Ehe.
  6. Als vor 2 Jahren mein Kühl-/Gefrierschrank kaputtgegangen ist, hatte ich zwei Monate (Juli und August!) eine Kühlbox im Einsatz. Durch die Überredungskunst meiner Tochter und Androhung der Einlieferung nach Steinhof, bin ich eingeknickt und habe einen neuen Kühlschrank gekauft.
  7. Ich habe leider keinen grünen Daumen, die meisten Pflanzen überleben bei mir nicht lange. Ich versuche es aber immer wieder mal mit Grünpflanzen.
Kaktus
Meine Neuerwerbung: Der Kaktus Brokkoli
  1. Ich besitze eine Sammlung von Tarot Decks und eines meiner Lieblingsdecks ist das „Housewives Tarot“ mit Szenen aus den 50er Jahren.
  2. Ich habe kein Auto und lege alle Wege zu fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurück.
  3. Mein Einkaufstrolley ist allerdings ein Mercedes (ohne Stern).
  4. Das Rad meiner Jugend war ein rotes Steyr Puch Modell und auch jetzt habe ich ein rotes Fahrrad.
  5. Das einzige Familienhaustier in meiner Kindheit war ein dottergelber Kanarienvogel, den ich nicht leiden konnte.
  6. Meine allerliebste Kinderbuch-Figur ist noch immer der Zauberer Petrosilius Zwackelmann aus dem Buch „Der Räuber Hotzenplotz“. Genauso wie er liebe ich Bratkartoffeln und ich möchte unbedingt einmal in die Stadt Buxtehude reisen.
  7. Ich bin überzeugte Wienerin und Städterin und wohne im 22. Bezirk, von hochnäsigen Innenstadt-Wienern auch Transdanubien genannt. Als ich nach Kaisermühlen gezogen bin, haben mich mehrere Leute vor dieser üblen Gegend gewarnt. Sie waren wohl beeinflusst von Elizabeth T. Spiras Alltagsgeschichten und Ernst Hinterbergers Kaisermühlen Blues.
  8. Mein Wohnhaus liegt zwischen Alter und Neuer Donau und in unmittelbarer Nähe vom Gänselhäufel Bad und diversen Strandbädern. Dennoch gehe ich äußerst selten Schwimmen.
  9. In Kaisermühlen gibt es noch einen der wenigen Branntweiner und in symbiotischer Nähe dazu ein Geschäft für Pferdeleberkäs.
  10. Obwohl meine Muttersprache Deutsch ist, spreche ich die meiste Zeit Englisch.
  11. Ich liebe Wortspiele und den Wiener Schmäh.
  12. Ich spreche fließend Oberösterreichisch, Wienerisch, Englisch, Deutsch und Denglisch.
  13. Meine Leidenschaft für Crime hat sich schon in frühester Kindheit gezeigt und mit dem Lesen sämtlicher Agatha Christie Romane begonnen.
  14. Zu meinen Lieblings-Kriminal-Schriftstellerinnen gehören neben Agatha Christie auch Dorothy L. Sayers, P.D. James and Ruth Rendell – später sind dann die nordischen Autoren hinzugekommen, allen voran der Isländer Arnaldur.
  15. Im Buch „Shroud for a Nightingale“ von P.D. James wird ein minimalistisches Zimmer beschrieben – was mich vor vielen Jahren schon so beeindruckt hat, dass ich auch so ein minimalistisches Zimmer haben wollte. Das war der Grundstein für meinen Minimalismus. Besser gesagt: Optimalismus!
  16. Ich habe fast alle Bücher verschenkt und lese vorzugsweise am E-Book-Reader. Den Traum, einmal die Gattin eines englischen Landadeligen mit eigener Bibliothek zu sein, habe ich aufgegeben und als Fantasy Self identifiziert. Mein E-Book-Reader ist meine Bibliothek.
  17. Ich bin überzeugte und begeisterte Kundin der Wiener Büchereien und der Onleihe.
  18. Ich plane, eine Krimiserie zu schreiben. Wenn mich jemand ärgert, dann qualifiziert er/sie sich als Mordopfer in meinem Plot.
  19. Ich bin davon überzeugt, dass viele Ehen gerettet werden könnten, wenn jeder Partner eine eigene Wohnung hätte.
  20. Als Kind habe ich (alleine zu Hause) „The Fly“ (das ist ein amerikanischer Science-Fiction-Horrorfilm aus dem Jahr 1958) gesehen und ich habe mich dann noch jahrelang vor Fliegen gefürchtet.
  21. Das Trauma „The Fly“ habe ich erst dann überwunden, als mein Mann und ich „The Fly“ mit Jeff Goldbloom in der Hauptrolle gesehen haben. Seth Brundle aka Brundlefly hat viele Jahre vor Steve Jobs und Mark Zuckerberg gezeigt, wie man die Garderobe minimalisiert.
  22. Ich liebe das Medium Podcast und höre viele True-Crime-Podcasts, aber auch Podcasts wie z.B. Hoaxilla oder The Minimalists, vorzugsweise beim Kochen oder Putzen (denn sonst schlafe ich dabei ein).
  23. Mein Lieblingsgericht in der Kindheit waren „Gefüllte Paprika“ mit Salzkartoffeln und ich liebe sie noch immer. In meiner Familie sind es nun die ECHTEN „Gebackenen Schinkenfleckerl“. Über Jahre hinweg gab es dieses Gericht immer zu Weihnachten, zu Geburtstagen und bei Besuchen.
  24. Unser WC wird videoüberwacht. Zumindest hat meine Tochter an der WC-Tür das Schild „Achtung Video-Überwachung“ angebracht. Es soll Männer abhalten, im Stehen zu pinkeln.
  25. Aus Protest (weil die Schlange vor den Damen-WCs immer viel länger ist) benutze ich auch oft das Herren-WC. Das hat mir schon so manchen giftigen Blick von Pissoiristen eingebracht. Es hat mich allerdings noch nie jemand angesprochen.
  26. Ich liebe Wortkreationen – siehe Punkt 31.
  27. Meinen Schlaf bewacht ein gelber Pitbull mit Leopardenmuster namens Bully – er war ein Weihnachtsgeschenk meiner Tochter und ist unterm Christbaum gesessen.
  28. Zu meinen Lieblingsserien gehören (wie könnte es anders sein): House of Cards (außer der letzten Staffel), Breaking Bad, Better call Saul und Dexter (exclusive der letzten beiden Staffeln) – aber auch The Crown (ist ja auch irgendwie dem Genre Crime zugeordnet).
  29. Kevin Spacey und sein Rauswurf bei House of Cards ist auch Jahre danach noch immer ein Diskussionspunkt zwischen mir und meinem Mann, let me be frank.
  30. Mein liebstes Prinz-Philip-Zitat am Ende der dritten Staffel von „The Crown“ ist: „What now? She’s run out of Tonic? Been knocked up by one of the footmen?“ She, das ist Prinzessin Margaret, die spätabends das königliche Paar mit einem Anruf stört.
  31. Ich hasse es, wenn in Krimiserien die ermittelnden Kommissare Kinder im Teenageralter oder Ehepartner haben, die sich ständig beschweren und jammern, dass der Vater oder die Mutter keine Zeit hat für langweilige Geburtstagspartys und Familienabende, etc.
    Hey! Da draußen läuft ein gefährlicher und psychopathischer Serienmörder frei herum! Diesen zu fangen, ist die Aufgabe. Nörgelnde Familienmitglieder sind für mich der Trigger, den Fernseher auszuschalten oder das Buch wegzulegen.
  32. Meine Lieblingswandergebiete in Wien sind die Lobau (Nationalpark Donauauen) und der Wienerwald. Diese Wege führen alle in den Heurigenort Neustift am Walde.
  33. Ich liebe es, zum Heurigen (Buschenschank, Weinlokal) zu gehen – vor allem, wenn es dort ein umfangreiches Buffet gibt.
  34. Ich habe eine (geheime) Blacklist für Wiener Restaurants und Cafes. Mein Mann befürchtet manchmal, dass wir nicht mehr essen gehen können, weil alles black-gelistet ist. Nur ein einziges Lokal hat es bisher jemals geschafft, wieder von der Blacklist genommen zu werden.
  35. Der Urlaubsort, wo ich am häufigsten war, ist Costa Rica, gefolgt von Tirol.
  36. Meinen Kaffee trinke ich aus einer Emaille-Tasse mit Aufdruck „Lächle, du kannst sie nicht alle töten“ oder „Ich beobachte euch alle und mache mir Notizen“.
  37. Selfies zu machen, finde ich immer etwas problematisch. Ich bin allerdings schon besser darin geworden.
  38. Ich liebe es, schräge Fotos zu machen. Das hat mir auf Facebook den Titel „Bebrillte Dame aus dem Hinterhalt“ eingebracht.
Foto aus dem Hinterhalt. Wien Volkstheater
  1. Meine Lieblings-ORF-Serie ist „Liebesg’schichten und Heiratssachen“, die ich mir immer mit meiner Vorarlberger Freundin anschaue – und wo wir die Kandidaten via Signal kommentieren.
