Gibt es einen Ausmisten Test, mit dem ich feststellen kann, wie weit ich beim Ausmisten und Minimalisieren schon gekommen bin, werde ich manchmal gefragt.
Es gibt ihn. Ich nenne ihn die Beethoven-Skala.
Ludwig van Beethoven war das, was man wohl zu Recht einen Albtraum-Mieter nennen kann. Sowohl für die Vermieter als auch für seine Nachbarn.
Er war laut und spielte bis tief in die Nacht hinein Klavier. Er hingegen wollte absolute Ruhe.
Mit zunehmender Taubheit änderte er seine Vorgangsweise. Er spielte nicht mehr, sondern hämmerte auf das Klavier ein und lauschte den Vibrationen. Sowohl das Instrument (beinlos) als auch er lagen am Boden.
Beim Komponieren goss er sich regelmäßig Wasser über den Kopf – und ließ es dann einfach durch die Decke in die Wohnung darunter tropfen.
Er war (aus seiner Sicht notgedrungen) ein Trinker. Das Wasser war damals in Wien nicht das beste und Wein erschien als die gesündere Variante.
Er ließ bauliche Änderungen vornehmen, wie z.B. Fenster ausbrechen ohne den Vermieter zu fragen, nur weil er eine bessere Aussicht wollte oder ihm die Wohnung zu dunkel war.
So kam es dazu, dass der Komponist mehr als 60 Mal übersiedelte.
Nun weiß ich zwar nicht, wie viele Habseligkeiten (außer den beinlosen Klavierieren), Beethoven hatte und wer ihm bei seinen vielen Übersiedlungen half. Aber: Wenn ich dir heute mitteile, dass du spätestens nächste Woche übersiedelt sein musst: Wie fühlt sich das an? Auf einer frei flottierenden Skala von 1 bis 10?
1a – Gar kein Problem; die Übersiedlung schaffe ich locker an einem Nachmittag, denn alle meine Sachen passen in den Kofferraum eines Autos. 1b – Gar kein Problem; ich beauftrage eine Übersiedlungs-Firma, die alles für mich an einem Tag erledigt. 1c – Gar kein Problem; ich nehme meinen Laptop, Handy und die wichtigsten Dokumente und Wertsachen, verlasse das Haus und beginne ein neues Leben. Sollen sich doch die künftigen Bewohner mit dem Zeug herumschlagen. … … … 10z – Geht gar nicht. Ich weigere mich, mein Haus zu verlassen und klebe mich am Sofa fest. Die Polizei muss kommen und mich raustragen. Es erfolgt eine Zwangsräumung und ich werde in die Psychiatrie eingewiesen.
Die meisten von uns sind wohl irgendwo mitten drin in dieser Beethoven-Skala. Ich nenne sie jetzt einfach mal so, denn der berühmte Komponist kann ja schwerlich Einspruch erheben. Immerhin starb er bereits 1827 im Alter von 56 Jahren.
Sein Tod ist in der Sterbematrik der Alserkirche folgendermaßen vermerkt: „Ludwig van Beethoven, lediger Tonsetzer, zu Bonn im Reich geb., 57 Jahre alt, gest. an Wassersucht, begraben am 29. März auf dem Gottesacker des Dorfes Währing.“
Wie weit du mit dem Ausmisten bist und damit, nur die Dinge im Haushalt zu haben, die wirklich essenziell für dich sind, zeigt dir dein persönlicher Blick auf die Beethoven-Skala.
Deine Antwort findest du, wenn du dich fragst, welche Emotionen eine potenzielle Übersiedlung bei dir hervorrufen. Nicht die Emotionen, die eine neue Umgebung mit sich bringt, sondern die Gefühle, die in dir aufsteigen, wenn du an alle deine Sachen denkst, die du nun bereit für den Wohnungswechsel machen sollst. Umzugsmaterial besorgen, alle Sachen ausräumen, zerbrechliche Gegenstände sicher einpacken, alles in Kartons schlichten, Kartons beschriften … in der neuen Wohnung wieder alles auspacken und einsortieren …
Die (wohl) gute Nachricht: Du musst nicht innerhalb einer Woche übersiedelt sein, aber du kannst JETZT beginnen, dich von den Sachen zu trennen, die dich belasten – und die du im Falle eines Wohnungswechsels nicht übersiedeln würdest. Der Ausmisten Test signalisiert dir deutlich, welche Sachen wirklich wichtig sind – und welche nicht.
Du willst einen oder mehrere Punkte auf der Ausmisten Test Skala hochsteigen?
Ich habe dir eine Liste mit 121 Dingen, die du sofort ausmisten kannst zusammengestellt. Mach den Ausmisten-Test – und erkenne, wie viele Sachen bei dir lagern, die du flott und easy weggeben kannst.
In meinem Artikel Horror Vacui habe ich über die Angst vor der äußeren Leere geschrieben – das Bedürfnis, jede freie Fläche in der Wohnung zu füllen, jede Wand zu dekorieren, jeden Winkel auszunutzen.
Doch dieser Horror Vacui, die Angst vor der Leere, zeigt sich nicht nur in unseren Räumen, d.h. im Außen, sondern auch im Innen, in uns selbst.
1. Ist Dauerbeschallung die neue Normalität?
Wann warst du zuletzt wirklich still – ohne Musik, Podcast, Handy, Fernseher oder andere Ablenkungen? Viele Menschen erleben Stille heute nur noch als etwas Ungewohntes, beinahe Beunruhigendes. Sobald es um uns ruhig wird, greifen wir instinktiv zu einem Gerät oder starten eine Aktivität.
Unser Alltag ist durchgetaktet, digitalisiert, gefüllt mit Informationen, Ablenkungen und Verpflichtungen. Wir wollen uns lebendig fühlen – sind aber oft überfordert und gestresst.
Stille? Bedeutet für viele: Leere. Und Leere ist unbequem; sogar furchterregend.
2. Was in der Stille aufsteigt – und warum wir davor fliehen
Wenn es plötzlich still wird, meldet sich unser Inneres. Gedanken, die wir lange unterdrückt haben. Gefühle, die wir nicht fühlen wollen. Ungelebte Wünsche, Fragen ohne Antwort, alte Verletzungen.
In der Stille hörst du dich selbst.
Kein Wunder, dass wir versuchen, sie zu vermeiden. Denn sie konfrontiert uns mit dem, was wir sonst geschickt übertönen.
3. Stille als Herausforderung: Ist das schon eine Sucht?
Viele von uns sind regelrecht „abhängig“ von Reizen – von Geräuschen, Bildern, Gedanken, Aufgaben. Wir wurden abhängig gemacht, um eines zu tun: Zu konsumieren. Dabei entfernen wir uns immer weiter von uns selbst.
In Wahrheit fürchten wir nicht die Stille – wir fürchten das, was sie uns zeigt.
Still sitzen und nichts tun, kommt der Frühling – und das Gras wächst von allein.
aus dem Zen-Buddhismus
4. Stille aushalten lernen: Erste Schritte ins Jetzt
Stille kannst du lernen. Wie ein neues Muskeltraining. Und sie beginnt im Kleinen:
Minuten der Stille: Lass morgens oder abends ein paar Minuten bewusst alles aus. Kein Handy, kein Geräusch.
Ortswechsel: Geh bewusst in einen anderen Raum, in den Garten, auf die Terrasse.
Sei im Jetzt: Wenn dich Gedanken bzw. Sorgen überfluten, sag dir: Ich gehe. Ich atme. Ich sehe einen Baum. Ich spüre den Boden. Diese Sätze holen dich aus dem Kopf zurück ins Hier und Jetzt.
Nichts tun, ohne schlechtes Gewissen: Erlaube dir regelmäßig, einfach zu sein. Ohne Output. Ohne Ziel.
5. Der Weg zurück zu dir – Stille als Kraftquelle
In der Stille findest du Klarheit, Kreativität und Selbstliebe. Nach und nach entdeckst du, was du wirklich brauchst – ohne dass dir jemand ständig etwas einflüstert. Die Leere ist nicht leer. Sie ist Raum. Raum für dich.
Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln: durch Nachdenken – das ist der edelste; durch Nachahmen – das ist der leichteste; und durch Erfahrung – das ist der bitterste.
Konfuzius
6. Wenn Dinge Lärm machen – die Unruhe im Außen
Doch nicht nur Gedanken machen Lärm. Auch die Dinge um uns herum „sprechen“. Und zwar ziemlich laut, selbst wenn sich die Kommunikation im Unbewussten abspielt.
Das ungenutzte Laufband in der Ecke flüstert: „Du wolltest doch fitter werden …“
Das Kleid, das zu eng sitzt, klagt: „Noch immer passe ich dir nicht. Wolltest du nicht endlich abnehmen?“
Die ungelesenen Bücher maulen: „Warum hast du uns überhaupt gekauft? Siehst du nicht, wie wir verstauben?“
Die lange nicht mehr benutzte Bratpfanne meldet sich säuerlich: „Früher hast du mit mir gekocht – jetzt bin ich am Abstellgleis.“
Selbst die schon ausgemusterten Sachen melden sich aus der Schachtel: „Wann bringst du uns endlich ins Sozialkaufhaus?“
Diese „sprechenden Dinge“ verursachen mentalen Lärm – sie erzeugen Schuldgefühle, Selbstzweifel und weisen immer wieder darauf hin, was du tun solltest oder schon längst hättest tun sollen.
Deshalb ist ein überfülltes Zuhause oft nicht gemütlich, sondern mental belastend und laut.
Meine Empfehlung: Räume damit auf! Mach aus deinem Zuhause ein Refugium, in dem du dich erholen und entspannen kannst, ohne dass dein Blick ständig auf Unerledigtes blickt.
7. Dein individueller Einstieg
Hole dir das gratis Workbook und finde heraus, welcher Typ du bist und wo du am besten und einfachsten ansetzt, um dir deinen Traumhaushalt zu schaffen. Es gibt keine „one-size-fits-all“-Herangehensweise.
Daher habe ich in dem kompakten Workbook die unterschiedlichen Herangehensweisen beschrieben und wann du welche Methode am besten anwendest. Bei jeder Variante kannst du dir Notizen dazu machen.
So gelingt der erste Schritt sehr viel leichter und wenn der erst einmal getan ist, hält dich nichts mehr auf am Weg zu mehr Ordnung, Klarheit und Freiheit.
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Wer schreibt hier?
Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
Entrümpeln ist mehr als nur Aufräumen. Es ist ein Prozess, der dich befreit, dir Klarheit schenkt und Raum schafft – für das, was für dich persönlich wirklich zählt. In diesem Prozess wirst du auch dein bisheriges Konsumverhalten überprüfen und gegebenenfalls ändern.
Wichtig: Beim Ausmustern und Entrümpeln geht es nicht nur ums Weggeben, sondern auch darum, die Dinge in guter Qualität zu besitzen, die wichtig und essenziell für dich und deine Familie sind. Wer entrümpelt, hat den Überblick.
In diesem Artikel zeige ich dir acht wichtige Erkenntnisse, die dich motivieren werden, selbst aktiv zu werden und zu lernen, wie wichtig Entrümpeln und Ausmustern ist.
1. Du befreist dich von Schuldgefühlen und innerem Chaos
Kennst du das? Ein Stapel ungelesener Bücher, ungetragene Kleidung, ein Wirrwarr an Papierstapeln, halb fertige Bastelarbeiten oder verstaubte Sportgeräte? Sie sind wie eine stille Last auf deine Schultern. Vielleicht fragst du dich (wenn du z.B. deinen Kleiderschrank öffnest oder wenn du in den Keller gehst):
Warum habe ich das gekauft? Warum schaffe ich das nicht (z.B. abzunehmen, Sport zu treiben, meinen Hobbys nachgehen, usw.)?
Befreie dich von Dingen, die nichts für dich tun – die dir vielleicht sogar negative Gefühle bescheren.
Diese kleinen Stiche belasten – selbst wenn sie nur kurz aufblitzen. Sie erzeugen Druck und rauben Energie. Im Feng-Shui steht Unordnung für stagnierende Energie. Ob du daran glaubst oder nicht: Unordnung macht dich müde, blockiert und hält dich zurück.
