7 Tipps wie du dich garantiert nie von Dingen trennst

Entrümpeln und sich von Dingen endgültig zu trennen, fällt vielen sehr schwer. Ich gebe dir 7 Tipps und 2 Bonus-Tipps, wie du es dir noch schwerer machen kannst. Für die aussichtslosen Fälle habe ich noch einen Extra-Bonus.

1. Verschiebe das Entrümpeln auf später – viel später

Du hast schließlich besseres zu tun, als zu entrümpeln. Am besten du machst dir einen Eintrag im Kalender für den „12th of Never – auch unter der Bezeichnung „Irgendwann“ bekannt. Sollte der extrem unwahrscheinliche Fall eintreten, dass Irgendwann doch auf dich zukommt, dann stopfe so viele Termine wie nur möglich genau in diesen Tag.

Du kommst in deinem Leben nicht mehr zum Entrümpeln? Gut so! Du kannst von deinen Kindern und Erbinnen doch erwarten, dass sie sich um deine persönlichen Gegenstände der letzten 70-90 Jahre kümmern.

2. Gib jedem Ding eine besondere Bedeutung

Sobald die Gefahr besteht, dass du doch einmal schwach werden und etwas entsorgen könntest, überlege dir sofort eine besondere Bedeutung für das Ding. Der Kugelschreiber war ein Werbegeschenk einer Partei, die es nicht mehr gibt? Du solltest ihn auf jeden Fall aufbewahren, damit du dich auch in Zukunft weiter an diese Partei erinnern kannst. Der hässliche Becher wurde dir bei einem Kindergeburtstag im Fast Food Restaurant aufgedrängt? Entsorge ihn auf keinen Fall; er soll dich auch in Zukunft an das Fest und deine Zeit auf der Toilette erinnern.

Ganz wichtig: Wenn du ein Ding weggibst, dann ist auch deine daran verknüpfte Erinnerung auf alle Zeiten unwiederbringlich verschwunden. Erinnerungen ohne Dinge gibt es nicht! Ganz so, wie wenn du mit einem professionellen Löschprogramm die Festplatte deines Computers neu formatierst.

Warnung: Solltest du irgendwann einmal alle deine Dinge verlieren, dann hast du keine Vergangenheit mehr! Du bist dann hirntot!

Tipp für Fortgeschrittene: Gib den Dingen eine magische Bedeutung; so fällt es noch viel schwerer sie zu entsorgen.

3. Führe dir vor Augen, wie viel Geld dieses Ding gekostet hat

Bevor du ein Ding entsorgst, überlege dir sorgfältig, wie viel Geld es gekostet hat. Am besten, du schreibst es auf. Du wirst unweigerlich zum Schluss kommen, dass du deine Dinge auf jeden Fall behalten musst. Sonst wäre es ja rausgeschmissenes Geld.

4. Bedenke, dass du dieses Ding sicher noch irgendwann brauchen wirst

Die Wahrscheinlichkeit, dass du ein Ding noch irgendwann einmal brauchen wirst, ist gegeben. Am besten, du schwelgst in apokalyptischen Zukunftsvisionen. Mein Mann beispielsweise hebt das Französisch-Englisch Wörterbuch genau für den Fall auf, dass die Welt untergeht, wir kein Internet mehr zur Verfügung haben, er aber gerade zu diesem Zeitpunkt einen französischen Roman liest, der ein Wort beinhaltet, dessen Übersetzung ins Englische er nicht kennt. Und für exakt diesen Fall hat er dann das Wörterbuch parat. Ich halte das für eine sehr weise Entscheidung. Wir wohnen zwar in Wien, wo laut Gustav Mahler die Welt erst 50 Jahre später untergehen soll, aber sicher ist sicher!

5. Vergiss nicht, dass alles zu schade zum Weggeben ist

Grundsätzlich solltest du immer davon ausgehen, dass jedes Ding zu schade zum Weggeben ist. Solltest du dich dennoch in einem schwachen Moment veranlasst sehen, dich von einem Ding trennen zu wollen, dann ziehe sofort die Notbremse. Hast du es schon bei den Kleinanzeigen gepostet? Dann verlange einen astronomisch hohen Preis. Es ist nicht alt, es ist Vintage!