  2. Meinen Mann habe ich kennengelernt, weil ich meine Skills in englischer Konversation verbessern wollte. Nach fast zwanzig Jahren sind meine Englisch-Kenntnisse nun fast perfekt, während seine Deutsch-Kenntnisse sich nicht wesentlich verbessert haben.
  3. Mein Mann behauptet, er kocht „with love“ und das sei der Grund, warum bei mir Hühnchen oft zäh ist und bei ihm nicht.
  4. „Die Wand“ von Marlen Haushofer gehört zu den Romanen, die ich mehrfach gelesen habe und von dem ich auch noch das Papierbuch besitze. Wenn ich es in die Hand nehme, fange ich sofort wieder zum Lesen an.
  5. Mein ältestes Kleidungsstück ist eine blaue Adidas Regenjacke, die ich anlässlich des Papstbesuchs in Wien 1983 getragen habe.
  6. Ich interessiere mich für Religionen und Religionsgeschichte, gehöre jedoch keiner Konfession an.
  7. Den Fronleichnamstag verbringe ich gerne in der City, um mir die Fronleichnamsprozession anzuschauen und zu fotografieren. Ich fühle mich dann ins mittelalterliche Wien zurückversetzt, mit den Ritterorden und katholischen Burschenschaften – deren Teilnehmer ihre prächtigen Uniformen, Roben und Insignien tragen. Als Alternative dazu gehe ich auch gerne in die Schatzkammer, um mir z.B. ungewöhnliche Reliquien anzuschauen.
  8. Ich liebe es (schon immer), Fragen zu stellen und schrecke auch vor ungewöhnlichen Fragen nicht zurück. Die Lehrer haben meiner Mutter beim Eltern Sprechtag immer gesagt, dass ich zu viel frage und besonders viele WARUM-Fragen stelle.
  9. Die Frage „Warum hat Eva beim Essen des Apfels einen Fehler begangen? Schließlich wollte sie doch nur mehr Erkenntnis gewinnen?“ hat selbst die gut geschulten Zeugen Jehovas sprachlos gemacht.
  10. Analytisches Denken gehört zu meinen Stärken.
  11. Meinen Besucherinnen zeige ich gerne ein Wien abseits der Klischees.
  12. Die Theaterstücke, an die ich mich am besten erinnere, waren alle grottenschlecht.
  13. Meine erste LP war Neil Diamonds „12 Greatest Hits“, die 1974 herausgekommen ist. In der Jugendgruppe haben wir zu Song Sung Blue getanzt. Am LP-Cover sieht man einen jungen hintergründig lächelnden Neil mit dunkler Mähne und offenem weißen Hemd, aus dem die Brusthaare hervorquellen.
  14. Später habe ich meine Familie mit Ina Deter und „Ich sprüh’s auf jede Häuserwand, ich such den schönsten Mann im Land“ genervt.
  15. Meine erste Auslandsreise (vom Nachbarland Deutschland einmal abgesehen) und auch mein allererster Flug führte mich nach England. Eine Schulkollegin und ich haben zwei Ferienwochen bei einer Familie in Kent verbracht. In meiner Erinnerung war das Flugzeug so alt, dass man durch den Boden auf die vorbeiziehende Landschaft hinuntersehen konnte.
  16. Einer meiner worst-of Flüge war ein Flug mit Aeroflot nach Moskau (zu Zeiten der Sowjetunion). In meiner Erinnerung waren alle betrunken.
  17. Ich war nicht nur 1x, sondern sogar 2x im Lenin-Mausoleum.
  18. In Leipzig (zu DDR-Zeiten) war ich in Auerbachs Keller (auf den Spuren von Dr. Faust). Das Service war miserabel, aber damals hatte ich noch keine Blacklist.
  19. „Mama, schau ein Pudel!“ ist ein geflügeltes Wort in unserer Familie. In Irland hatte meine Tochter keinen Blick für die fantastische Landschaft, sondern nur für ein paar schwarze Pudel in einem Auto. Seitdem halte ich in jedem Urlaubsort Ausschau nach Pudeln und schicke meiner Tochter das Foto mit der Nachricht: „Antonia, schau – ein Pudel!“
  20. In Albanien kam mir (nach vielen Urlaubsreisen) die Erkenntnis: Ich will kein Fort und auch keine Burg mehr besichtigen.
  21. Ich recherchiere gerne in alten Publikationen – ich verwende hierzu das ANNO Portal der Österreichischen Nationalbibliothek. Z.B. habe ich mich darüber informiert, was die Rezensenten über Arthur Schnitzlers „Leutnant Gustl“ im Erscheinungsjahr zu sagen hatten, denn mit diesem Werk werden die österreichischen Schülerinnen beglückt (oder sollte ich sagen, gequält). Nun, die Kritik war nicht gerade atemberaubend. Ja, aufgrund dieses Buchs wurde Schnitzler sogar aus der k.u.k. Armee hinausgeworfen, wo er als Regimentsarzt gedient hatte.
  22. Seit Beginn der Pandemie praktiziere ich an 6 Tagen der Woche Intervallfasten 16:8.
  23. Am Sonntag gibt es bei uns immer unser traditionelles Sonntagsfrühstück mit Scrambled Eggs mit Toast, Croissant, Butter und Orangenmarmelade – und natürlich Kaffee – und dieses wird immer von meinem Mann zubereitet. Er behauptet, ich könne Scrambled Eggs nicht so gut machen wie er.
  24. Zu meinen Lieblingsmarmeladen gehören neben der Orangenmarmelade, die Feigen- und die Himbeermarmelade.
  25. Meine Lieblingstorte ist die Linzer Torte.
  26. Mein Lieblingskuchen ist der Ribiselkuchen; nach dem alten Rezept meiner Mama.
  27. Alle Kuchen und Torten, die ich backe, sind um mindestens 30% zuckerreduziert.
  28. Ich backe oft minimalistisch und spare mir mit den Cup-Formen das Wägen.
  29. Mein liebstes amerikanisches Kochbuch ist das „Silver Palate Cookbook“ – das beinhaltet sogar das Rezept für die Linzer Torte.
  30. Ich besitze ein „Bordello Cookbook“.
  31. In meinen ersten Fitness-Center Jahren hatte ich immer einen Walkman dabei (das war damals der letzte Schrei).
  32. Das 10-Finger-System habe ich noch mit einer elektrischen Kugelkopf-Maschine gelernt.
  33. Das allererste Geschenk von meinem Mann war das Buch „Miami Blues“ von Charles Willeford. Die Hauptfigur ist Frederick J. Frenger Jr., genannt Junior. Er ist mein bislang unerreichtes Vorbild in puncto „Minimalistisches Reisen„. Entlassen aus dem Gefängnis San Quentin fliegt er 1st Class nach Miami, ohne Gepäck, dafür aber mit mehreren gestohlenen Kreditkarten, u.a. mit dem Namen Herman T. Gottlieb.
  34. Ich liebe einen guten Schmäh. Daher gehören ironische Blogartikel und Aprilscherz-Artikel zu meinen liebsten Formaten. Jeder meiner Artikel hat dieses Quäntchen Humor. Auch die Expertenartikel.
  35. Ich bin ein absoluter Fan des Blogformats „12 von 12“ und habe dazu auch ein Plädoyer geschrieben. Hier baue ich mein Augenblicks-Tagebuch auf.
  36. Auf meinem Blog gibt es das Format „Greyativity„, wo meine Grau-Serie-Artikel beheimatet sind. Das sind ironische Artikel zu den grauen Seiten der Städte Wien und Miami. Wenn du denkst, deine Stadt wäre gut geeignet für einen dieser Artikel, dann schreib mir eine Mail.
  37. Zusätzlich zu den Permalinks habe ich auch eine Perma-Geburtstagskarte. „Im Alter macht man keine halben Sachen mehr“ ist seitdem mein Motto.
  38. Die politische Partei, die mich zurzeit am meisten überzeugt, ist die Bierpartei.
  39. Bier gehört neben Wein (Pflicht für Wienerinnen) und Kaffee auch zu meinen Lieblingsgetränken, in Form von „Saurem Radler“ (= Bier mit Mineralwasser) oder alkoholfreiem Bier.
  40. Ich liebe es, familieninterne Blindtests (z.B. mit diversen Biersorten) durchzuführen und mit dieser wissenschaftlichen Vorgangsweise mit faktenlosen Vorurteilen aufzuräumen.
  41. Meine erwachsene Tochter und ich spielen immer noch total gerne das Kartenspiel Uno.
  42. Ich bin ein riesiger Fan von Sudokus und ich löse jeden Tag mindestens zwei dieser Zahlenrätsel.
  43. Meditationsmusik bewirkt bei mir extreme Nervosität. Bei True-Crime hingegen kann ich entspannt einschlafen.
  44. Alle Wasserfälle sind für mich Reichenbach Falls, sei es nun der Stuibenfall in Tirol oder Iguazu in Argentinien und Brasilien. Jedes Mal, wenn ich zu einem Wasserfall komme, habe ich dort ein Rendezvous mit Sherlock Holmes und Professor James Moriarty.
  45. Ausmisten gehört zu meinen bevorzugten Tätigkeiten und ich wünsche mir, dass ich möglichst viele Menschen zu einem leichteren und minimalistischeren Lebensstil inspirieren kann. Fang gleich heute noch damit an.