Mein Tipp:
Wenn du in einer negativen Stimmung bist, mustere eine kleine Schublade aus. Das löst natürlich nicht alle deine Probleme, aber du spürst Selbstwirksamkeit, du bist aktiv, du hast etwas geschafft – und das trägt weit mehr zu einer positiven Einstellung bei, als sich z.B. stundenlang mit Social Media zuzudröhnen.
Und wer weiß, vielleicht ist diese eine kleine Schublade DER Gamechanger für dich. Der kleine Schneeball, der einen riesigen Effekt auslöst.
2. Du gewinnst wertvolle Erkenntnisse
Du schmeißt nichts Wertvolles weg – du gibst dir selbst Raum zurück. Die eigentliche Verschwendung passiert, wenn Dinge ungenutzt in Schubladen, Schränken oder Kisten verschwinden. Wenn du sie spendest oder verkaufst, selbst wenn du sie recycelst, gibst du ihnen ein zweites Leben.
Gib Dingen eine zweite Chance.
Und noch wichtiger: Du kannst daraus lernen und zukünftig bewusstere Entscheidungen beim Einkaufen treffen. Denn genau das ist es, was wirklich zählt.
3. Dein Zuhause fühlt sich leicht und lebendig an
Vielleicht glaubst du: Ein Zuhause ist erst dann gemütlich, wenn es voller Dinge ist und jede Fläche voll gestellt ist. Doch wahre Wärme entsteht nicht durch Deko-Überfluss. Es sind ausgewählte und besondere, persönliche Dinge, die deinem Zuhause Charakter geben. Es ist der Raum, den du zum Leben nutzt – nicht die Kisten und Stapel und Dekorationen, die ihn zustellen.
Gemütlich und nicht verstopft und vollgefüllt.
4. Deine Hausarbeit wird viel einfacher
Ein leerer Boden? Schnell gesaugt. Ein freies Waschbecken? Ruckzuck geputzt. Nicht zugestellte Oberflächen? Einfach entstaubt. Ausgemusterte Ordner? Dokument schnell gefunden.
Du brauchst für die Hausarbeit weniger Zeit und Mühe.
Wenn du weniger besitzt, brauchst du weniger Zeit für Ordnung und Sauberkeit.
Selbst wenn du einmal Unordnung hast, weil du beispielsweise für ein Projekt viele Gegenstände brauchst, ist schnell wieder aufgeräumt, weil jedes Ding seinen fixen Platz hat.
Weil du weißt, wo sich deine Sachen befinden, kannst du sie viel schneller finden und ersparst dir langwierige Suchen in unübersichtlichen Stapeln oder überfüllten Schubladen. Und du ersparst dir bares Geld, das du vielleicht ausgibst, weil du gar nicht mehr weißt, was du alles hast.
5. Du gewinnst Fokus, Ruhe und mehr Produktivität
Weniger Kram heißt weniger Ablenkung – sowohl visuell als auch mental. Wenn deine Umgebung klar ist, wird auch dein Kopf freier. Du kannst dich besser konzentrieren, denkst strukturierter und findest heraus, was dir wirklich wichtig ist. Ordnung im Außen schafft Ruhe im Inneren.
Du hast mehr Zeit für dich und was dir Freude bereitet.
6. Du erkennst dich und entdeckst deine Muster
Entrümpeln hält dir einen Spiegel vor. Du erkennst dein Konsumverhalten und lernst, bewusster zu entscheiden und zu konsumieren. Konsumfallen und Werbetricks fallen dir künftig ganz klar und eindeutig auf.
Du erkennst dich und deine Muster und kannst daher bessere Entscheidungen treffen.
Du entdeckst, dass Dinge dazu da sind, dich in deinem Leben zu unterstützen, aber dass du Glück oder gute Gefühle nicht über Dinge kaufen kannst. Glück und gute Gefühle findest du langfristig in Aktivitäten und Beziehungen zu anderen Menschen.
7. Du schaffst Raum für das, was wirklich zählt
Ein aufgeräumter Schreibtisch motiviert zum Arbeiten und inspiriert dich, Neues zu kreieren. Ein freier Esstisch wird wieder zum Treffpunkt; das Wohnzimmer zum Ort für gemeinsame Zeit; die Küche ein Ort, wo du gerne deine Mahlzeiten zubereitest.
Du bist nicht ständig durch Unordnung abgelenkt.
Dein Haus oder deine Wohnung wird offen für Besuche. Entrümpeln gibt dir nicht nur Räume, sondern auch Möglichkeiten zurück, von denen du vielleicht gar nicht wusstest, wie sehr du sie vermisst hast.
Du selbst kommst wieder gerne nach Hause, weil du weißt, dass dich kein Chaos erwartet.
8. Du startest in dein neues Leben
Wenn du die Freiheit und Klarheit eines aufgeräumten Zuhauses erlebt hast, willst du mehr: den Kalender ausmisten, die Finanzen ordnen, Beziehungen und Verpflichtungen überdenken, Traditionen überdenken. Vieles, das bisher gar nicht möglich erschien, wird durch deine neue Flexibilität und Klarheit plötzlich denk- und machbar.
Du bewertest dein Leben und dein Umfeld neu.
Du fängst an, neu zu bewerten, was dir wirklich wichtig ist – und lernst dich selbst auf eine neue Weise kennen.
Fazit
Betrachte Entrümpeln nicht als lästige Pflicht, sondern als ein Geschenk an dich selbst. Du schaffst nicht nur Platz in deinen vier Wänden, sondern auch in deinem Kopf und Herzen. Fang klein an. Aber fang an. Und spüre und sehe, was passiert.
Bildnachweis: Canva
Wenn du auf dem Weg zu mehr Raum und Klarheit Unterstützung möchtest – dann lass uns reden. Hier geht’s zur Terminbuchung. Ich freue mich auf unser Gespräch.
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Wer schreibt hier?
Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
Willst du gleich loszulegen? Hol dir die geniale Checkliste „121-Dinge-sofort-ausmisten„. In diesem PDF ist alles (nach Wohnräumen bzw. Kategorien) aufgelistet, das du ohne Wenn und Aber hinauskatapultieren kannst. Von Elektroschrott bis zu alten Gebrauchsanweisungen und kratzigen Pullovern ist alles dabei. Zum Abhaken!
Zusätzlich bekommst du eine kleine Anleitung, wie du am besten und effizientesten mit dem Ausmustern beginnst.
Weniger zu besitzen klingt gut – in der Theorie. In der Praxis denkst du dir: Warum fällt mir Ausmisten so schwer?
Mehr Platz. Weniger Stress. Mehr Zeit. Ein einfacheres Leben.
Und trotzdem: Du fängst nicht an. Oder hörst nach fünf Minuten wieder auf. Wenn du dich fragst, warum dir Ausmisten so schwer fällt, bist du nicht allein – und es hat einen Grund.
Nicht, weil du zu faul bist. Sondern weil ein paar ziemlich hartnäckige mentale Blockaden im Weg stehen.
Die gute Nachricht: Wenn du erkennst, welche das sind, kannst du sie ziemlich zuverlässig aushebeln.
1. Du fühlst dich zu überfordert, um mit dem Ausmisten anzufangen
Einer der Hauptgründe, warum du erst gar nicht mit dem Ausmisten anfängst, ist oft die schiere Menge an Sachen. Du entrümpelst nicht, weil du nicht weißt, wo und wie du anfangen sollst. Ein unaufgeräumtes Zuhause kann überwältigend sein – jede Schublade, jedes Regal und jeder Schrank ist prall gefüllt mit Sachen. Dann ist da noch der Keller und/oder der Dachboden oder ein externes Lager.
Genau so fühlt sich Ausmisten oft an: zu chaotisch, zu viel, zu unübersichtlich, zu anstrengend – also fängst du gar nicht erst an.
Zu viel!
Wie du es überwindest: Konzentriere dich nicht auf alles gleichzeitig. Auch deine Sachen sind nicht alle an einem einzigen Tag in deinen Haushalt gelangt.
Starte klein – eine Schublade, ein Regal oder den Teil eines Schranks. Erziele schnelle Erfolge, indem du mit etwas Einfachem beginnst, z. B. abgelaufenen Lebensmitteln oder alten Zeitschriften.
Fortschritte motivieren und sobald du erste Ergebnisse siehst, entsteht ein Schwung, der dich weitermachen lässt. Schon nach kurzer Zeit wirst du merken, wie deine Ausmist-Muskeln wachsen und es viel leichter wird, dich von etwas zu trennen.
Du willst einen einfachen Einstieg?
Ich habe dir eine Liste mit 121 Dingen, die du sofort ausmisten kannst zusammengestellt.
Die Frage: Warum fällt mir Ausmisten so schwer? Sie wird eine Frage sein, die sich schon bald nicht mehr stellt.
2. Keine Zeit zum Ausmisten? So klappt es trotzdem im Alltag
Arbeit, Familie, unzählige Verpflichtungen – und nun sollst du auch noch das Ausmisten auf deiner ohnehin schon überfüllten To-do-Liste unterbringen? Es scheint nie genug Zeit zu geben.
Du denkst: Fürs Ausmisten brauche ich einen ganzen freien Tag – und genau der fehlt. Also verschiebst das Entrümpeln auf später. Wieder mal.
Keine Zeit!
Wie du es überwindest: Entrümpeln muss kein Ganztages-Projekt sein. So funktioniert Ausmisten trotz wenig Zeit:
Stelle einen Timer und widme dich z.B. für 20 Minuten deiner Krimskrams-Schublade oder den Socken.
Mustere ein kleines Regal aus, während das Essen kocht.
Lösche E-Mails, während du auf einen Termin wartest.
Trenne dich sofort von Kleidung, anstelle ungeliebte Sachen wieder in den Schrank zurückzuhängen.
Verschenke ein Buch, nachdem du es gelesen hast oder wenn es dir nicht gefällt.
Gib ein Geschenk, das du nicht willst, gleich weiter, anstelle es zuerst ewig irgendwo aufzubewahren.
Ein Kleidungsstück kratzt oder zwickt: Leg es nicht in den Schrank zurück, sondern gib es gleich weg.
Warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt. Lege stattdessen deinen Fokus darauf, kontinuierlich Fortschritte zu machen.
3. Entscheidungsangst beim Ausmisten: Was tun, wenn du zögerst?
Was, wenn du den Gegenstand später brauchst? Was, wenn du bereust, etwas weggegeben zu haben? Diese Angst vor einer falschen Entscheidung führt dazu, dass du zögerst und gefühlt ewig zum Ausmisten brauchst, weil du dir jede Entscheidung mühsam abringen musst. So geht nach und nach die Motivation verloren. Das ist einer der Hauptgründe, warum Ausmisten so schwerfällt.
Angst, eine Entscheidung zu treffen.
Wie du es überwindest: Statt: Was, wenn ich das eines Tages brauche? Frage dich: Nutze ich das tatsächlich jetzt? Ist es gut für mich jetzt? Behalte ich das Ding aus Angst?
Sei ehrlich zu dir selbst: Wenn du einen Gegenstand jahrelang nicht verwendet hast, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass du ihn wirklich brauchst. Genau hier bleibt man beim Ausmisten oft stecken. Falls du dir komplett unsicher bist, mach eine Vielleicht-Kiste und versieh diese Dinge mit einem Ablaufdatum.
Wenn du das Ding innerhalb dieser Frist nicht verwendest, kannst du es weggebebn – ohne Zweifel.
Eine weitere gute Möglichkeit ist, diese Sachen sofort zu testen; z.B. ein Kleidungsstück anzuziehen oder den ewig nicht verwendeten Gegenstand zu verwenden.
Wenn das Ding repariert werden muss, dann mach dir sofort einen Termin aus.
Diese Sofort-Aktionen zeigen dir, wie wichtig dir diese Dinge wirklich sind.
4. Du hängst an emotionalen Dingen
Geschenke von geliebten Menschen, geerbte Dinge, Erinnerungsstücke aus der Kindheit oder von Urlauben – genau bei diesen Dingen fällt es am schwersten, sich beim Ausmisten zu trennen.
Sie loszulassen kann sich anfühlen, als würde man die Menschen oder Momente aufgeben, die sie repräsentieren.