Suche dir zusätzliche Unterstützung bei Familienmitgliedern oder Freundinnen, besonders bei denen, die schon Expertinnen im Horten sind. Ein aufmunterndes: „WAS??!?!? DAS willst du weggeben?“ hilft dir in ausweglos erscheinenden Situationen weiter.

6. Beachte, dass Entrümpeln moralisch verwerflich ist

Für das Ding sind viele Ressourcen verwendet worden. Daher bist du verpflichtet, es in alle Ewigkeit bei dir aufzubewahren, auch wenn es weder dir noch sonst irgendjemandem nützt. Ein Ding, das du einmal in dein Haus gelassen hast, soll für immer bei dir bleiben. Wenn du dich nicht daran hältst, dann schaut es traurig aus für dein Seelenheil, so viel kann ich dir schon mal verraten.

7. Konsumiere!

Da manche Dinge beim besten Willen nicht auf ewig halten, ist es von großer Bedeutung, dass du stetig konsumierst und mehr Dinge in deinen Haushalt lässt. Du willst schließlich die Leere bekämpfen. Zusätzlich unterstützt du auch noch die globale Wirtschaft!

Ich empfehle ausgedehnte Shopping Touren, mindestens 1 bis 2 Mal die Woche solltest du ein Einkaufszentrum aufsuchen. Zusätzlich benötigst du mehrere Online-Shopping-Accounts, damit du immer und überall Zugang zu den schönen Dingen hast. Tausche niemals etwas um und sende nie etwas zurück! Was dir jetzt nicht passt oder gefällt, könnte doch irgendwann später von unschätzbarem Wert für dich sein.

Glaube alles, was die Werbung dir sagt, die wollen nur dein Bestes und dich glücklich machen.  Entscheide dich schnell und spontan; auch der Preis ist nicht so wichtig – Hauptsache, du hast das Ding ergattert. Selbst Schulden sind nicht schlimm. Du lebst nur einmal und du sollst dir ja auch was Schönes gönnen! Besser Privatkonkurs als ein verpasstes Schnäppchen!

Nimm Werbegeschenke grundsätzlich immer an, auch wenn du sie nicht brauchst. Irgendwann wirst du sie sicher einmal brauchen! Und schließlich sind sie ja gratis.

Unter allen Umständen solltest du Büchereien meiden, so wie der sprichwörtliche Teufel das Weihwasser! Diese quasi-kriminellen Vereinigungen erwarten, dass du Bücher, die DU gelesen hast und die DIR gefallen haben, wieder retournierst. Wo kommen wir denn da hin? Viel besser ist es, du kaufst alle Bücher, liest sie nicht und stapelst sie zu kunstvollen Bücherbergen.

Bonus-Tipp 1: Umgang mit motzenden Familienmitgliedern

Dein Mann beschwert sich, dass er zu wenig Platz hat? Vielleicht solltest du in Erwägung ziehen, dich von IHM zu trennen. Wenn du ehrlich bist, ihr habt doch ohnehin nie so gut zusammen gepasst. Als zusätzlichen Vorteil bekommst du dann mehr Platz für DEINE Dinge, denn SEINEN Krempel soll er selbstverständlich mitnehmen!

Bonus-Tipp 2: Mehr Stauraum

Wenn du zu wenig Platz für deine Dinge hast, könntest du einen oder mehrere der folgenden Vorschläge umsetzen:

Sei kreativ! Im Backrohr kannst du beispielsweise Bücher lagern. Backen ist ohnehin überbewertet. Auch die Böden kannst du gut als Ablageflächen verwenden. Wer von einem Zimmer ins andere will, kann doch über so einen kleinen Stapel springen. Das ist auch gleichzeitig gut als körperliche Ertüchtigung.

Staple und sortiere! Die wenigsten haben wirklich alle Staumöglichkeiten ausgenutzt. Mit gutem Willen und Fingerfertigkeit kannst du sicher noch einige Zentimeter herausholen.