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Auch beim Ausmisten ist mir Schwung, Leichtigkeit und eine gute Prise Humor wichtig!

12 von 12: Mein 12. September 2022 in Linz

Die Stahlstadt Linz

Montag, der 12. September 2022 ist der 255. Tag des gregorianischen Kalenders, somit verbleiben 110 Tage bis zum Jahresende. Heute fahren mein Mann und ich in die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz. Das Wetter ist perfekt. Es steht uns ein sonniger Herbsttag bevor.

Linz ist der Underdog unter den österreichischen Städten und hatte lange Zeit das Flair einer kulturlosen und verpesteten Industriestadt mit immer verstopften Einfallsstraßen. So ganz hat sich Linz noch immer nicht von diesem schlechten Ruf befreit, obwohl sich die Stadt durch viele Umweltschutzmaßnahmen und Kulturinitiativen sehr gewandelt hat. Linz ist dennoch nicht das erklärte Ziel für Touristen. Dann doch lieber Wien oder Salzburg. Zeit für einen Check! Und was würde sich besser dazu eignen, als ein „12von12“-Artikel.

#01: Westbahn nach Linz an der Donau

Unser Verkehrsmittel der Wahl ist die Westbahn, die pünktlich um 8:40 den Wiener Westbahnhof verlässt und uns in 1 Stunde und 15 Minuten nach Linz an der Donau bringt. Nach all den Wirren und Problemen mit den niederösterreichischen Bussen einfach eine Wohltat!

#02: Italienisches Flair

Wir sind erst einmal erstaunt über das italienische Flair in der Innenstadt. Noch sind die Wolken dicht, aber das wird sich schon bald ändern.

#03: Blick vom Schlossberg

Wir gehen hinauf auf den Schlossberg, von wo aus man einen wunderschönen Blick auf die Stadt hat. Rechts hinten sieht man die Rauchschwaden des Voestalpine Stahlwerks, eines der größten Unternehmen Österreichs mit über 50.000 Mitarbeiter*innen.

#04: Blick auf die Donau

Hier gibt es schon deutlich mehr blauen Himmel zu sehen.

#05: Altstadt

Heute ist Montag und viele Geschäfte sind geschlossen. Etwas, das wir in Wien nicht (mehr) kennen. Die Linzer Altstadt war früher eine sehr verrufene Gegend mit berüchtigten Nachtlokalen und beherbergte den Rotlichtbezirk. Im Jahr 2022 ist davon nicht mehr viel übriggeblieben. Das Viertel mit den wunderschönen historischen Fassaden beherbergt nun Cafés, Boutiquen, Kunsthandwerk und Galerien.

#06: Grün im Grau: Die engste Gasse in Linz

Die Reichengasse ist über einen unscheinbaren Eingang begehbar. Einen Durchgang gibt es allerdings nicht mehr; sie endet als Sackgasse. Ohne unseren Tourguide Angela hätten wir sie ganz sicher nicht gefunden.

#07: Mittagessen im Gasthaus Keintzel

Nach so viel Sightseeing sind wir hungrig und gehen ins Gasthaus Keintzel. Ein traditionelles Wirtshaus mit fantastischen, frisch gemachten Speisen und ein Geheimtipp, denn viele dieser Gastwirtschaften gibt es leider nicht mehr.

#08: k.u.k. Hofbäckerei

Gleich ums Eck ist die k.u.k. Hofbäckerei. Ein sehr uriges Lokal mit ganz viel Kaiser-Lokalkolorit und mit einer wunderschön altmodisch getäfelten Außenfassade.

#09: Linzer Torte

Vielleicht hatten wir einfach Pech, vielleicht war es ein Montagsprodukt, aber die Linzer Torte hat leider gar nicht geschmeckt. Hart, kalt, bröselig – wie frisch aus dem Tiefkühlfach. Zumindest der Kaffee war gut.

#10: Glasfenster im Mariendom

Die Vormittagsmesse ist vorüber und so können wir nun ungestört den Dom besichtigen. Der Mariä-Empfängnis-Dom ist vom Fassungsvermögen die größte Kirche Österreichs. Im Kircheninneren hätten 17.000 Menschen Platz. In der Krypta nochmals 3.000. Der Turm ist mit knapp 135 m jedoch zirka 2 Meter niedriger als der Südturm des Wiener Stephansdoms. Der Legende nach durfte in der k.u.k. Monarchie kein Gebäude höher sein als der Dom zu St. Stephan.

Der Dom war vor genau 89 Jahren und 1 Tag Tatort des Mordes am damals 48-jährigen Obermesner Franz Bachbauer. Als er am 11. September 1933 gegen 12.55 Uhr die über Mittag geschlossenen Tore des Domes aufsperren wollte, fiel ihm eine Bewegung in der Taufkapelle auf. Plötzlich stand ihm ein Mann gegenüber, der ihn mit einer Pistole bedrohte und wenige Sekunden später auf ihn schoss.

Der lebensgefährlich verletzte Mesner schleppte sich mit letzter Kraft zur Sakristei. Dort brach er zusammen.

Bachbauer wurde ins nahegelegene Spital der „Barmherzigen Schwestern“ gebracht, wo er noch bei Bewusstsein war und trotz starker Schmerzen eine Beschreibung des Unbekannten geben konnte: Der Täter sei etwa 20 bis 30 Jahre alt, war etwa 175 Zentimeter groß, hatte zurückgekämmtes dunkelblondes Haar und trug einen grauen Anzug. Dann verschlechterte sich der Zustand des Mesners, das Projektil hatte die linke Lunge, die Milz, das Zwerchfell und eine Niere verletzt.

Eine erfolgreiche medizinische Behandlung dieser Verletzungen war 1933 ohne sofortige Operation, Bluttransfusion und Antibiotika nicht möglich: Franz Bachbauer starb am Nachmittag des 12. September 1933 an Blutverlust und Infektion. Der Täter konnte nie ausgeforscht werden und auch die Tatwaffe wurde nie gefunden.

Bei Franz Bachbauers Begräbnis drei Tage später wurde auch für die Seele des Täters gebetet, „dass die Gnade Gottes sie zur Reue und Einkehr bringe“. Ich hoffe, dass die katholische Kirche gut für Bachbauers Witwe und Kinder gesorgt hat, denn schließlich ist er in Ausübung seiner dienstlichen Pflichten gestorben.

Der Fall wird auch im Podcast Spur der Verbrechen behandelt, an dem auch unser Guide Angela mitgearbeitet hat. Den Podcast kann ich allen True Crime Fans sehr empfehlen.