Behalte die besten Dinge – und nicht alles!
Wie du es überwindest: Bewahre die besten Erinnerungsstücke auf, nicht alle. Gib diesen Erinnerungsstücken einen guten Platz. Eine Kiste im Keller zählt nicht dazu.
Du hebst etwas für die Kinder oder Enkelkinder auf? Mach den Reality-Check: Frage sie, ob sie diese Sachen wirklich wollen und wann sie diese abholen werden. Oft ist es nämlich so, dass die Kinder gar kein Interesse daran haben.
In den letzten Tagen hatte ich wieder einmal ein Aha-Erlebnis. Meine Tochter ist aus unserer Wohnung ausgezogen. Viele Dinge habe ich jahrelang aufgehoben, denn wenn unsere Tochter mal ausziehen wird, dann könnte sie das ja gut gebrauchen. Nun ist sie ausgezogen, und es wird dich sicher nicht überraschen, dass sie auf das ganze von mir gehortete Zeug dankend verzichtet hat. Ich muss über mich selber lachen und bin jetzt wieder voll motiviert für das radikale Ausmisten.
Sonja; eine meiner Newsletter-Leserinnen
Falls du etwas nur aus Pflichtgefühl behältst, denke daran: Geschenke sollen Freude bereiten, nicht Schuldgefühle.
Frage dich: Würdest DU wollen, dass jemand ein Geschenk nur aus Pflichtgefühl DIR gegenüber behält?
Das Loslassen emotional aufgeladener Gegenstände ist ein eigenes Thema – wie das genau funktioniert, erkläre ich ausführlich in meinem Artikel Emotionale Dinge loslassen.
5. Du hältst an alten Dingen fest – und hemmst damit dein heutiges Leben
Unordnung besteht nicht nur aus Gegenständen – oft geht es um Identitäten, von denen du dich nur schwer trennen kannst.
Sportausrüstung aus einem ehemaligen Hobby
Kleidung und Schuhe aus einer früheren Lebensphase
Bücher, die du mal lesen wolltest
Küchengeräte, von denen du dir Unterstützung erwartet hast
Tassen, Teller und Gläser aus der Großfamilienzeit
Ausmisten dieser Sachen fällt dir schwer, weil sie für eine alte Version von dir stehen. Oder zu einem Fantasy-Self gehören, das gar nicht (mehr) existiert.
Self oder Fantasy-Self?
Das Festhalten an alten Versionen von dir selbst kann verhindern, dass du dein heutiges Leben voll und ganz annimmst. Du bleibst in der Vergangenheit und hast zu wenig Energie und Raum für die Gegenwart.
Frag dich:
Passt das noch zu meinem Leben heute?
Inwiefern unterstützen mich diese Dinge in meiner Gegenwart und in meinen Zukunftsplänen?
Würde ich diese Sachen heute wieder anschaffen?
Wenn Dinge nur noch existieren bzw. vor sich hinvegetieren, dann verabschiede dich von deinem früheren Ich, um Platz für die Person zu schaffen, die du heute bist und die du werden möchtest.
6. Du fühlst dich schuldig wegen des ausgegebenen Geldes
Viele Menschen behalten Dinge, die sie nicht nutzen, weil sie (viel) Geld dafür ausgegeben haben. Kleidung noch mit Preisschildern daran, teure Küchenmaschinen, die das Kochen doch nicht erleichtert haben, kostspielige Sport-Ausrüstungen – das Weggeben fühlt sich wie das Eingeständnis eines Fehlkaufs an. Und genau deshalb fällt Ausmisten von ehemals teuren Dingen so schwer.
Es hat viel Geld gekostet!
Diese Sachen sind oft noch gut und hochwertig. Du hast in hervorragende Qualität investiert. Das kann ich doch nicht ausmisten, denkst du dir. Meine Sachen sind doch nicht Mist!?!?
Der Begriff ist mir etwas zu negativ, um ehrlich zu sein. Das würde bedeuten, dass ich Mist eingekauft und angehäuft habe?
Marianna; eine meiner Newsletter-Leserinnen
Nein, so ist es nicht, denn oft handelt es sich nicht um Mist, eher ist das Gegenteil der Fall; daher ist das Weggeben auch so schwer. Und ja, es tut weh, zu erkennen, dass du Geld für etwas ausgegeben hast, das du nicht oder ganz wenig verwendet hast.
Doch Dinge zu behalten, die du nicht nutzt, bringt das Geld nicht zurück – es sorgt nur für mehr Unordnung. Und für mehr Schuldgefühle, die jedes Mal, wenn du diesen Gegenstand siehst, immer wieder auftauchen.
Das Beste, was du tun kannst, ist daraus zu lernen. Falls etwas keinen Wert in dein Leben gebracht hat, erkenne das an, lass es los und triff in Zukunft bewusstere Entscheidungen. Und vielleicht machen diese Sachen andere Menschen glücklich.
Wichtig: Vergib dir selbst! Niemand ist perfekt. Jede/r hat schon einmal einen teuren Fehlkauf gemacht.
7. Du hast keinen Plan, was mit den Sachen geschehen soll
Ein oft unterschätzter Grund, warum Ausmisten nicht funktioniert: Du weißt nicht, wohin mit den Sachen und was nach dem Ausmisten mit den Dingen passieren soll. Du möchtest spenden, weißt aber nicht wo. Du würdest gerne verkaufen, aber es ist mühsam.
Ohne einen klaren Plan landen die aussortierten Sachen in einer Ecke – und warten in lästigen Zwischenlagern auf den Tag, an dem du dich endlich darum kümmerst.
Wohin damit?
Erleichtere dir das Entrümpeln, indem du vorher überlegst und entscheidest, wohin welche Dinge gehen können. Dabei kommt es auch stark auf deine Ressourcen an. Es macht z.B. keinen Sinn, alles verkaufen zu wollen, wenn du weder Lust noch Zeit dafür hast.
Mein Tipp: Falls du verkaufen möchtest, beschränke dich auf die Dinge, die den Aufwand wert sind.
Auch wenn du Sachen spenden willst, ist einiges an Recherche nötig. Zu welchen Zeiten sind die Stellen geöffnet für die Warenabgabe? Welche Dinge werden genommen? Wie kommen die Dinge zur Spendenstelle oder werden Sachen auch abgeholt?
Kennst du in deinem Umfeld Menschen, die deine ausgemusterten Sachen brauchen könnten? Wann wirst du sie kontaktieren und fragen?
Zu welchen Zeiten kannst du Dinge zum Wertstoffhof bringen? Wann gibt es die Möglichkeit, dass Sperrmüll abgeholt wird?
Je genauer du den logistischen Abgang deiner ausgemusterten Sachen planst, d.h. das WIE und das WANN, desto besser! Denn nichts ist demotivierender, als die ausgemusterten Sachen endlos in Kisten, Boxen und Tüten herumstehen zu haben.
Warum Ausmisten schon beim Kaufen beginnt – der eigentliche Hebel
Wenn wir über das Ausmisten reden, sind wir am Ende eines Produktzyklus angelangt.
Das Ding wurde produziert.
Die Rohstoffe wurden verwendet.
Es wurde zum Verkauf in die Geschäfte gebracht.
Es wurde dir geliefert.
Du hast das Geld ausgegeben.
Du hast das Ding benutzt – oder auch nicht.
Jetzt soll es dein Haus verlassen und im besten Fall anderen Menschen Freude bereiten.
Nachhaltige Ordnung -> Nachhaltiger Konsum
Folgende Überlegungen
Analysiere, wie und warum diese Sachen in deinen Haushalt gekommen sind.
Überlege, in welchen Bereichen du nachaltiger und bedachter konsumieren kannst.
Wann und warum kaufst du ein?
Brauchst du diese Sachen oder kaufst du eher ein gutes Gefühl?
Die Werbung suggeriert uns allen, dass mit dem Kauf eines Gegenstandes Glück, Freiheit, Leichtigkeit, etc. mitgeliefert wird.
Durchschaue die große Marketing-Manipulation.
Der schnelle Glückskick vergeht, aber deine Schränke werden immer gewichtiger.
Informiere dein Umfeld, welche Geschenke (wenn überhaupt) sie dir schenken dürfen.
Lerne, NEIN zu sagen.
Auch Kleinvieh macht Mist.
Fazit: Ausmisten beginnt schon beim Kauf – oder Nichtkauf. Hier ist der wichtigste Hebel, an dem du ansetzen kannst. Denn zum sinnvollen Ausmisten gehört dazu, es Dingen künftig sehr viel schwerer zu machen, deinen Haushalt überhaupt betreten zu dürfen.
Dir hat gefallen, was du liest? Dann freue ich mich, wenn du diesen Artikel in deinem Freundes- und Bekanntenkreis weiterleitest.
Wo und warum fällt es dir schwer, dich von Sachen zu trennen? Schreib mir einen Kommentar.
Wenn du beim Lesen gemerkt hast: Ja, genau das ist mein Problem – dann fang nicht bei null an. Hol dir meine Liste mit 121 konkreten Dingen, die du sofort ausmisten und abhaken kannst.
Warum fällt mir Ausmisten so schwer? Weil es selten an den Dingen liegt – sondern an Entscheidungen, Emotionen und Gewohnheiten.
Wie fange ich mit dem Ausmisten an, wenn ich überfordert bin? Starte klein. Eine Schublade reicht. Momentum schlägt Perfektion.
Was tun, wenn ich mich nicht von Dingen trennen kann? Arbeite mit einer Vielleicht-Kiste oder teste Dinge aktiv im Alltag.
Wie lange dauert Ausmisten? Das hängt vom Umfang ab – ein einzelnes Regal lässt sich in 10–20 Minuten entrümpeln. Wichtiger als Dauer ist Kontinuität.
Wie kann ich präventiv ausmisten? Indem ich es Dingen viel schwerer mache, in meinen Haushalt zu kommen.
Wer schreibt hier? Ich bin Uli Pauer, Ausmistexpertin und Autorin in Wien. Du willst Dinge loszuwerden? Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind. Dann bist du hier genau richtig.
Du kennst das sicher: Vor ein paar Monaten war dein Kleiderschrank noch übersichtlich, deine Küche aufgeräumt, die Oberflächen leer und dein Keller – nun ja, zumindest betretbar. Und dann, plötzlich, ohne dein Zutun, ist alles wieder vollgestopft.
Wo kommt das ganze Zeug her? Wer hat das da reingetan?
Die Wissenschaft hat darauf endlich eine Antwort: Dinge vermehren sich von selbst!
Ja, du hast richtig gelesen. Forschende der Universität für Alltagsphänomene in Helsinki haben am 1. April 2025 eine bahnbrechende Studie veröffentlicht, die das bestätigt, was viele schon lange ahnen:
Besitztümer verfügen über eine geheime Fähigkeit zur Reproduktion.
Die Wissenschaft hinter der spontanen Gegenstandsvermehrung
Laut der führenden Forscherin Prof. Dr. Tarja Hämäläinen liegt dem Phänomen ein Prozess zugrunde, den sie „Chaotische Objektreplikation“ (C.O.R.) nennt.
Die Professorin am Weg zum Labor.
Ihre Theorie besagt, dass Dinge, die zu lange unberührt in Schubladen, Kisten oder Regalen liegen, eine Art Vermehrungszyklus durchlaufen. Die genauen Mechanismen sind noch unklar, aber erste Beobachtungen lassen darauf schließen, dass Gegenstände in dunklen und überfüllten Umgebungen eine besondere „Objektmitose“ entwickeln.
Dasselbe gilt für Sachen, die kein fixes Zuhause haben und ständig verschoben werden.
Beweise für die spontane Gegenstandsvermehrung
Die Socken-Regel
Du legst zwei einzelne Socken in eine Schublade. Eine Woche später sind es zehn, aber keine passt zur anderen. Hämäläinen vermutet, dass Socken nicht nur spontan neue Socken produzieren, sondern dabei auch mutieren, sodass sie niemals identische Paare bilden.
Mutierte Socken.
Der Kabel-Hydra-Effekt
Du bist ziemlich sicher, nur ein einziges Ladekabel zu besitzen. Öffnest du jedoch die berühmte Kabel-Schublade, findest du plötzlich zwanzig Stück – alle für Geräte, die du längst nicht mehr hast.