#11: Inschrift am Hauptportal

Diese Tafel (gewidmet vom Reichsbund der katholischen deutschen Jugend Oberösterreichs) mutet befremdlich an, war es doch Dollfuß und seine Partei, die 1933 das Parlament ausgeschaltet und diktatorisch per Notverordnung regiert hatten. Dollfuß stand dem italienischen Faschismus und der katholischen Kirche nah.

Darunter ist eine Zusatztafel angebracht: Die hier angebrachte Gedenktafel für den von Nationalsozialisten ermordeten Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß spiegelt die Situation des Jahres 1934 wider. Die katholische Kirche fühlte sich damals der von Dollfuß vertretenen politischen Kraft verbunden. Die Gedenktafel ist aus heutiger Sicht keine Zustimmung zur damaligen Politik.

#12: Heimfahrt nach Wien

Linz ist die Landeshauptstadt von Oberösterreich und mit 207.247 (Stand 1.1.2022) nach Wien und Graz die drittgrößte Stadt Österreichs. Sie ist namensgebend für die Linzer Torte, deren Rezept als das älteste bekannte Tortenrezept der Welt gilt. Ich nehme mir vor, bald selbst eine Linzer Torte zu backen.

Monatsrückblick August 2022

Der August war bei mir sowohl Urlaubsmonat als auch ein Monat, wo sich im Aufräum-Business viel getan hat.

Juli und August werden mehr und mehr zu unerträglichen Hitzemonaten in der Stadt und Wien entwickelt sich zum Hitzepol Europas. Wenn ich zu Hause bin, dann mit heruntergelassenen Jalousien und in Finsternis. Das Backrohr verwende ich nicht, denn ich vermeide alles, was zu noch mehr Hitze in meiner Wohnung führt; besonders wenn die Wettervorhersage Tropennächte prognostiziert. Denn dann kann man auch am Abend und in der Nacht nicht mit kühleren Temperaturen rechnen.

Wir sind mitten in der Klimakrise und etwas, das wir alle machen können und das der Umwelt hilft, ist:
Weniger konsumieren. Das geht einfacher, als vielleicht erwartet. Und auch die Lebensqualität sinkt dadurch nicht; im Gegenteil: Sie steigt!

In meinen neuen Artikeln zum Thema Minimalismus und Ausmisten gehe ich darauf ein. Alle Links findest du beim Punkt Blogdekade.

Urlaub im Ötztal

Der alljährliche Urlaub im Ötztal gehört für mich zu den schönsten Wochen im Jahr, wo mein Mann und ich jeden Tag eine Wanderung unternehmen. Auch diesmal war das Wetter (bis auf einen Tag) wunderbar und unseren Touren stand nichts im Weg.

Wir nehmen sehr gern die Auf- und Abstiegshilfen (aka Gondelbahnen) in Anspruch, die uns in hochalpine Gebiete bringen. Vor den Beteuerungen der lokalen Touristeninformation sollte man sich jedoch in Acht nehmen, denn einfach ist nicht immer gleich einfach. Bei unserer ersten Wanderung in Vent – fortan von uns als Vent1 bezeichnet – war die als einfache Familienwanderung für Anfänger deklarierte Tour alles andere als einfach. Glücklicherweise war der Abstieg dann nicht so eng, steil und steinig wie der Aufstieg, denn sonst wären wir wohl ein Fall für die Bergrettung geworden.

Hohe Mut Sattel – Obergurgl

Du willst noch mehr zu meinem Urlaub in Tirol erfahren? Dann lies hier weiter – erstmalig habe ich einen 12von12-Artikel aus dem Ötztal – von unserer gemütlichen Wanderung in Vent (Vent2) geschrieben.

121 Dinge, von denen du dich sofort trennen kannst

Das PDF mit einer Checkliste zum Abhaken von 121 Dingen, die du flott und ohne Reue ausmisten kannst, ist extrem gut angekommen. Inspiriert von den vielen Downloads habe ich im August wieder eine Ausmiste-Challenge in meiner Facebook-Gruppe angeboten. Wenn du das PDF noch nicht hast, dann klicke auf das Bild. Hier gibt’s den Link zum Herunterladen.

Ausmiste-Challenge

Die große Ausmiste-Challenge mit 31 Impulsen (für jeden Tag eine neue Inspiration) ist geschlagen. Insgesamt haben wir sagenhafte 11.235 Dinge ausgemustert! In der Gruppe gibt es immer wieder neue Challenges. Bist du schon Mitglied? Wenn nicht, dann melde dich gleich an, damit du sofort in netter Gemeinschaft mit dem Ausmisten loslegen kannst.

Blogdekade

Im Rahmen der Content Society (Bloggerkurs) gab es auch dieses Jahr wieder die Blogdekade, d. h. 10 Blogartikel in 10 Tagen schreiben. Eine große Herausforderung!

Ich habe zwei alte Blogbeiträge überarbeitet und sieben neue Artikel zu den Themen Minimalismus und Ausmisten geschrieben und einen Grau-Serie-Bericht verfasst. Zu den neuen bzw. erneuerten Artikeln zu Minimalismus und Ausmisten, gelangst du, wenn du auf das jeweilige Bild klickst. Sie sind in absteigender Reihenfolge angeführt. Ich freue mich sehr, wenn du viele Inspirationen mitnehmen kannst. Und ich freue mich natürlich auch sehr über Kommentare. 💕💕💕

Ist Minimalismus nur für Privilegierte?
Angst vor dem Ausmisten überwinden
Warum Ausmisten glücklich macht
6 Gründe für das Horten von Dingen
Wie du dein Leben vereinfachst
Immaterielles ausmisten
Warum Minimalismus glücklich macht
Warum ausmisten?
Wann ausmisten
Wann ausmisten?

Greyativity

Vorigen November habe ich meinen ersten Artikel zum Thema „Grau“ geschrieben und einen phänomenalen Erfolg damit erzielt. Mit „18 Shades of Grey: Miami Edition“ gibt es nun einen weiteren Artikel in dieser Kategorie. DIE Wahrheit über den sogenannten Traumort Miami! Ein schonungsloser Bericht! Klick auf das Bild für diesen Exklusivbeitrag aus Florida, dem Untergangsstaat.

Solltest du das Meisterwerks „17 Shades of Grey: Das Graue Wien“ noch nicht gelesen haben, dann klick auf den Link!

Die Grau-Serie-Artikel und auch die 12von12-Artikel schreibe ich deshalb, weil ich es liebe, andere – alternative – Blickwinkel einzunehmen. Es ist eben nicht immer alles so, wie es in Reisemagazinen oder Werbespots dargestellt wird. Ich schaue nur zu gern hinter die Hochglanzbilder und hinterfrage sie. Und außerdem kratze ich extrem gern an Klischees und schaue, was dann hervorkommt. Es sind ironische Artikel mit einer guten Portion Augenzwinkern. Greyativity eben.

Ist Minimalismus ein Privileg und daher nur für Privilegierte?

Eine Wohnung wie aus dem Einrichtungskatalog. Wenige edle, dafür teure und exquisite Stücke. Dominierende Farben: Grau/Weiß/Schwarz, dazwischen – fotogen angeordnet – gesunde großblättrige grüne Pflanzen. Ein Leben auf Reisen. Neuestes Smartphone, Hochleistungs-Laptop, Designerrucksack und Markenklamotten. Biobaumwolle. Vegane Ernährung. Geht so Minimalismus? Ist das der neueste Trend für Menschen, die schon alles haben?

Minimalismus ist immer eine Entscheidung. Du entscheidest dich, mit weniger Dingen zu leben. Mir gefällt der Begriff Optimalismus besser, d. h. du hast genau die Sachen, die für dich richtig, eben optimal sind. Daher ist für mich Minimalismus auch immer sehr individuell. Du kannst dich für einen minimalistischen Lebensstil entscheiden, unabhängig davon, ob du viel oder wenig Geld hast.

Wenn du arm bist und mit sehr wenigen Dingen auskommen musst, dann ist das keine Entscheidung, sondern ein Zwang. Aber auch Menschen mit geringen finanziellen Mitteln können mit zu vielen Sachen belastet sein, weil sie z. B. viel geschenkt bekommen und nicht nein oder stopp sagen können oder es sich nicht trauen.

Für mich ist Minimalismus wie eine Medaille mit zwei Seiten. Die eine Seite ist die Frage, wie die Sachen in deinen Haushalt gelangen. Willst du minimalistischer leben, dann solltest du deine Käufe analysieren, aber auch die Geschenke, die ungefiltert hereinströmen. Hier brauchst du vielleicht einen konsequenten Stopp, denn sonst wirst du dich in einer Dauerschleife zwischen Kaufen und Ausmisten wiederfinden.

Die zweite Seite ist das Ausmisten. Du trennst dich dauerhaft von den Dingen, die du nicht mehr brauchst und die dich belasten. Das Gute am systematischen und radikalen Ausmisten: Dein Kaufverhalten ändert sich quasi automatisch mit.

Wie die Dinge in deinen Haushalt gelangen

Vor dem Kauf steht die Entscheidung, Geld für eine Sache oder eine Dienstleistung auszugeben. Von der Werbung wird alles versucht, den Gegenständen Emotionen zu geben. Freiheit, Glück, Unabhängigkeit, Dazugehörigkeit, Jugend, …
Die Gegenstände allein würden sich nur schwer verkaufen.
Auf Social Media und in den Medien bekommst du ständig vorgeführt, was du alles haben sollst und tun musst, um anerkannter Teil der Gesellschaft zu sein. Um cool zu sein. Um dazuzugehören.

Und so gehst du shoppen.

Sind Kaufentscheidungen einkommensabhängig

Ja und nein.

Ja, denn Menschen mit niedrigen finanziellen Mitteln können sich gewisse Sachen ganz einfach nicht leisten. Sie schätzen sich glücklich, jeden Monat über die Runden zu kommen und alle anfallenden Rechnungen bezahlen zu können. Da ist die nachhaltig produzierte Kleidung vielleicht nicht drinnen und auch nicht der Besuch des teuren Bio-Restaurants in der Innenstadt.

Nein, weil Kaufentscheidungen von vielen Faktoren abhängen und nicht ausschließlich vom Einkommen. Du kannst dich unabhängig von deinen finanziellen Mitteln entscheiden, Dinge nicht zu kaufen. Besonders Dinge, die du nicht brauchst und die dir wenig Nutzen bringen.

Das 147. Paar Schuhe bringt dir keinen Nutzen. Ob du nun 5.000 € dafür ausgeben kannst oder nur 5 €. Du bist schließlich nicht Imelda Marcos. Die Anschaffung ist sinnlos. Die Schuhe landen in einem Schrank oder in einer Ecke und werden dort vergessen.

Unabhängig davon, wie viel Geld du zur Verfügung hast, solltest du dir vor dem Kauf immer folgende Fragen stellen:

Warum willst du etwas kaufen? Brauchst du dieses Ding oder soll dir der Kauf gerade jetzt dabei helfen, von Trauer, Langeweile oder Frust abzulenken?

Kaufst du den Gegenstand oder das Gefühl dahinter? Hast du z. B. ein Auto, weil du von A nach B fahren willst und es in deiner Gegend keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt oder weil du der Werbebotschaft glaubst, wonach dir das Auto Freiheit bringt? Mehr Freiheit würde dir vielleicht ein Taxi bringen und billiger wäre es auf jeden Fall.

Kaufst du etwas, weil alle anderen es auch haben? Weil du den Nachbarn imponieren willst? Weil du dazugehören willst?

Du bist Millionärin und das Geld fließt ohne Unterlass auf dein Konto. Würdest du diese Sneakers kaufen? 😎 Schreib mir gerne deine Antwort in die Kommentare.

Symbolfoto

Wenn du einen minimalistischen Lebensstil anstrebst, solltest du auf jeden Fall eine gute Dosis Individualismus mitbringen und stolz darauf sein! Was alle kaufen oder machen, wird für deine Entscheidungen mehr und mehr irrelevant. Du hast eine ganz andere Mission und stehst als gratis Werbeträgerin nicht mehr zur Verfügung.

Als Minimalistin stellst du die Kosten dem Nutzen gegenüber, entemotionalisierst die Dinge und machst dir eine gute Prise unternehmerisches Denken zu eigen.

Es ist Zeit, um auszumisten

Nach dem Kauf kommt oft die Ernüchterung. Sei es, dass die Wohnung durch eine Vielzahl von Dingen im Chaos versinkt oder dass das Konto leer ist, nachdem du zu viel konsumiert hast. Oder beides. Das Hochgefühl, das du beim Kauf vielleicht noch hattest, ist auch schon wieder verflogen.

Die Zeit vergeht und es sammeln sich mehr und mehr Gegenstände an. Zeit, um auszumisten.

Ist Ausmisten einkommensabhängig

Jein.

Wenn du minimalistisch leben willst, trennst du dich von den Dingen, für die du keine Verwendung mehr hast, die unnütz sind, die dir im Weg stehen und die dich belasten. Das Ziel ist, dauerhaft weniger Sachen zu haben, damit dein Zuhause übersichtlicher, klarer und einfacher wird. Damit du dich weniger um diese Sachen kümmern musst und mehr Zeit für dich und deine Familie hast.

Minimalismus bedeutet nicht, ein Ding sofort durch ein anderes zu ersetzen. Oder eine ältere durch eine neuere Version auszutauschen. Ganz im Gegenteil. Im Minimalismus entscheidest du dich bewusst dagegen, jedem Modetrend nachzujagen. Für mich bedeutet Minimalismus auch, unsere Umwelt zu schonen und daher sparsam mit allen Ressourcen umzugehen.

Das könnte ich vielleicht irgendwann einmal brauchen! Die am häufigsten geäußerte Angst beim Ausmisten und Entrümpeln. Für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln ist das eine reellere Angst als für Menschen, die keine Existenzängste haben und sich vorstellen können, ein ausgemustertes Ding auch jederzeit wieder nachkaufen zu können. Auch in unserer Eltern- und Großelterngeneration, die vielleicht noch den Krieg miterlebt haben, ist diese Angst viel präsenter als bei uns.

Wohin mit den Sachen? Wer genug Geld zur Verfügung hat und das auch für die Zukunft erwartet, ist nicht auf den Verkauf der ausgemusterten Dinge angewiesen. Das bringt eine größere Flexibilität und Geschwindigkeit beim Ausmisten.

Fazit

Ein minimalistischer Lebensstil soll nichts wegnehmen oder ein Mangelgefühl hervorrufen. Auch die Farben dürfen bleiben! Minimalismus ist eine freiwillige Entscheidung für ein individuelles Lebenskonzept, das nicht auf unendlichem Konsum basiert.

Minimalismus bringt dir mehr Freiheit, mehr Klarheit, mehr Raum, mehr Zeit und mehr Unabhängigkeit. Er ist für alle geeignet, die sich dafür entscheiden und das unabhängig von ihren finanziellen Mitteln.

Wie du deine Angst vor dem Ausmisten überwindest

Was sind deine schlimmsten Befürchtungen beim Ausmisten und Entrümpeln? Einer der Hauptgründe, warum alles in den Schränken, Regalen und Kellerabteilen bleibt, ist die Angst. Aber welche Ängste sind das und sind sie überhaupt berechtigt? Und was kannst du tun, wenn es nicht nur bei der Angst bleibt, sondern eine Befürchtung auch wirklich eintritt?

1. Das könnte ich noch einmal brauchen

DIE Hauptangst beim Ausmisten und Entrümpeln! Du befürchtest, dass du es später einmal bereuen wirst, etwas weggegeben zu haben.

Stimmt. Es könnte sein, dass du ein entsorgtes Ding irgendwann doch noch einmal brauchst. Ganz ausschließen kann man diesen Fall nicht, wenn er auch äußerst selten ist. 😉 Was passiert dann? In den allermeisten Fällen wirst du dieses Ding wieder besorgen oder dir einen Ersatz überlegen.

Vor ein paar Monaten habe ich meine letzten „schönen“ schwarzen Pumps (die nicht mehr ganz so schön waren) weggeworfen. Ich habe nun keine eleganten Schuhe mehr. Ich habe überlegt, ob ich das tun soll oder sofort einen Ersatz besorgen muss. Kann ich ohne stilvolles Schuhwerk leben? Ja. Es geht. Und sollte ich wirklich elegante Schuhe brauchen, dann kaufe ich sie dann, wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist.