Außerdem zeigt die Studie, dass sich Ladekabel besonders gerne mit Kopfhörer-Kabeln kreuzen, die aus einer Zeit stammen, in der Bluetooth noch nicht allgegenwärtig war. Sie bilden sogenannte unentwirrbare Superknäuel.
Unentwirrbare Superknäuel zu nicht existenten Geräten.
Das Vorratsdosen-Paradoxon
Jedes Mal, wenn du in deinen Vorratsdosen-Schrank greifst, sind neue, nie zuvor gesehene Plastikbehälter da; die passenden Deckel bleiben jedoch verschwunden. Umgekehrt kommt es auch vor, dass Deckel vorhanden sind, es dazu aber keinen Behälter gibt.
Prof. Hämäläinen geht davon aus, dass Tupperdosen sich nur in halben Paaren vermehren, ähnlich wie Amphibienlarven, die ihre Gliedmaßen nacheinander entwickeln.
Dosen, die sich auf die Vermehrung vorbereiten.
Das Buch-Regal-Rätsel
Obwohl du dir geschworen hast, keine neuen Bücher mehr zu kaufen, sind es auf mysteriöse Weise mehr geworden. Die Wissenschaftler vermuten, dass sich ungelesene Bücher besonders schnell vermehren, da sie sich aus Trotz gegen ihre Nichtbeachtung klonen.
Sich vernachlässigt fühlende Bücher; wütend.
Wie kannst du das Phänomen aufhalten?
Da die Gegenstandsvermehrung offenbar ein Naturgesetz ist, gibt es nur beschränkte Möglichkeiten: Hier ein paar Überlebenstipps:
1. Die Ein-Teil-rein-zwei-Teile-raus-Regel
Immer wenn ein neuer Gegenstand in dein Zuhause kommt, müssen mindestens zwei alte dafür gehen. Die Forschenden haben herausgefunden, dass dies besonders gut bei Kleidung, Schuhen und Küchenutensilien funktioniert, derzeit aber noch bei Kugelschreibern und Kabeln scheitert, die sich schneller vermehren, als du sie loswirst.
2. Die Versteck-und-Vergiss-nicht-Taktik
Packe verdächtige Objekte in eine Kiste, schreibe ein Datum drauf und stelle sie in den Keller. Wenn du sie nach einem Jahr nicht vermisst hast, weg damit – ohne Wenn und Aber!
Aber Achtung: Vergiss nicht, dir ein Datum im Kalender zu setzen, das dich an die Kiste erinnert. Denn wenn sie zu lange alleingelassen wird, nutzen diese Dinge die Isolation, um sich besonders stark zu vermehren.
3. Die digitale Täuschungstaktik
Scanne oder fotografiere Erinnerungsstücke und Dokumente, bevor du sie entsorgst. Dinge merken nicht, dass du sie losgeworden bist, wenn du eine digitale Kopie hast – und versuchen dann nicht, in anderer Form zurückzukehren.
4. Vermehrungs-Stopp-Zonen einrichten
Markiere eine Schublade oder ein Regal als sichere Zone, in der exakt nur die Dinge liegen dürfen, die du regelmäßig benutzt.
Sehr wichtig: Jedes Ding braucht genug Platz – je weniger sie sich berühren, desto geringer ist die Gefahr der Vermehrung.
Falls dort doch neue Gegenstände auftauchen, hast du den Beweis, dass die Vermehrung wieder außer Kontrolle geraten ist – und du sofort handeln musst!
5. Das Anti-Geschenk-Protokoll
Sei vorsichtig mit Menschen, die dir ständig Deko, Souvenirs, lustige Tassen – oder noch viel schlimmer: Selbstgebasteltes – schenken wollen. Sie sind oft unbewusste Verbreiter der Vermehritis. Von unbelehrbaren Rückfallschenkern solltest du dich trennen!
Jedenfalls musst du unbedingt Strategien entwickeln, um – mehr oder weniger – höflich abzulehnen. Was normalerweise ausgezeichnet wirkt: Der Verweis auf Autoritäten, z.B. einen Guru.
Mein Guru verbietet mir Geschenke – ein äußerst effektiver Trick, Geschenke zu vermeiden, besonders dann, wenn du dir schwer damit tust, einfach NEIN zu sagen.
Ein paar Beispiele, wie du dich gegen unerwünschte Geschenke wehrst:
Danke, aber ich bin jetzt Minimalistin und lebe nach der japanischen Zen-Methode – und darf nur noch fünf Gegenstände besitzen. Leider sind alle Plätze schon vergeben.
Ich habe gerade eine Challenge gestartet und darf die nächsten 100 Tage nichts Neues in meine Wohnung lassen. Du willst mich doch nicht scheitern lassen, oder?
Oh, danke! Aber bedauerlicherweise habe ich eine chronische Staubfänger-Allergie. Für Fortgeschrittene: Erstelle dir ein ärztliches Attest.
Meine Feng-Shui-Beraterin hat mir strikt untersagt, neue Dinge aufzunehmen, denn zu viele Deko-Objekte lassen die Energie im Raum stocken.
Ich nehme keine Geschenke mehr an, denn ich befinde mich in meinem nachhaltigen Konsumstopp-Experiment. Ich darf nur noch Erinnerungen sammeln, sagt meine Therapeutin.
Ich bin komplett auf digitale Geschenke umgestiegen! Wie wäre es mit einer Sprachnachricht, in der du mir sagst, was dir an mir besonders gefällt?
Kannst du mir das als PDF schicken? Egal, worum es sich handelt, das wird die Leute verwirren und abschrecken.
Ich habe auch etwas für dich! Hier ist die Kiste mit Dingen, die ich dir gerne schenken möchte!
Welche Bereiche musst du konstant überwachen?
Abstell- und Lagerräume sind Hochrisikogebiete! Besonders gefährdet sind Garagen, Dachböden, Keller, Kellerabteile und externe Lager. Dinge, die dort aufbewahrt werden, verdoppeln ihre Anzahl in weniger als einem Jahr.
Eine nicht überwachte Garage.
Ein weiteres Hochrisikogebiet sind Handtaschen, Rucksäcke und Autofächer. Als Mikro-Ökosysteme enthalten sie laut einer aktuellen Langzeitstudie mindestens 30 % mehr Objekte, als jemals hineingetan wurden. Besonders häufig tritt dieser Effekt bei Lippenpflegestiften, Taschentüchern und Einkaufszetteln auf.
Eine Risikohandtasche.
Auch Schreibtische und Büromaterial-Schränke zählen zu den absoluten Hochrisikogebieten. Büromaterialien wie Stifte, Notizzettel und Büroklammern neigen dazu, sich in bestimmten Ecken von Schreibtischen unkontrolliert zu häufen und zu vermehren. Prof. Hämäläinen nennt dies die Papier-Stapel-Singularität.
Ein außer Kontrolle geratener Schreibtisch.
Fazit: Gibt es eine Lösung oder sind wir verloren?
Die große Frage bleibt: Kann die unkontrollierte Vermehrung von Dingen gestoppt werden?
Die Forschenden haben verschiedene Methoden getestet – mit gemischten Ergebnissen:
Die radikale Methode – ALLES auf einmal entsorgen
Ein Test in einem minimalistischen Experimentierhaushalt in Sevettijärvi zeigte: Wenn man innerhalb eines Tages alle überflüssigen Gegenstände entfernt, kann die Vermehrung kurzzeitig gestoppt werden.
Noch während die Sachen auf den Abtransport warten, vermehren sie sich weiter.
Doch nach drei Monaten fanden sich dort wieder mysteriöse Neuanschaffungen. Besonders besorgniserregend: Niemand konnte sich daran erinnern, sie gekauft zu haben.
Die Versiegelungs- oder Einfrieren-Methoden
Im Versuchslabor der Universität für Alltagsphänomene in Helsinki wurde getestet, ob sich Dinge vermehren, wenn sie in luftdichte Vakuumbehälter eingeschlossen oder mit flüssigem Stickstoff bei -196 Grad Celsius eingefroren werden.
Kryovermehrung: Ein Schock für die Kryokonservierung, aber leider unbrauchbar für die Eindämmung der Vermehritis.
Das Ergebnis war ernüchternd: Selbst versiegelte oder eingefrorene Boxen enthielten nach einem Jahr mehr Inhalt als ursprünglich verstaut wurde.
Eine Kiste mit 10 Kugelschreibern wurde nach 12 Monaten geöffnet – sie enthielt 37 Kugelschreiber, drei Korkuntersetzer und eine einzelne Socke.
Der Kaufverbots-Ansatz
Einige Testpersonen erklärten sich bereit, ein Jahr lang nichts Neues zu kaufen, um die Vermehrung zu stoppen. Anfangs funktionierte es – doch die Testpersonen berichteten, dass stattdessen plötzlich Geschenke, Werbeartikel und ominöse Gratisproben in ihr Leben traten.
Dieses Ritual muss täglich mindestens 13 mal durchgeführt werden.
Der Tetris-Trick – Räume so vollstopfen, dass nichts mehr hineinpasst
Die letzte Hoffnung war eine Testreihe, in der Menschen absichtlich ihre Schubladen, Schränke und Regale bis zum Rand füllten, um zu verhindern, dass neue Dinge dazukommen. Doch das Gegenteil trat ein: Die Dinge begannen sich zu komprimieren und bildeten in den Ecken Platz für noch mehr Gegenstände.
Im finnischen Labor bildeten sich sogar neue Gebäudeteile.
Die ernüchternde Wahrheit
Bisher gibt es keine dauerhafte Lösung. Dinge finden ihren Weg in unser Leben. Der einzige funktionierende Ansatz scheint eine Mischung aus achtsamem Konsum und regelmäßigem Entrümpeln zu sein; BEVOR die Vermehrung außer Kontrolle gerät.
Bildernachweis: Canva
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Tipp: Plane regelmäßige Lach-Pausen ein!
Lass mich in den Kommentaren auch wissen, welche Methoden DU schon angewandt hast, um das ständige Dinge-Wachstum einzubremsen.
Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
Willst du gleich loszulegen? Hol dir die geniale Checkliste „121-Dinge-sofort-ausmisten„. In diesem PDF ist alles (nach Wohnräumen bzw. Kategorien) aufgelistet, das du ohne Wenn und Aber hinauskatapultieren kannst. Von Elektroschrott bis zu alten Gebrauchsanweisungen und kratzigen Pullovern ist alles dabei. Zum Abhaken!
Zusätzlich bekommst du eine kleine Anleitung, wie du am besten und effizientesten mit dem Ausmustern beginnst.
Wie verbringst du Raunächte, fragt meine Bloggerkollegin Umani. Mit Räuchern oder ohne? Mit Kerzenlicht? Meditierend?
Zum Räuchern, Kerzen anzünden und Meditieren habe ich dieses Jahr keine Nerven (diese liegen blank), denn seit einigen Tagen ist mein Mann verschwunden. Er ist in einem Parelleluniversum gefangen (denke ich zumindest) und ich habe keine Ahnung, wie und wann ich ihn jemals zurückbekommen werde. Aber alles der Reihe nach …
Die wilde Jagd
In meiner Kindheit erzählte mir meine Mutter oft von der wilden Jagd, die in den Raunächten durch die Lüfte zog. Furchterregende Gestalten, die alles mitnahmen, was nicht niet- und nagelfest war; vor allem Kleidung und Laken, die unachtsam auf Wäscheleinen vergessen wurden. Manchmal auch schwarze Hunde und Katzen. Selbst Menschen, die sich in diesen unheimlichen Nächten nach draußen trauten, waren nicht davor gefeit, mitgenommen zu werden.
Diese düsteren Geschichten haben sich tief in mich eingeprägt und auch heute – so viele Jahre später – berücksichtige ich noch immer die Warnung meiner Mutter, dem wilden Heer, das über den nächtlichen Raunachtshimmel fegt, möglichst aus dem Weg zu gehen. Einserseits.
Andererseits bin ich als Ausmist-Expertin oft mit dem Chaos von überfüllten und zugestopftenHäusern konfrontiert. Und dem Wunsch von vielen Klientinnen, dieses Chaos möge doch einfach von selbst verschwinden.