Nehmen wir an, du wirfst irrtümlich oder in einem Wutanfall dein Handy in den Müll oder deinen Laptop aus dem Fenster. Später tut es dir leid, aber der Schaden ist nicht wieder rückgängig zu machen. Oder du entsorgst zusammen mit dem Altpapier deinen Reisepass und deinen Führerschein. Dein Ehering fällt in den Abfluss und schwimmt für dich unerreichbar im Kanal. Die Fluglinie verliert dein Gepäck und viele deiner Kleidungsstücke sind unwiederbringlich verloren. Oder du wäschst deine Lieblingsbluse irrtümlich mit 90 Grad. Du rennst gegen ein Verkehrszeichen und deine Brille hat einen Totalschaden (ist mir mal passiert). Der demente Onkel wirft alle alten Familienfotos in den Müll (ist in meiner Familie passiert) und der Müll ist schon abgeholt.

Alles nicht angenehm, aber würdest du trauern? Wochen- oder monatelang? Wäre es so schmerzhaft, wie die Diagnose einer unheilbaren Krankheit im letzten Stadium? Ich sage: Nein! Es handelt sich um Dinge und selbst bei Gegenständen, die du täglich brauchst, die dir nützlich sind und die du liebst, würdest du zu Plan B (C oder D) übergehen. Du würdest die Sachen ersetzen. Oder wieder einmal mit der Cousine reden. Vielleicht hat auch sie noch alte Familienfotos.

Wenn du nun überlegst, ob du die Tasse, die dein Kind vor 15 Jahren in einem Fastfood-Restaurant bekommen hat, entsorgen sollst oder nicht – wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du diese Tasse irgendwann brauchst oder dass sie dir abgeht? Genauso ist es bei Apfelkernausstechern, Brezelschneidern oder Jacken, die du vor 10 Jahren das letzte Mal verwendet hast.

Ich habe mich übrigens von meinen Ausstechformen für Weihnachtskekse getrennt. Sollte ich jemals wieder das Bedürfnis haben, Kekse (aka Plätzchen) zu backen, dann werde ich meine liebe Nachbarin fragen, ob sie mir die Formen leiht.

2. Das hat viel Geld gekostet

Stimmt. Gewisse Dinge haben viel Geld gekostet. Aber ist die Angst, dass du dieses Geld jetzt verlieren könntest, berechtigt? Ich sage: Nein! Das Geld hast du zum Zeitpunkt des Kaufs ausgegeben. Ob ein Ding bei dir verstaubt oder du dich davon trennst, hat darauf keine Auswirkung. Aber, sagst du jetzt: Es hat sehr viel gekostet und nun will ich es verkaufen, damit ich zumindest ein wenig von dem Geld zurückbekomme. Ja, das ist verständlich. Aber: Auch deine Zeit ist etwas wert.

Frag dich daher:
Steht der zu erwartende Erlös in einer angemessenen Relation zu der Zeit, die du aufwenden musst, um das Ding zu verkaufen?
Kostet dich eine Sache weiterhin Geld, solange es in deinem Besitz ist? Oder bist du in Gefahr, in die Sunk Cost Fallacy zu fallen?

Manche Menschen mieten externe Lager oder bleiben in einem zu großen Haus, nur damit Dinge, die sie gar nie verwenden, weiter aufgehoben werden können. Sie besitzen Autos, obwohl ein Taxi oder Mietwagen unendlich viel billiger wäre. Mach eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung und schaue dir alle deine Besitztümer einmal neutral an.

3. Wegwerfen ist schädlich für die Umwelt

Stimmt. Wegwerfen ist der Umwelt nicht gerade dienlich. Aber die Umweltsünde wurde schon viel früher begangen. Nämlich bei der Produktion und beim Transport und bei der Lagerung im Geschäft. Du hilfst der Umwelt nicht, wenn ein Ding in deinem Besitz bleibt, du es aber nie verwendest. Da ist es besser, es wird recycelt. Du kannst nur dann Einfluss nehmen, wenn du Konsumgewohnheiten überdenkst und anfängst zu ändern.

Sei großzügig beim Verschenken. Wenn jemand anderer deine ungenutzten Dinge noch brauchen kann, umso besser.

4. Es ist schade, das wegzuwerfen

Stimmt. Gewisse Dinge sind noch gut und es ist schade, sie wegzuwerfen. Aber manchmal sind das Sachen, die niemand mehr will. Du hast dich vielleicht schon lange Zeit bemüht, diese Gegenstände zu verkaufen oder herzuschenken, aber es gelingt nicht. Etwas ewig aufzubewahren und über Jahre mitzuschleppen, bedeutet nur, dass du weiterhin damit belastet bist. Setz dir daher immer einen Termin und wenn das Ding bis dahin noch nicht verkauft oder verschenkt ist, dann darfst du dir auch zugestehen, es wegzuwerfen.

Jede/r macht auch mal (teure) Fehlkäufe. Es hilft nicht, wenn du dich jahrelang bestrafst, indem du das Ding in deinem Haushalt belässt. Mein Mann würde dazu sagen: Kiss it goodbye!

5. Person X. könnte beleidigt sein

Stimmt. Musst du jetzt Geschenke der Person X. in alle Ewigkeit behalten? Ich sage: Nein! Wenn du dieser Person etwas bedeutest, dann wird sie nicht wollen, dass du Sachen behältst, die dir nicht gefallen und dich nur belasten. Tausch einmal mental die Rollen. Möchtest du, dass jemand, den du gern hast, mit unerwünschten Geschenken belastet ist? Wahrscheinlich nicht. Genauso, wie jede/r mal Fehlkäufe macht, so gibt es auch Fehlgeschenke. Um dem vorzubeugen, ist es am besten offen zu kommunizieren, was gewünscht ist und was nicht. Und wenn jemand nichts will, dann schenke auch nichts!

Warum dich Ausmisten glücklich macht

Ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter gepaart mit ein paar hoffnungslosen Seufzern.
In sich zusammensinken.
Augenrollen oder den Blick demonstrativ abwenden.
Da habe ich jetzt keinen Nerv dazu.

Das ist eine kleine Auswahl von Reaktionen, die ich oft bekomme, wenn ich über das Thema Ausmisten oder Entrümpeln spreche. Die aufkommende Freude ist ähnlich hoch, wie die für eine bevorstehende Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Du weißt, es ist notwendig – aber sich darauf freuen? Yeah, ich hab endlich meinen Termin beim Zahnarzt! Nein, eher nicht!

Dabei kann das Ausmisten und Entrümpeln sehr viel Spaß machen und ein Lächeln auf dein Gesicht zaubern. Und nicht nur das Endergebnis, sondern auch schon der Prozess. Was macht nun so viel Freude, dass du am liebsten gar nicht mehr aufhören möchtest?

1. Es kommt Bewegung in deine Wohnung und in dein Leben

Was bisher regungslos und tot in irgendwelchen Schränken, Boxen, Regalen oder Kellerabteilen gelagert hat, wird an die Oberfläche gebracht. Winken, Ecken und vergessene Stauräume werden ausgeräumt und gereinigt. Es kommt Bewegung auf! Allein der frische Duft der Sauberkeit, der durch deine Wohnung weht, macht gute Laune.

Auch du selbst fühlst dich immer beweglicher und lebendiger.

2. Du wirst immer besser beim Entscheidungen treffen

Sich von Dingen zu trennen und diese zu entsorgen bedeutet, dass du dich entscheidest. Am Anfang geht das oft noch sehr zögerlich, aber je länger und je mehr du ausmistest, desto einfacher wird es dir fallen. Du stellst irgendwann verwundert und freudig fest: Ich kann mich entscheiden! Und es fällt mir gar nicht mehr schwer. Irgendwann bist du so sehr im Flow, dass du gar nicht mehr aufhören willst mit dem Ausmisten.

Diese verbesserte Entscheidungsfähigkeit kommt dir auch in anderen Lebensbereichen zugute.

3. Du spürst deine Selbstwirksamkeit

Vielleicht geht es dir auch manchmal so, dass du resigniert meinst: Da kann ich nichts machen und nichts bewirken. Das muss ich so hinnehmen. Ein deprimierendes Gefühl.

Beim Ausmisten deiner Sachen spürst du wie es ist, wenn du selbstwirksam bist. Denn genau das bist du, wenn du bestimmst und entscheidest, was bleibt und was geht. Und das macht unglaublich gute Stimmung und Freude.

4. Du machst andere Menschen glücklich

Wenn du ausgemusterte Dinge verschenkst oder günstig verkaufst, dann kommt die Freude der neuen Besitzerinnen zu dir zurück. Meine Blogger-Kollegin Luise Geier-Asfiaoui hat das wunderbar in ihrem Artikel „Eingefangene Glücksmomente“ beschrieben.