Und so kam mir auch schon mal der Gedanke, dass es gar nicht so schlecht wäre, wenn wir uns das Prinzip der wilden Jagd zunutze machen könnten – im positiven Sinn selbstverständlich. Es sollten nur die Dinge verschwinden – oder mitgenommen werden – die wir ohnehin nicht mehr brauchen.
Schnell. Leicht. Mühelos.
Das moderne Chaos
Denn sicher kennst du das. Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten, die Abstellkammer gleicht einem chaotischen Wimmelbild, und im Keller lauern seit Jahren mysteriöse Kartons mit der Aufschrift: vielleicht später.
Doch der Gedanke, all diese Dinge nachhaltig loszuwerden, indem du sie verschenkst oder verkaufst, fühlt sich an wie eine Mission auf den Mars zu organisieren – nur mit mehr E-Mails, Preisverhandlungen und knausrigen oder unzuverlässigen Interessenten, die nach stundenlanger Warterei dann doch nicht auftauchen. Und deine Zeit vergeuden.
QuantumPurge
Mein Mann und ich saßen gerade gemütlich beim Nachmittagskaffee, als ich das vertraute Plingen einer eingehenden Nachricht vernahm. QuantumPurge Technologies, eine Teleporter-Firma, von der ich bisher nie etwas gehört hatte, bot mir an, ihr neuestes Gerät QuantumPurge Relocator to Outer Space – kurz QPR2OS – zu testen. Als kleine Vergütung für diese Aufgabe stellten sie mir einen äußerst lukrativen Werbevertrag in Aussicht; auch das Gerät sollte ich selbstverständlich behalten dürfen.
Zuerst war ich skeptisch, doch schließlich hat mich die geniale Einfachheit der Idee überzeugt. Und als Ausmist-Expertin bin ich sowieso immer bestrebt, meinen Kundinnen neue und ungewöhnliche Ausmistmethoden vorzustellen.
Funktionsweise
QuantumPurge wandelt Gegenstände in reine Energie um. Eine diskrete und leise pling machende Solarwolke saugt die Sachen auf und schickt sie mit Lichtgeschwindigkeit durch Raum und Zeit.
Am Zielort, in einer unterstützungswürdigen Parallelwelt, werden sie wieder zusammengesetzt und stehen dort zur Verfügung, wo sie dringend gebraucht werden.
Endlich nur das Richtige loswerden
Der wahre Clou, das Herzstück der neuen Technologie: Der Teleporter erkennt automatisch, was du brauchst und was nicht; was dir dient und was nicht. Er scannt dank eines hoch entwickelten Algorithmus präzise deinen Haushalt und dein Leben. Und das so schnell, dass sentimentale Zweifel ausgeschlossen sind.
Die Kinderzeichnung von 1998, bei der du nicht mehr erkennst, ob es eine Katze oder ein UFO ist? Auf Wiedersehen!
Die Jeans, die du mal geliebt hast, aber in die du seit drei Sommern nicht mehr hineinpasst? Verschwunden – und gleichzeitig ein paar Kilo Selbstkritik weniger!
Nachhaltigkeit de luxe: Andere Dimensionen profitieren
Das Beste: Die Dinge landen nicht einfach nur im digitalen Nirwana, sondern materialisieren sich in einer Parallelwelt, wo sie dringend gebraucht werden.
Stell dir vor, dein altes Dampfbügelbügeleisen wird das fehlende Puzzlestück im Kampf gegen nicht vorhandene Knitterfalten in einer alternativen Realität, in der Menschen ausschließlich Polyester tragen.
Deine zehnte Motivtasse, die du sowieso nie benutzt und die dir im Küchenschrank Platz wegnimmt? Sie wird der Star in einer Welt, in der noch niemand jemals rotnasige Rentierbecher gesehen hat, die vom Christkindlmarktbesuch von vor sieben Jahren übrig geblieben sind.
Die alte Yogamatte, die seit fünf Jahren im Keller vergammelt? Weg, und ein bislang mattenloserHobby-Yogi freut sich in einer anderen Dimension.
Der Stabmixer, der nicht richtig püriert und deine Küche stets in einen mit Tomatensauce gesprenkelten Tatort verwandelt? Puff, ab in die Küche eines Alien-Chefkochs, der exakt diese Einstellung braucht.
Und all das ohne endlose Diskussionen darüber, ob der Artikel noch originalverpackt ist und mit Garantie daherkommt. Und ohne dass du stundenlang in der Kälte auf einem Flohmarkt stehen musst.
Das Allerbeste: Du bekommst zusätzlich zum minimalistischen Zuhause das fantastische Gefühl, das Universum ein wenig besser gemacht zu haben. Nachhaltigkeit auf kosmischem Niveau!
Zwei Modi
Für alle, die dem Algorithmus nicht blind vertrauen wollen, gibt es eine manuelle Einstellung. Dabei kannst du selbst entscheiden, was weg geplingt werden soll und was nicht.
Willst du die hässliche Vase loswerden, die du nie mochtest, aber den alten Discman behalten? Kein Problem! Einfach markieren, Solarwolke an, Pling und schon ist die Vase mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs in eine andere Dimension.
Schreck: Mein Ehemann wurde weggeplingt!
Alles lief perfekt. Der Teleporter arbeitete zuverlässig, und meine ungenutzten Gegenstände verschwanden mit präzisem Pling, um anderswo neue Bestimmungen zu finden.
Doch dann kam der Moment, der mich eiskalt erwischte: Gerade als ich die alte Golf-Ausrüstung in die Solarwolke schicken wollte, hörte ich die vertraute Frage: Was gibt es heute zum Abendessen?
Und danach: Nur mehr undurchdringliche Stille! Mein Ehemann war weg!
Offenbar hatte ein fehlerhafter Algorithmus ihn als selten gebraucht oder wenig hilfreich eingestuft und ihn kurzerhand in eine andere Dimension teleportiert.
Seither quäle ich mich mit dem Gedanken, was er dort wohl macht. Ob er mit einer attraktiven Alien-Frau flirtet oder als Koch in einer galaktischen Großküche schuften muss? Oder ob er mit widerspenstigen Klingonen-Teenagern die Parallel-Museen abklappert, um ihnen Kunst und Kultur nahezubringen?
Hotline-Horror: Die Rückholung des Gatten
Natürlich wollte ich meinen Mann nicht dauerhaft in einer Parallelwelt wissen, also nahm ich Kontakt mit QuantumPurge auf.
Nach einer halben Ewigkeit in der Warteschleife – begleitet von schrecklich psychedelischer Fahrstuhlmusik (die von Dikaturen als Folter eingesetzt wird) und der monotonen Versicherung, dass mein Anliegen sehr ernst genommen werde, aber derzeit alle Mitarbeiterinnen mit Kundenanfragen beschäftigt seien, meldete sich endlich eine Stimme. Sie klang, als ob sie von einem Callcenter mitten im Indischen Ozean oder aus den dichten Nadelwäldern der Taiga kommen würde.
Ich schilderte nachdrücklich mein Anliegen. ICH.WILL.MEINEN.MANN.ZURÜCK. JETZT! SOFORT!
Vielen Dank, dass Sie uns kontaktiert haben, war die schlichte (und wohl von einer Checkliste abgelesene) Antwort. Wir bedauern Ihr Problem mit der automatischen Pling-Funktion.
Auf meine Frage, wie und vor allem wann ich meinen Mann zurückbekommen würde, kam die ernüchternde Aussage:
Unser Rückholmodus befindet sich derzeit noch in Entwicklung. Wir versichern Ihnen, dass wir intensiv daran arbeiten – bitte haben Sie noch ein wenig Geduld.
Was sie denn mit ein wenig Geduld konkret meinte, schrie ich ich ungeduldig in den Hörer. Mittlerweile war ich in der Phase 2 des Trauerprozesses – der Wut – angekommen.
Die Sicherheit der Teleportierten hat für uns höchste Priorität. Wir melden uns, sobald es Neuigkeiten gibt.
Damit war das Telefonat vorbei und ich wurde aufgefordert, die Qualität der Interaktion zu bewerten.
Trübe Aussichten
Kaum hatte ich dieses unerquickliche Gespräch beendet, hämmerte es ohrenbetäubend an der Tür. Meine Hoffnung, dass mein Mann – wie durch ein Wunder – draußen stehen würde, zerschlug sich in Sekundenschnelle.
Vor mir standen drei SEK-Beamte mit Sturmhauben; zwei davon mit Maschinengewehren im Anschlag; der dritte mit einem handlichen Rammbock. Dahinter die mir sehr gut bekannte Chefinspektorin Kalaschek.
Bevor ich sie weg plingen konnte, fand ich mich schon am Boden wieder, die Hände am Rücken gefesselt.
Nach vielen ergebnislosen Vorhören, mussten sie mich – glücklicherweise – wieder laufen lassen. Jetzt sitze ich allein zu Hause und wurde gebeten, die Stadt nicht zu verlassen, um für weitere Befragungen zur Verfügung zu stehen.
Mein Gerät ist beschlagnahmt und wird wohl als Beweisstück in einem kommenden Prozess verwendet werden. Wenn es denn einen solchen geben wird, denn ich bestreite natürlich vehement, etwas mit dem Verschwinden meines Mannes zu tun zu haben. Und ihn zu finden, dürfte sogar der umtriebigen Kalaschek schwerfallen.
Was bleibt?
Trotz aller Schwierigkeiten bin ich zuversichtlich: Teleportation wird die Zukunft des Ausmistens revolutionieren. Bis es allerdings so weit ist, empfehle ich dir, mich zu kontaktieren und ohne Teleporter auszumisten.
Gemeinsam erstellen wir einen auf dich zugeschnittenen Plan – und ich versichere dir, deine Familienmitglieder werden nicht irrtümlich in ein Paralleluniversum befördert.
Wer schreibt hier?
Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
Ich bezeichne mich scherzhaft als Zerstückelungs-Expertin, weil ich große Ausmist-Projekte (nicht meinen Mann!) in alltagstaugliche Aufgaben zerteile. Und auch deshalb, weil ich ein großer Krimi-Fan bin.
Bei mir ist Tun angesagt. Und Klartext – No Bullshit 🙂 Und Humor.
Meine Leidenschaft: Übergewichtige Wohnbereiche einfach, effizient und strategisch zu verschlanken. Und das nachhaltig!
Willst du gleich loszulegen? Hol dir die geniale Checkliste „121-Dinge-sofort-ausmisten„. In diesem PDF ist alles (nach Wohnräumen bzw. Kategorien) aufgelistet, das du ohne Wenn und Aber hinauskatapultieren kannst. Von Elektroschrott bis zu alten Gebrauchsanweisungen und kratzigen Pullovern ist alles dabei. Zum Abhaken!
PS.: Ich freue mich, wenn du mir einen Kommentar bei diesem Blogartikel hinterlässt. Das hilft, dass noch mehr Menschen den Blog finden – und damit die Inspiration und Motivation, sich von den Dingen zu trennen, die nicht mehr hilfreich sind.
PPS.: Mein Mann behauptet zwar, sowieso in einem Paralleluniversum zu leben, aber glücklicherweise ist es ganz nah und heißt Wien.
Ich freue mich sehr, dass die Nummer 19 in Susanne Heinens Adventkalender mit meiner Weihnachtsgeschichte gefüllt ist. Für die Bilder, die Susanne produziert, fallen mir Worte wie atemberaubend oder überwältigend ein – elegant und wunderschön.
Meine Weihnachtsgeschichte spielt auch in einer atemberaubend schönen Gegend. Aber lies selbst, was ich hier erlebt habe …
Nach einer großzügigen Weinverkostung und einem köstlichen Mittagessen in der Bodega Piattelli – die dichte, samtige Malbec-Note noch auf der Zunge – ruckelt unser Jeep durch die Quebrada de Cafayate. Die Landschaft ist überwältigend. Ein Spektakel aus Rot, Ocker, Violett und hin und wieder grünen Sprenkeln. Es ist eine dieser seltenen Fahrten, von denen ich mir wünsche, sie möge nie zu Ende gehen.