Auch ich erinnere mich noch gut an zwei von mir ausgemusterte Kristallvasen. Sie waren ein Geschenk meiner Tante gewesen, aber ich fand sie immer hässlich und unpraktisch. Die Blumen wollten nie in diese Vasen passen. Eine ältere Dame hat die Vasen mit großer Freude mitgenommen. Später hat sie mir sogar ein Foto geschickt. Die Vasen hatte sie auf ihrem Wohnzimmertisch auf weißen Häkeldeckchen platziert – und dort passten sie auch viel besser hin als in meine Wohnung.

Meine Nachbarin hat sich aus meiner „zu-verschenken-Box“ einen großen Glaskrug genommen. Den hat sie für einen riesigen Blumenstrauß verwendet, den sie zum Valentinstag bekommen hatte.

Die Tochter einer anderen Nachbarin hat sich das Buch „Herr der Diebe“ aus der Box genommen und sich sehr gefreut, ein komplett neues Buch geschenkt zu bekommen.

Über Kleinanzeigen habe ich ein Baby-Tragetuch günstig angeboten. Die Frau, die sich auf die Anzeige hin gemeldet hat, hat mir erzählt, dass ihr Tragetuch gestohlen wurde und sie exakt dieses Design gesucht hat.

Ich könnte hier noch ganz viele Beispiele und Gespräche anführen, die ich mit neuen Besitzerinnen geführt habe. Es ist nicht immer leicht, Dinge zu verschenken. Ich wurde auch manchmal versetzt oder es wurde versucht, einen ohnehin schon extrem günstigen Preis noch weiter herunterzuhandeln.

Aber eines ist immer besser: Dinge in den Kreislauf des Lebens zurückzugeben (und sei es in die Wertstoffsammelstelle), anstelle sie irgendwo zu horten, wo sie niemandem nutzen. Ja, wo sie sogar stören.

5. Du konsumierst weniger und rettest unseren Planeten

Systematisch und nachhaltig ausmisten geht immer Hand in Hand mit weniger und bewusster konsumieren. Das ist ein Geschenk, das du als Draufgabe erhältst. Es fällt dir nicht mehr schwer, nein zu sagen zu Schnäppchen, Sonderangeboten und Dingen, die dich angeblich glücklich, unabhängig, frei, dazugehörig, … machen sollen. Denn du weißt genau: Das ist alles nur eine Werbemasche! Ein Ding kann dir von Nutzen sein, aber glücklich machen? Nein, Dinge machen dich nicht glücklich.

Noch dazu verbrauchen sie viele Ressourcen und viel Energie.

Wenn du das erste Mal die marktschreierisch angepriesenen Sachen mit neuen und kritischen Augen siehst und lächelnd daran vorbeigehst, dann ist das ein absolut großartiges Gefühl! Du kaufst bewusst und weil du etwas wirklich brauchst und nicht, weil du überrumpelt worden bist.

Du spürst, dass du einen riesigen Schritt in Richtung Unabhängigkeit getan hast. Und das bereitet dir nicht nur große Freude, sondern gibt dir Zeit und Geld in die Hand, die du weitaus besser nutzen kannst, als für Dinge, die in kurzer Zeit in einer Ecke landen.

Du willst mehr Freiheit und weniger Ballast? Und ganz locker mit dem Ausmisten von Sachen beginnen, die du sowieso nicht mehr brauchst? Hier ist die geniale Liste zum Abhaken. Klick auf das Bild.

18 Shades of Grey: Miami Edition

Miami kommt immer wieder als Traumort vor. Sei es in Facebook-Beiträgen oder Instagram-Storys oder Webinaren von Geheimnisträgerinnen, die dir eben dieses Geheimnis – wie auch du es an diesen Traumort schaffen kannst – gegen kabbalistisch anmutende Preise verkaufen wollen.

Da immer mehr TouristInnen in den ohnehin zum Untergang geweihten Ort strömen, hat mich die bundesstaatliche Stelle Anti-Tourism Association (ATA) beauftragt, einen klärenden Artikel zu schreiben, in dem DIE Wahrheit über dieses Sumpfgebiet schonungslos dargelegt wird.

Solltest du einen Urlaub in Florida geplant oder sogar schon eine Reise gebucht haben: Storniere diese unbedingt und fahr nicht hin!

#01: Miami International Airport – Proud Member of the Anti-Tourism Association. 💩💩💩

Unser Flug AA1338 – Liberia/Costa Rica – nach Miama/USA landet überpünktlich in MIA International Airport. Natürlich ist kein Gate vorhanden und so kurven wir sinnlos und im Schneckentempo auf der Landebahn herum. Es dauert so lange, dass mein Mann meint, wir müssten in der Zwischenzeit schon in Tampa sein.

Bei der Immigration angekommen, sehe ich bereits die endlos lange Menschenschlange. 91 geschlagene Minuten warte ich, dass ich zu einem der spärlich besetzten Immigrationsschalter komme, um dort sinnlose Fragen zu beantworten. Z.B. wann ich wieder nach Wien zurückfliege und ob ich ein Rückflugticket habe. Ein ESTA-Visum hatte ich selbstverständlich beantragt und bezahlt; das kümmert die Immigrationsbehörden aber gar nicht.

Gleich bei der Ankunft bekommen die in Miami gelandeten Passagiere die Covid-Spezial-Prozedur:

  • Eine unübersehbare Menschenmenge (es hatten nicht einmal alle Platz in der Hölle, ähm Halle)
  • wartet eng auf eng
  • in einem Innenraum
  • ohne FFP2-Maskenpflicht (selbst das TSA-Personal ist nicht mit FFP2-Masken ausgestattet!)

Eigentlich könnte mein Artikel hier schon zu Ende sein. Ich weiß nicht, warum mich die Anti-Tourism Association (ATA) überhaupt eingeladen hat. Der Miami Airport leistet in Zusammenarbeit mit der TSA bereits grandiose Abwehr-Arbeit. Man fühlt sich sofort bei der Ankunft maximal unwillkommen.

In Wien muss man für dieses Gefühl zumindest das Flughafengebäude verlassen.

Das 4-Sterne-Hotel in Coconut Grove ist unspektakulär, ganz und gar nicht glamourös, dafür aber teuer. Eines der Gebäude, das man sofort wieder vergisst, nachdem man einen müden Blick darauf geworfen hat. Wahrscheinlich grau. Gelangweiltes Personal, Aircondition-Kälte, endlose Gänge und in irgendeiner Ecke eine lärmende Vending Machine. Ebenso unspektakulär ist das uns zugewiesene Hotelzimmer. Mit Bügelbrett und Bügeleisen! Wer bitteschön, bügelt heutzutage noch?

Man(n) verfällt sofort in einen lähmenden Dornröschenschlaf mit diffusen Traumsequenzen. Zuvor schaltet man aber jedenfalls den Fernseher ein! Damals (als alles noch besser war!) konnte man sofort Detective Lennie Briscoe vom 27th Precinct des NYPD auf Mörderjagd sehen. Diese gloriosen Zeiten, wo auf sämtlichen Kanälen Law & Order lief, sind leider vorbei.

#02: Det. Lennie Briscoe: Just like the Bates Hotel. They check in, but they never check out.

In einem unbeobachteten Augenblick (siehe Bild #02) nehme ich die Fernbedienung und schalte von MSNBC zu FOX NEWS um. Mein Mann hasst diesen TV-Sender mit Inbrunst und er wacht daher sofort auf und fängt augenblicklich an, zu nörgeln. Ich bestehe jedoch weiterhin auf FOX NEWS, schließlich habe ich hier eine Mission zu erfüllen.

#03: Fox News – The Pillow King: Mike Lindell – From Crack Addict to CEO 

Nach einigen Werbespots, die fast ausschließlich Fast Food in Kombination mit Verdauungsmitteln anpreisen, einigen wir uns darauf, schlafen zu gehen. The Pillow Guy ist ja geradezu ein Wink mit dem Zaunpfahl. Morgen werden wir durch die Stadt schlendern und sehen, welche Gräulichkeiten es an diesem sogenannten Traumort gibt.

Eines ist jedenfalls klar: This low-lying region is set to be swallowed by the sea. Mit diesem beruhigenden Gedanken schlafe ich friedlich ein.

#04: Partnerlook im Bad

Vor dem Frühstück ist die Welt noch in Ordnung und mein Mann und ich in sind im Partnerlook in luftige hellblaue T-Shirts gekleidet.