Der Tourguide, dessen dunkle Stimme die Gelassenheit eines Mannes hat, der sein ganzes Leben zwischen Kakteen und Gestein verbracht hat, zeigt auf die Formationen. El Obelisco, erklärt er. El Anfiteatro.El Fraile. Ich habe Mühe, die Figuren im vom Wind zerfurchten Gestein auszumachen und nicke mehr oder weniger interessiert; eher weniger.
Und dort drüben, fährt er unbeirrt fort … El Niño Cristo en la Encrucijada, das Christkind an der Kreuzung.
Ich blinzele. Inmitten der skurrilen Felsformationen sehe ich tatsächlich ein kleines, verwittertes Wesen. Allein und verlassen steht es da und scheint mich aus hellgrauen Steinaugen durchdringend anzublicken. Versucht es, einen Fuß zu heben?
Der Tourguide schweigt einen Moment, dann beginnt er zu erzählen.
Vor langer Zeit wanderte El Niño durch diese Gegend. Es hatte Geschenke dabei – keine Spielsachen, sondern die großen und wichtigen Dinge: Friede, Freude, Freiheit … und sicher auch einen guten Tropfen Wein. Er zwinkerte mir zu.
Eines Tages kam es an diese Kreuzung. Links führte der Weg in eine schillernde, mondäne Stadt – voller glitzernder Fassaden, eleganter Restaurants und prächtiger Theater. Rechts hingegen lag ein kleines, abgeschiedenes Dorf, still und vergessen, mit nur wenigen Einwohnern.
Geradeaus? Nur ödes Land, so weit das Auge reichte. Umkehren? Unvorstellbar. Das Christkind wollte alles richtig machen. Es wollte zur perfekten Zeit, den perfekten Ort finden und die perfekten Menschen, die seine Gaben verdienten.
Ich schaue ihn erstaunt an. Und dann?
Nichts. Es blieb einfach stehen, denn es konnte sich nicht entscheiden. Nur für einen Moment, sagte es sich, um nachzudenken.
Dieser Moment dauerte ein paar Jahre. Aus ein paar Jahren wurde ein Jahrzehnt und aus dem Jahrzehnt irgendwann ein Jahrhundert und schließlich war das Christkind nur noch Teil der Landschaft. Starr und unbeweglich.
Die einst so vielversprechenden Geschenke verwuchsen mit seinen Händen und niemand konnte sie mehr nehmen. Die Zeit hatte sie nutzlos gemacht. So wie die altmodische Weihnachtsdeko, die niemand mehr vom Dachboden holt, fügte er ironisch lächelnd hinzu.
Den Rest der Fahrt verbringen wir in Schweigen. Die bizarre Landschaft rauscht an uns vorbei und am Ende des Tals folgten wir einem Fluss.
Je näher wir der Stadt kommen, desto weniger sicher bin ich mir, ob ich diese Geschichte tatsächlich gehört oder doch nur geträumt habe.
Was will mir das Christkind sagen? Hat es eine Botschaft für mich – und für dich?
Warte nicht ewig auf den perfekten Moment – vielleicht kommt er nie. Es gibt nicht die einzige, perfekte Entscheidung. Mach dich auf den Weg, auch wenn er voller Umwege ist. Selbst ein Irrweg bringt dich weiter als Stillstand. Was dich versteinert, ist die Angst, überhaupt eine zu wagen.
Sei nicht wie das Christkind an der Kreuzung. Mach einen Schritt. Und dann noch einen und noch einen. Befreie dich vom Staub und vom Mief. Atme durch. Draußen wartet viel mehr auf dich, als ein kratziger Pullover, den du vielleicht irgendwann einmal brauchen könntest.
Wer schreibt hier?
Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
Ich bezeichne mich scherzhaft als „Zerstückelungs-Expertin“, weil ich große Ausmist-Projekte in alltagstaugliche Aufgaben zerteile. Und auch deshalb, weil ich ein großer Krimi-Fan bin.
Bei mir ist Tun angesagt. Und Klartext – No Bullshit 🙂 Und Humor.
Meine Leidenschaft: Übergewichtige Wohnbereiche einfach, effizient und strategisch zu verschlanken. Und das nachhaltig!
Willst du gleich loszulegen? Hol dir die geniale Checkliste „121-Dinge-sofort-ausmisten„. In diesem PDF ist alles (nach Wohnräumen bzw. Kategorien) aufgelistet, das du ohne Wenn und Aber hinauskatapultieren kannst. Von Elektroschrott bis zu alten Gebrauchsanweisungen und kratzigen Pullovern ist alles dabei. Zum Abhaken!
PS.: Ich freue mich, wenn du mir einen Kommentar bei diesem Blogartikel hinterlässt. Das hilft, dass noch mehr Menschen den Blog finden – und damit die Inspiration und Motivation, sich von den Dingen zu trennen, die nicht mehr hilfreich sind.
Hier ist sie wieder: Die berüchtigte (Vor)-Weihnachtszeit.
Herbeigesehnt. Gefürchtet. Gehasst. Ignoriert.
Kaum eine Jahreszeit ist so widersprüchlich. Und so von fake News (Olds) behaftet. Wir werden beschworen, die stillen und besinnlichen Tage zu zelebrieren. In duftenden Dampfbädern zu schwelgen. Kerzen anzuzünden.
Das vergangene Jahr zu reflektieren. Zeitraubende Rituale durchzuführen. Glücklich mit der ganzen Familie zu feiern. Überhaupt zu feiern. Nicht allein zu sein. Mehrgängige Menüs zu kochen, Kekse zu backen, die Wohnung zu dekorieren und den Turmbläsern zuzuhören.
Viele Menschen kippen in eine schlechte Stimmung; die einen werden depressiv, die anderen latent wütend, manche beides. Die einen fühlen sich einsam, die anderen eingezwängt in zu vielen Verpflichtungen und Terminen.
Umfrageergebnis einer großen österreichischen Tageszeitung. Stand: 11.12.2024
Ich feiere Weihnachten dieses Jahr nicht.
Das gibt mir ein ausgesprochen gutes Gefühl, denn ich gehe völlig unbeeindruckt durch Wiens überfüllte Straßen und lasse sämtliche Christkindlmärkte und Punschstände links liegen. Selbst das Weihnachtslieder-Gedudel in den Kaufhäusern stört mich nicht.
Es geht mich einfach nichts an!
Weihnachten – Niedergang und Neuanfang
Kindheit
Als Kind war Weihnachten für mich vor allem eines: Eine üble Zeit familiärer Spannungen in überheizten Räumen. Der teerige Geruch der abgebrannten Sternspritzer. Lametta in Silber und eine toxisch blaue Weihnachtsgirlande, die nach einem kleinen Kerzenunfall schwarz war.
Oma oft kränkelnd und grantig; mit saurem Gesicht. Oma (nicht größer als 1,50 Meter), die mit dem gekauften Christbaum nicht zufrieden war und auf der Suche nach einem neuen Baum fast im Schnee versunken wäre. Oma, die erzählte, dass ihr Christbaum (viele Jahre bevor ich geboren wurde) im ungeheizten Wohnzimmer perfekt bis Mariä Lichtmess gehalten hatte.
Papa mit zu viel Alkohol intus. Keine Hilfe für Mama, nur eine Last. Wie ein zusätzliches Kind, das ständig nur fordert und raunzt. Nach Aufmerksamkeit lechzt. Auf jeden noch so klitzekleinen Fehler mit dem Finger zeigt.
Mama, die rannte und arbeitete, um Weihnachten für alle behaglich zu machen. Mama, die ein friedliches Weihnachten wollte und es doch nie bekam. Mama, die dann manchmal heimlich am Klo weinte. Bis Papa sie rief, weil er irgendwas brauchte. Kein Weihnachtsfriede, nicht mal am Klo.
Mittelalter
Als junge bis mittelalterliche Frau dachte ich, wenn ich mich nur genug bemühe und mache, es anders mache, dann kann ich schöne, fröhliche und gefühlvolle Weihnachten gestalten. Wo alles für alle passt. Es ist mir nicht gelungen. Der kindliche Schaden – das weihnachtliche Trauma – war wohl zu groß und irreparabel.
Ich kann gut nachfühlen, wie es für Mama gewesen sein musste, denn für mich war es genau so. Das Beste zu versuchen und zu geben, es allen recht machen zu wollen, jedes Jahr wieder, und trotzdem scheitern zu müssen.
Zwar mit ganz unterschiedlichen Vorzeichen und anderen Beteiligten, aber dennoch scheitern.
Ich suchte und fand Trost und Vergnügen bei Travnicek und Böll und später auch bei Griswold und Cousin Eddie.
Betriebsrats-Weihnachtsfeier
Ganz unerwartet und ohne eigenes Zutun wurde ich vor einigen Jahren mit einem wunderbaren Weihnachtsgefühl beschenkt. Wir standen in der überfüllten Teeküche an kleinen Stehtischen. Kitschige Weihnachtsmusik dröhnte blechern aus einem Kassettenrekorder, der es wie durch ein Wunder in dieses Jahrtausend geschafft hatte.
Da war es plötzlich – dieses Gefühl, dass alles genau richtig und schön und festlich ist, auch mit dem Bier aus der Flasche und der heißen Leberkässemmel. Selbst mit Let it Snow. Vielleicht gerade deswegen. Zusammen feiern. Reden. Lachen. Einfach sein.
Weihnachten für Senior*innen
Voriges Jahr – in meinem ersten Jahr im Ruhestand – hatte ich viel vorbereitet. Das Essen für drei Tage, einen festlich geschmückten Christbaum (der sich wie ein Fremdkörper – der er ja auch war – im Wohnzimmer anfühlte) und sonst noch allerlei Drum und Dran, an das ich mich jetzt gar nicht mehr erinnere.
Ich fühlte mich gerüstet.
Sonntag, der 24. Dezember 2023 brach an: Ich wachte mit einem ätzenden Summton im Kopf auf. Mein Körper hatte alles in seiner Macht Stehende getan, um dieses Geräusch zu ignorieren und in Traumsequenzen umzuwandeln, aber irgendwann ließ es sich nicht mehr verleugnen.
Ein Gerät summte, brummte und dröhnte vor sich hin. Nicht in meiner Wohnung. Nicht in den Nachbarwohnungen auf meiner Stiege. Sondern im Keller der Nebenstiege.
Unerträglich.
Laut.
Hitze produzierend.
Würde es womöglich explodieren?
Ich rief die Feuerwehr. Ein Trupp sehr gut aussehender junger Männer rückte verheißungsvoll an. Mit einer Riesenzange öffneten sie problemlos die Kellertür, hinter der sich das dröhnende Ungetüm verschanzt hatte. Aber auch sie waren machtlos gegen die grunzende Maschine. Sie lärmte weiter vor sich hin. Ich versprach ihnen halbherzig, mich zu melden, sollte sie tatsächlich explodieren.
Die Nacht senkte sich über Wien, bei den Familien mit Kleinkindern war die Bescherung wohl schon vorbei.
Meine Stimmung war grimmig und gereizt; nahe an der Grenze zu einem Wutanfall.
Fazit: Wir packten alles zusammen und riefen ein Taxi. Am Weg in die Stadtwohnung fuhren wir über die festlich beleuchtete Ringstraße (an diesem Abend fast ohne Autoverkehr), vorbei an den vornehmen Palais, der ehrwürdigen Oper und den noblen und exquisiten Hotels.
Die Stadt gehörte uns und nur uns. Die vielen Lichter, mit denen die Prachtstraße geschmückt war, waren eigens für uns angebracht worden.
Und genau hier stellte sich diese wunderbare Weihnachtsstimmung wieder ein; einfach so. Wir waren wie die nichtsahnenden Hirten auf dem Felde, denen plötzlich eine frohe Botschaft zuteilwird.
Es hätte mich nicht überrascht, das Christkind mit weiß-goldenem Kleid und blondem Engelshaar vor uns her schweben zu sehen. Und die himmlischen Heerscharen.
Ein Kind ist uns geboren – und es ist (diesmal endlich) ein Mädchen! Halleluja!
Meine besten vorweihnachtlichen Tipps
Tue weniger.
Oder gar nichts.
Hab keine (zu großen) Erwartungen.
Setze nicht auf Perfektion.