Ich weiß: In Miami herrscht tropisch-feuchtes Monsunklima. Dass angeblich in den Winter- und Frühjahrsmonaten (es ist Anfang März) mildere Temperaturen herrschen sollen, glaube ich selbstverständlich nicht. Auch weiß ich, dass man trotz Minusgraden im klimatisierten Hotel draußen mit einem Schwall heiß-feuchter Luft rechnen muss.

Mein Mann weiß das selbstverständlich auch alles, aber Wetter wird von ihm generell ignoriert, wenn es um die Auswahl der richtigen Kleidungsstücke geht. Mit warmem Strickpullover, dafür ohne Badesachen am heißen Sandstrand? Ja, warum eigentlich nicht.

Nach der Fotosession im Bad zieht mein Mann ein dickes schwarzes T-Shirt an und noch dickere Jeans. Man(n) will ja für alle Wetterlagen (nicht) gerüstet sein.

#05: Frühstück? Alles in Plastik!

Schon beim Frühstück so viel Müll zu produzieren, macht mich nicht happy. Der einzige Lichtblick ist ein Durchlauf-Toaster, den ich in Hotels immer sehr schätze, weil ich gerne damit experimentiere. Sei es mit der Temperatureinstellung oder mit den Lebensmitteln, die ich (außer Toastscheiben) noch durch den Toaster jagen kann.

Solange keine Flammen aus dem Gerät schlagen, ist alles gut. Dennoch beäugt mich mein Mann kritisch. Schon aus prinzipiellen Gründen lasse ich die Toastscheibe zwei Runden drehen und natürlich ist sie prompt verbrannt und ungenießbar. Zumindest wurde kein Feueralarm ausgelöst.

#06: Auch die Äpfel sind in Plastik eingeschweißt!

Das Frühstück hat uns müde gemacht und mein Mann meckert die ganze Zeit, dass er nicht nach draußen gehen will. Aber es hilft nichts, er muss mitkommen, denn ich will nicht alleine durch die endzeitliche Stadt gehen.

#07: Überall wo ich bin, ist auch eine Baustelle!

Auf den Eintritt bestimmter Ereignisse kann ich mich jederzeit verlassen. Eines davon ist, dass immer dort, wo ich bin, auch gleichzeitig eine Baustelle ist. Es handelt sich um eine Art abgewandeltes Gravitationsgesetz, wobei ich auf Baustellen (vorwiegend lärmige) aufgrund ihrer Scheußlichkeit anziehende Kräfte ausübe. Warum, konnte von diversen Wissenschaftsteams noch nicht abschließend geklärt werden. Auch warum hier angesichts des nahen Untergangs noch neue Häuser gebaut werden, entzieht sich jeglicher rationaler Erklärung.

#08: Feindbild: Ein hässlicher Lagerhallen-Klotz

Self Storage Gebäude sind ein sicheres Anzeichen, dass es in der Stadt einen großen Bedarf an Aufräumcoaches gibt. Kurz überlege ich, ob ich am amerikanischen Markt meine exklusiven Programme anbieten soll, aber ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich meine mir vom Kosmos zugedachte Lebensaufgabe ist.

Während ich noch meine Visionen checke, fängt mein Mann schon an, sich zu beschweren. Er ist mit Jeans und schwarzem T-Shirt natürlich völlig falsch für Miami gekleidet. Außerdem sind seine Haare für dieses Klima zu lang und zu dicht. Es ist, wie erwartet, feucht-heiß und schon nach kurzer Zeit ist er in Schweiß gebadet und meckert die ganze Zeit von wegen zurück ins Hotel gehen.

#09: Die zerfallende Stadt

Allen Protesten zum Trotz schreite ich jedoch zügig voran (und mein Mann hinterher), um die Stadt zu erkunden und Material für den Artikel zu sammeln. Wie nicht anders erwartet, ist Auflösung und Zerfall überall schon weit fortgeschritten.

#10: Achtlos weggeworfene T-Shirts

Die Self Storage Lager scheinen überfüllt zu sein und auch eine Abfallentsorgung, geschweige denn eine Abfallvermeidung, dürfte es in der Stadt nicht geben.

#11: Toxische Flüssigkeit auf dem Gehsteig

Auch Straßenreinigung ist hier unbekannt. Nur mühsam und über Umwege kommen wir vorwärts. Aber es hilft nichts, auf unserem Tagesplan steht Shopping. Normalerweise hasst mein Mann es, einkaufen zu gehen und ich hasse es, mit ihm einzukaufen, aber die Aussicht auf einen klimatisierten Laden gibt uns die Energie weiterzugehen.

#12: Heaven: Besuch im Supermarkt!

Wir haben es geschafft und nach mehrmaligem Nachfragen einen Supermarkt gefunden, in dem es auch mein Lieblingsgebäck, „Thomas English Muffins“ gibt. Ein wahrer Lichtblick! Sechs Packungen landen im Einkaufswagerl, das uns warnt, es nicht nach draußen mitzunehmen. Warnungen begleiten uns übrigens auf Schritt und Tritt. Und wo es keine Warnungen gibt, ruft mein Mann mir nach: Watch out!

#13: HeimwerkerInnen-Paradies und meine Muffins im Sackerl (aka Tüte)

Unser nächstes Ziel ist ein Baumarkt. In Museen, Parks oder an den Strand gehen, kann jede/r. Das ist Tourismus für AnfängerInnen, mit dem wir uns natürlich nicht zufriedengeben. Laut Statistik gehören wir zu den elitären 0,000137% der TouristInnen, die in Miami einen Baumarkt besuchen. Mein Mann will Shims kaufen, die es angeblich in Wien nicht gibt. Seiner Auffassung nach sind Shims auch in Wien (sprich, in der deutschen Übersetzung) Shims. Eine Erklärung, die mich natürlich irritiert, genau wie der in Orange gekleidete Baumarktangestellte.

Der Mann wirkt auf mich wie ein Verschnitt aus Michelin-Männchen, Serienkiller und in Altersteilzeit befindlicher Mitarbeiter der Wiener Müllabfuhr, mit einem leichten Hauch von Hare Krishna im Abgang. Er und auch der Laden schauen ansonsten exakt so aus, wie die von mir glühend gehassten Wiener Baumärkte.

#14: Kettensägenabteilung – man weiß nie, wann man eine brauchen wird!

Während mein Mann noch mit dem Auffinden der Shims beschäftigt ist, mache ich eine kurze Weiterbildung in der Abteilung für Kettensägen. Ich stelle erstaunt fest, dass so eine Kettensäge ein recht erschwingliches Werkzeug ist und es auch durchaus handliche Teile für zarte Frauenhände gibt.

#15: Überall Verdauungs-Medikamente!

Da die Essensportionen in Miami (und grundsätzlich in den USA) unmenschlich groß sind, gibt es überall – sogar im Baumarkt – Verdauungsmedikamente. Ein Leben ohne Gas-Relief ist nicht möglich! Denn was in den USA eine Portion ist, wäre bei uns die Ration für eine 4-köpfige Familie.

#16: Geschlossen

Die wichtigsten Sachen haben wir bekommen, Muffins, Shims und Gas-Relief, aber nun wollen wir uns dem gemeinen Shopping (wie die anderen 99,999 % der TouristInnen) zuwenden. Auch die 20 Paar Guccibrillen wollen schließlich gekauft werden. Leider stehen wir überall vor verschlossenen Türen. Dem Coming Back Soon glaube ich nicht. Offenbar hat die Absiedlung schon begonnen.

#17: Auch geschlossen

Da wir genug von Miami gesehen haben, fahren wir zum Airport. Im Taxi schaue ich mich nochmals um und betrachte die apokalyptisch anmutenden Straßen, denn wahrscheinlich werde ich diesen schauerlichen Ort nicht mehr betreten.

#18: Der trostlose Miami Airport: „Nothing to be seen anywhere!“ Wer kann, flieht!

Am Airport angekommen, begeben wir uns – nachdem wir die Ausreisekontrollen glücklicherweise hinter uns gebracht haben – zu unserem Abflugsgate. Es ist immer ein besonderer Augenblick für mich, wenn ich die ganzen europäischen Fluglinien angeschrieben sehe. Ich fliege zurück in die Heimat. Diesmal mit Swiss Air über Zürich nach Wien. Bye, bye, Miami! Auf Nimmerwiedersehen!

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