Sei gnadenlos egoistisch. Bedenke: Du bist egoistisch FÜR DIE ANDEREN. Alle werden glücklicher sein, wenn du glücklich bist. Wenn du das Gefühl hast, dass dir etwas aufgezwungen wird, bist du nicht glücklich. Daher: Sei egoistisch!
Mach Dinge anders. Probiere es einfach aus. Vereinfache das Fest, wenn dir danach ist. Serviere Salzgurken anstelle von Weihnachtskeksen. Setz dich über das-haben-wir aber-immer-so-gemacht hinweg. Lach über die anderen und dich selbst.
Ich feiere Weihnachten dieses Jahr nicht oder vielleicht doch? Jeder Tag kann ein Weihnachtstag sein, an dem wir plötzlich und unerwartet ein Geschenk erhalten – oder etwas verschenken.
-> Ein Lächeln. -> Ein Stück Kuchen. -> Ein wenig Zeit.
Ich bin überzeugt: Weihnachtsfreude kann man nicht erzeugen, schon gar nicht mit viel Mühe. Sie ist eine Gabe, die plötzlich und unerwartet auftaucht – an Orten, wo man sie gar nicht vermutet.
Wer schreibt hier?
Ich bin Uli Pauer und Ausmist-Expertin aus Wien. Ich unterstütze Menschen, überflüssige Dinge loszuwerden. Sachen, die im Weg und ein Dorn im Auge sind, sich aber wie Kletten festhalten.
Ich bezeichne mich als „Zerstückelungs-Expertin“, weil ich große Ausmist-Projekte in alltagstaugliche Aufgaben zerteile. Und auch deshalb, weil ich ein großer Krimi-Fan bin.
Bei mir ist Tun angesagt. Klartext – no bullshit! 😊 Und Humor.
Meine Leidenschaft: Übergewichtige Wohnbereiche einfach, effizient und strategisch zu verschlanken. Und das nachhaltig!
Es gibt sie wohl, die perfekten Familien mit wohlgeratenen Kindern, einem schönen Einfamilienhaus im Vorgarten; alles wie gemalt.
Heiligabend. Schnee fällt in gleichmäßigen, romantischen Flocken vom Himmel. Das Haus strahlt im Glanz makellos funkelnder Lichter. Es wirkt wie eine Einladung: Komm herein, hier wird gefeiert!
Alle sind stilvoll gekleidet – Vater, Mutter, Tochter, Sohn, Oma und Opa. Erwartungsvoll versammelt. Der Baum steht prachtvoll geschmückt, darunter die liebevoll verpackten Geschenke, natürlich genau das Richtige für jede/n. Der Duft von Zimt, Nelken, Orangen und Tannennadeln erfüllt die warme, behagliche Luft.
Am fein gedeckten Tisch – mit glänzendem Silberbesteck und akkurat gefalteten Stoffservietten – sitzt die glückliche Familie. Ohne auch nur ein einziges Wort des Streits.
In der aufgeräumten Küche wartet der zarte Braten – golden glasiert, mit allen Beilagen und einer perfekt abgestimmten veganen Alternative. Der Wein steht bereit, auf die exakte Trinktemperatur gekühlt. Keine improvisierten Beilagen, keine hastig gewählten Flaschen von der Tankstelle.
Kein Stress, keine Pannen, nur pure Harmonie.
Es gibt sie wohl, diese perfekten Weihnachten – aber meist nur in den Fantasien von Autoren, Drehbuchschreiberinnen und Werbeagentur-Mitarbeitenden.
Und sie richten – alle Jahre wieder – enormen Schaden an!
Die einen fühlen sich gestresst und eingeengt von Terminen und Erwartungen. Die anderen fühlen sich einsam, denn an diesem sogenannten Fest der Liebe soll niemand alleine sein. Schwere Straftaten schnellen in die Höhe, ebenso wie die Scheidungsanträge.
Wiens Polizeipräsident und die Polizeigewerkschaft zeigen sich erleichtert und sind überzeugt, dass die Abschaffung von Weihnachten die Kriminalitätsrate senken wird.
Ich habe großartige Neuigkeiten für alle, die sich mühsam und beladen, gestresst oder einsam fühlen.
BREAKING NEWS: Forscher bestätigen – Weihnachten wird abgeschafft!
Ein Team von Wiener Historikerinnen und Archäologinnen hat nach jahrelanger, intensiver Forschung das Unvorstellbare ans Licht gebracht:
Es gab überhaupt keine Geburt Jesu!
Es fehlen jegliche Beweise – man spricht von nicht vorhandenen Zeitzeugen, widersprüchlichen Quellen und, wie es in Wissenschaftskreisen hinter vorgehaltener Hand heißt, einer manipulierten Datenlage.
Die Konsequenz? Weihnachten, dieses uralte, traditionsreiche Fest, wird in Zukunft ausfallen.
Wir waren in der Stadt unterwegs und haben für Sie die wichtigsten Stimmen und Statements eingefangen.
Besonders betroffen: Die Stadt Wien, die durch ihr bisheriges Christkindlmarktkonzept jedes Jahr Zigtausende Besucher und Besucherinnen in die Stadt lockte und nun wahrscheinlich auf viele Millionen Steuergelder verzichten muss.
Christkindlmärkte könnten schon bald für immer geschlossen sein.
Eine Krisensitzung löst die nächste ab, aber bislang zeichnet sich weder eine Lösung ab noch war jemand in der Stadtregierung zu einem Statement bereit.
Das Weihnachtsbuden-Personal ist in heller Aufruhr. Eine wütende Horde (mit beträchtlichen Mengen Punsch intus) belagert sowohl das Rathaus als auch die Universität Wien. Sie verlangen Antworten auf die Frage, was sie denn jetzt verkaufen sollen.
Es ergibt keinen Sinn, ein Fest zu feiern, das historisch nicht haltbar und überdies für so viele Umweltschäden verantwortlich ist, sagt indes eine (unter Personenschutz stehende) Sprecherin der Grünen. Ohne Weihnachten kann der CO₂-Ausstoß beträchtlich gesenkt werden, umso mehr, wenn der 24. Dezember in einen Tag der allgemeinen Ruhe und Konsumvermeidung umgewandelt wird.
Wie reagieren die einfachen Menschen darauf? Gemischt. Während die einen erleichtert sind, fürchten die anderen um ihren Job.
Ganz ehrlich, ich hab sowieso nie verstanden, was ein Baby in einer Krippe im Stall mit meinem neuen iPhone zu tun hat, sagt Jacqueline, 34, beim Verlassen eines Kaufhauses schulterzuckend. Das Geld, das sie bisher für die Geschenke anderer ausgegeben hat, möchte sie in ihren nächsten Urlaub investieren.
Auch Jürgen, 47, zeigt sich erleichtert: So oft habe ich meiner Mutter erklärt, dass ich keine Socken will. Endlich ist damit Schluss. Und Raclette werde ich auch nicht mehr essen; das stank sowieso immer tagelang in der Wohnung! Auf Punsch und Glühwein will er aber auch weiterhin nicht verzichten.
Von den sogenannten Heiligen drei Königen konnten nur zwei eruiert werden; bei ihnen handelte es sich um Kriminelle. Zur mutmaßlichen Geburt von Jesus waren sie bereits zur Fahndung ausgeschrieben.
Weniger positiv fällt naturgemäß die Stellungnahme der Vorsitzenden der Psychotherapeutischen Gesellschaft, Dr. Doris Herzfeld, aus. In einer emotionalen Pressekonferenz ist sie den Tränen nahe:
Die Abschaffung ist ein existenzieller Einschnitt in die psychotherapeutische Landschaft. Weihnachten, wie wir es kennen, ist seit jeher eine unserer Hauptsäulen, unser Dezember-Fundament. Die familiären Konflikte, der Konsumdruck, die Einsamkeit – all das spielte bisher eine zentrale Rolle in der Behandlung unserer Klient*innen.
Sie warnt: Ohne diese Dynamiken droht eine tiefgreifende therapeutische Leere! Wie diese Branche langfristig stabilisiert werden kann, lässt sie offen. Und: Umschulungen sind schwierig – es gibt ohnehin schon zu viele Taxifahrerinnen in der Stadt.
Christmas in Vienna im Musikverein wird dieses Jahr noch wie geplant stattfinden; es wird jedoch in December in Vienna umbenannt.
Einige Hardcore-Traditionalisten (die auch das Gendern vehement ablehnen) haben sich mit Christbaumverkäufern, Punsch-Produzenten und Weihnachtsmänner-Fabrikanten zusammengetan. Sie planen eine Gegenbewegung, in der Weihnachten einfach weiterbesteht – mit oder ohne historischen Beweisen.
Ihr Slogan: Make Christmas Great Again! Ihre Hoffnung: We will fix it!
Und (Originalzitat): Von ein paar bescheuerten Tussis, die in der Erde und in zerfledderten Akten herum buddeln, statt wie echte Frauen ihre Familien zu versorgen, lassen wir uns Weihnachten sicher nicht versauen!
Die Mitglieder der Protestbewegung sind an ihren roten Baseball-Mützen und dem hohen Blutdruck erkennbar.
Am härtesten trifft es natürlich die christlichen Kirchen; meint man.
Ohne Weihnachten, kein Ostern. Ohne Ostern, keine Auferstehung. Ohne Auferstehung, kein Glaube.
An einem offiziellen Statement wird noch gefeilt, aber aus gut informierten – jedoch anonym bleiben wollenden – Kreisen im Vatikan haben wir erfahren, dass der Heilige Stuhl den neuesten Erkenntnissen erstaunlich gelassen gegenübersteht.
Die Uhren gehen im Vatikan langsamer als anderswo, meinte unser Gesprächspartner mit Verweis auf Galileo Galilei. Er wurde auch erst nach gut 300 Jahren rehabilitiert. Und das Priesteramt für Frauen gibt es ebenfalls noch nicht.
Außerdem verwies er auf den umfangreichen Immobilienbesitz und die Investitionen der katholischen Kirche. Gläubige brauchen wir nicht unbedingt, so seine lapidare Einschätzung.
Indes zeigt sich der Zentralrat der Juden äußerst alarmiert. Wir sind nur eine kleine Gruppe, meint eine ebenfalls anonym bleiben wollende Mitarbeiterin. Diesen Massenansturm von Eintritt fordernden Ex-Christen, die zu ihren religiösen Wurzeln zurückkehren wollen, haben wir nicht erwartet.
Synagogen, die bisher vorwiegend als Museen verwendet wurden, werden wieder als Gebetsräume umgestaltet und erweitert. Auch betroffen: Die Wertheimer’sche Schul in Eisenstadt, die nun nicht mehr privat sein wird.
Während unseres Gesprächs läutet das Telefon pausenlos. Ein Trupp Soldaten hat alle Hände voll zu tun, um einen wütenden Mob von Ultraorthodoxen, die gegen die Eintritte der Ex-Christen protestieren, abzuhalten, das Gebäude zu stürmen.
Erschwerend kommt hinzu, dass alle Chanukka-Leuchter restlos ausverkauft sind. Bitte teilen Sie ihren Leserinnen mit, dass es zwecklos ist, in den Shop des jüdischen Museums zu kommen, fleht die Mitarbeiterin, die einem Nervenzusammenbruch nahe ist.
Der österreichische Botschafter wurde bereits ins israelische Außenministerium zitiert. Kopien der Geburtsurkunden und Reisepässe von Maria, Josef, Jesus und dem Engel Gabriel sowie die Meldedaten der Herberge in Betlehem (fälschlich als Stall tituliert) wurden angeblich vorgelegt und sollen eindeutig belegen, dass die Geburt stattfand.
Die Forschenden sind hingegen skeptisch und vermuten eine plumpe Fälschung der Händler in Betlehem.
Wir bleiben selbstverständlich an der Geschichte dran. Und wie immer: Hier erfahren Sie es zuerst! Sollten Sie noch kein Abo haben, das Ihnen exklusive Ein- und Ausblicke bietet, dann zögern Sie bitte keine weitere Sekunde. Melden Sie sich an! Versäumen Sie nicht die täglichen Updates.
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Wer schreibt hier?
Ich bin Uli Pauer und Ausmist-Expertin aus Wien. Ich unterstütze Menschen, überflüssige Dinge loszuwerden. Sachen, die im Weg und ein Dorn im Auge sind, sich aber wie Kletten festhalten.
Ich bezeichne mich als „Zerstückelungs-Expertin“, weil ich große Ausmist-Projekte in alltagstaugliche Aufgaben zerteile. Und auch deshalb, weil ich ein großer Krimi-Fan bin.
Bei mir ist Tun angesagt. Und Klartext – no bullshit! 😊 Und Humor.
Meine Leidenschaft: Übergewichtige Wohnbereiche einfach, effizient und strategisch zu verschlanken. Und das nachhaltig!
Von Kindesbeinen an wird vielen von uns eingetrichtert, wie schlecht und böse Wut sei. Besonders dann, wenn wir weiblich sind und zur Generation 50+ gehören.
Wenn du das Gefühl hast, die Wut in dich hineinfressen zu müssen und du dir nicht einmal zugestehst, wütend sein zu dürfen, dann steht an erster Stelle: Lass deine Wut zu!
Du darfst wütend sein!
Vielleicht gehörst du zu den Frauen, die damit aufgewachsen sind, sich klein und dünn und lieb und nett zu verhalten. Für Harmonie zu sorgen. Alles zusammenzuhalten. Die anstehenden Hausarbeiten ohne Murren zu erledigen. Zusätzlich zu einem Vollzeitjob.
Vielleicht ist es üblich, dass du übersehen wirst. Dass auf deinen Gefühlen herumgetrampelt wird und du dennoch das Gefühl hast, ständig danke sagen zu müssen.
Vielleicht bist du auf einen dieser toxisch-positiven Coaches getroffen, die dir einreden wollen, dass du ausschließlich positiv denken darfst.
Es ist in Ordnung, dass du eine Scheiß Wut hast!
Nichts daran ist falsch. Lass die Beschwichtiger (das-ist-doch-alles-nicht-so-schlimm oder das-ist-doch-nur-so-eine-Kleinigkeit) links liegen. Lass dir nicht vorschreiben, worüber du wütend sein darfst und worüber nicht.
Bei den sogenannten positiven Gefühlen sagt auch niemand: Ach, über dieses Glas Wasser bist du jetzt glücklich? Was ist bloß los mit dir? Bei Wut oder Trauer wird hingegen sehr oft beschwichtigt und relativiert. Anderen geht es doch noch viel schlechter und jetzt reiß dich doch endlich mal zusammen!
Vielleicht spürst du deine Wut, während du diese Zeilen liest. Ich habe sie beim Schreiben dieses Textes immer wieder gespürt. Gut so!
Wut kann ein produktives Gefühl sein. Wenn du Wut langfristig immer unterdrückst, weil alles immer Happy Sunshine sein soll und die Harmonie unter allen Umständen immer erhalten bleiben soll, kann sich dieses ständige Unter-den-Teppich-kehren jedoch äußerst destruktiv auswirken. Nach innen sowie nach außen.
Wut will dich – genauso wie Schmerz oder Entzündungen im Körper – auf etwas aufmerksam machen, das in deinem Leben nicht im Gleichgewicht ist.
Disclaimer:
Ich meine nicht, dass du den Menschen in deinem Umfeld zerstörerische Gewalt angedeihen lassen sollst, dass du im Beisein deiner Familie das ganze Porzellan an die Wand werfen und solange schreien sollst, bis die Nachbarn den Notruf wählen.
Ich meine damit auch nicht, dass du dich den Hatern anschließen und völlig bedenkenlos rassistischen oder antisemitischen oder sonstigen Schwachsinn im Netz verbreiten sollst.
Und ich meine damit auch nicht, dass Vandalismus in Ordnung wäre und du dich einem grölenden Mob, der angetrunken durch die Straßen torkelt, anschließen solltest.
Das alles sind falsche und ungeeignete Ventile. Ventile, an denen manchmal durch gezielte Manipulation und Streuen von Verschwörungserzählungen geschraubt wird.
Was kannst du also tun?
2. Wut loslassen
Wütend sein alleine reicht nicht. Es gilt, Wege zu suchen, um diese Wut loszulassen, d.h. die Wut muss dein System verlassen. Je länger du die Wut unterdrückst, desto destruktiver und gewaltiger wird der Ausbruch oder desto mieser wirst du dich fühlen, wenn du alles immer weiter in dich hineinfrisst.
Dann reicht schon eine Kleinigkeit, um eine riesige Wutexplosion auszulösen.
Daher ist es empfehlenswert, dir schon im Vorfeld zu überlegen, welche Strategien du im Akutfall zur Verfügung hast, wenn du spürst, wie dein Wutlevel steigt.
Schreien, ausgemusterte Tassen auf den Boden werfen, einen Boxsack oder ein Kissen bearbeiten, Rad fahren, laufen, tief ein- und ausatmen, langsam bis 10 zählen, in ein anderes Zimmer gehen – das sind alles ausgezeichnete Methoden zur Akuthilfe und Symptombekämpfung.
Achte aber darauf, dass du bestenfalls alleine bist und niemanden verängstigst oder verletzt, wenn du das Ventil öffnest.
3. Wut analysieren
Wenn die akute Wut dein System verlassen hat und du dabei bist, die Scherben zusammenzukehren, dann hast du wieder genug Ruhe, um deine Wut zu analysieren.
In vielen Fällen sind die Auslöser ganz banal. Vielleicht bist du wütend, weil sich jemand rüde vorgedrängt hat oder weil du am Telefon ewig in der Warteschlange wir-nehmen-uns-Zeit-für-alle-unsere-Kunden warten musst oder weil gefühlt immer du diejenige bist, die in der Familie alles organisieren muss – und dann noch jemand über den frisch gewischten Boden latscht. Oder du kochst schon innerlich, weil der Kellner demonstrativ in die andere Richtung schaut und dich geflissentlich übersieht.
Dann reicht schon der berühmte Funke und du steuerst auf einen Wutanfall zu.
Die Wut hat aber meistens viel tiefere Wurzeln und Gründe. Vielleicht fühlst du dich schon seit Kindertagen nicht gesehen, übergangen, in die Ecke gedrängt, als jemand, deren Gefühle nicht wichtig genommen werden. Als jemand, der ganz selbstverständlich für die anderen da sein soll, ansonsten aber nicht wertgeschätzt wird. Vielleicht bist du schon lange in der Rolle der ultimativen Kümmererin.
Haben wir kein Salz, sagt Johannes beim Abendessen, sagt es genau so: Haben wir kein Salz, und nicht einmal in Helenes Richtung.
Marlene Fallwickl: Die Wut, die bleibt
Helene, Mutter von drei Kindern, steht beim Abendessen auf, geht zum Balkon und stürzt sich ohne ein Wort in den Tod. Das ist die Szene, mit welcher der Roman – Die Wut, die bleibt – beginnt.
Wenn du wütend bist, versuche die tieferen Ursachen dieser Wut zu erkennen und diese Ursachen (mit psychologischer Hilfe) aufzuarbeiten. Vielleicht ziehst du (unbewusst) die Wut vor, damit du nicht in die Trauer fällst.
4. Wut-Prävention
Was helfen kann:
Grenzen setzen.
Nein sagen lernen.
Einen Raum für dich haben, in dem nicht jede/r ungefragt herumtrampeln kann.
Zeit für dich alleine.
Unterstützung suchen und annehmen.
Führe ein Wut-Tagebuch. Versuche, die Hintergründe deiner vielleicht banal erscheinenden Wut zu erkennen. Was sind deine Wut-Auslöser? Kannst du zusätzlich zur Bearbeitung deiner inneren Themen potenzielle Wut-Situationen im Außen meiden oder entschärfen?
Bei mir sind solche potenziellen Wut-Auslöser Menschenmassen, Warteschlangen und Gedränge. Daher vermeide ich Orte bzw. Zeiten, bei denen ich große Menschenansammlungen erwarte. Im öffentlichen Raum bin ich seit Jahrzehnten antizyklisch unterwegs, wann immer es nur möglich ist.
Ich brauche genug Raum – sowohl psychisch als auch physisch. Diesen Raum zu schaffen und mich mit den essenziellen und von mir geschätzten Menschen und Dingen zu umgeben, ist mir sehr wichtig.
5. Wut, Sachen ausmisten und Ordnung schaffen
Sich von unnützen, ungeliebten, mental belastenden und platzraubenden Sachen zu befreien, beruhigt und macht Raum für ein neues – leichteres – Leben. Oft hören und lesen wir, wie wichtig es sei, immer mehr zu haben. Ich finde, das ist eine glatte Lüge; aufgetischt, um dir etwas zu verkaufen.
Du brauchst nicht mehr Gegenstände und noch mehr Verpflichtungen, sondern
mehr Freude
mehr Ruhe
mehr Zeit
mehr Begegnungen
mehr Erlebnisse
mehr Freiheit
So kannst du Wut produktiv nützen:
5.1 Wut als Energiequelle
Wenn du wütend bist, kann das Ausmisten und Ordnung schaffen überschüssige Wut-Energie kanalisieren. Physische Aufgaben beruhigen und du schaffst gleichzeitig mehr Raum für dich.
5.2 Symbolische Handlung
Das Ausmisten ist eine symbolische Handlung. Du lässt los und fängst neu an. Indem du dich von unnötigen Gegenständen trennst, befreist du dich auch emotional von Gefühlen, die an diesen Gegenständen hängen. Du ziehst durch die physische Trennung auch einen mentalen Schlussstrich.
5.3 Kontrolle und Entscheidungsstärke
Wut kann aus einem Gefühl des Kontrollverlusts resultieren. Ordnung schaffen oder Dinge ausmisten gibt dir ein großartiges Gefühl der Kontrolle über deine Umgebung. Mit jedem Gegenstand, der dich verlässt, triffst du eine aktive Entscheidung. Du gewinnst die Kontrolle über dein Umfeld zurück.
Zusätzlich zum wunderbaren Gefühl, endlich aus dem Entscheidungsschwächen-Nebel herauszutreten, beseitigst du auch das Chaos, das möglicherweise zu deiner Wut beigetragen hat.
5.4 Mentale und emotionale Klarheit
Das Schaffen von Ordnung hilft, mentalen Ballast abzubauen und schafft nicht nur äußerliche, sondern auch innere Klarheit. Nichts ist schöner, als endlich klar zu sehen.
5.5 Loslassen von Ballast
Wut kann durch alte und unbearbeitete Probleme ausgelöst werden, die symbolisch in alten Gegenständen festgehalten werden. Durch das Ausmisten schaffst du Platz für Neues, sowohl physisch als auch emotional.
5.6 Stressreduktion durch Ordnung
Unordnung kann eine Quelle von Stress und Frustration sein und das kann wiederum Wut begünstigen und auslösen. Indem du Ordnung schaffst, beseitigst du diese Stressfaktoren und du fühlst dich ruhiger und zufriedener.
5.7 Was du jetzt tun kannst
Vielleicht hast du beim Lesen dieses Artikels mehrmals genickt und vielleicht möchtest du gleich loslegen und die positive Energie eines ausgemisteten Wohnraums spüren. Vielleicht ist es Zeit, mit dem alten Zeug aufzuräumen und mutig den Raum für Neues zu schaffen.
Starte diesen Weg mit der 30-Tage-Ausmist-Challenge – und befreie dich vom verstaubten Gerümpel, das dir die Sicht für die wirklich wichtigen Sachen schon so lange vernebelt.
Ich freue mich, wenn du mir einen Kommentar für diesen Artikel hinterlässt und ihn teilst. So unterstützt du meine Arbeit und trägst dazu bei, dass mein Blog gefunden und gelesen wird – und auch andere Menschen unterstützt. Das ist mir wirklich wichtig! Vielen Dank!
Wer schreibt hier?
Ich bin Uli Pauer und ich unterstütze dich, Dinge loszuwerden, die für dich nur noch Ballast sind. Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind.
Ich liebe es, zu schreiben. Daher sind meine Newsletter auch weit abseits von allgemeinem Blabla. Dich erwarten ungewöhnliche und authentische Geschichten, die meistens einen kleinen Twist haben – und dich unterstützen, mit deinem neuen Leben jetzt zu beginnen.