Du hast ein Grundstück? Nutze die Fläche für Hütten, Scheunen und dergleichen, wo du deine Dinge lagern kannst. Zu viel Grün ist ohnehin schädlich, wie aktuelle Studien beweisen.

Miete einen externen Lagerraum! So teuer ist das nun auch wieder nicht. Schließlich willst du dort Dinge für die Ewigkeit und danach lagern.

Übersiedle in eine größere Wohnung, am besten in ein Schloss! Deine Dinge haben es sich verdient!

Extra-Bonus: Für Unbelehrbare

Solltest du zu den Unbelehrbaren gehören, meine Tipps auf die leichte Schulter nehmen und sogar darüber lachen – nun, dann habe ich selbst für DICH noch einen Tipp. Im Rahmen der Blogdekade habe ich 10 Artikel geschrieben, in denen ich meine besten Tipps & Erkenntnisse über das Entrümpeln zusammengefasst habe. Wenn du auf das Bild klickst, findest du sie.

10 Dinge die du über das Entrümpeln wissen solltest

 

Minimalistische Weihnachten 7 Tipps

Minimalistische Weihnachten 7 Tipps

In knapp 4 Monaten ist Weihnachten. Da ist es gut, sich schon jetzt Gedanken über ein Fest ohne spätere Reue zu machen. Vielleicht bist du reif für minimalistische Weihnachten.

Weihnachtsdekoration entrümpeln

Entrümple jetzt deine Weihnachtsdekorationen. Die großen Möbelhäuser werden in Kürze ihr riesiges Weihnachtssortiment im Angebot haben. Perfekt, wenn du ihnen mit deiner Verschenke-Box zuvorkommst. Das zusätzliche Plus für dich: Du musst zu Weihnachten nicht mehr in der Dekobox wühlen, denn du weißt genau, was du hast und was nicht.

Wünsche überlegen

Gehe jetzt schon in dich und überlege dir, ob bzw. welche Geschenke du dir wünscht. Familienmitglieder und Freundinnen werden dich früher oder später danach fragen. Dann ist es gut, Antworten parat zu haben.

Besonders wichtig ist das, wenn du Kinder hast und nicht möchtest, dass sie zu Weihnachten mit Geschenken überhäuft werden. Gerade Kleinkinder sind dann oft restlos überfordert von der Fülle an neuen Dingen. Und auch du möchtest wahrscheinlich nicht, dass ihr Kinderzimmer wie ein mittelgroßes Spielzeuggeschäft ausschaut.

Wenn du Geschenke besorgen möchtest, dann frag zur Sicherheit genau nach, was sich die zu Beschenkenden wünschen und ob sie überhaupt etwas wollen. Nichts ist schlimmer, als jemandem, der schon „alles hat“ eine „Kleinigkeit“ zu schenken.

Wünsche artikulieren

Rede mit deiner Familie und deinen Freundinnen erkläre ihnen, ob bzw. welche Geschenke erwünscht sind und welche nicht. Großeltern, Onkel, Tanten und sonstige Angehörige kaufen sonst „irgendwas“ und das ist oft das Letzte, das du willst.

Erkläre, warum du physische Geschenke beschränken willst und gib (wenn gewünscht) Alternativen.

Beispiele:

  • Ich wünsche mir das Buch X vom Autor Y (anstelle von: Ich wünsche mir ein Buch)
  • Ich wünsche mir einen Gutschein für das Restaurant Z (anstelle: Ich wünsche mir einen Gutschein)
  • Ich spare auf … und freue mich über Geld
  • Die Kinder möchten eine Jahreskarte für den Zoo oder das Museum X
  • Die Kinder freuen sich über eine gemeinsame Schatzsuche mit euch

Bei älteren Verwandten ist es zudem empfehlenswert, Hilfe beim Geschenke besorgen anzubieten, gerade jetzt in der Pandemie und wenn sie nicht so gut mit Onlinebestellungen umgehen können. Meine Mutter hat z.B. diese Hilfe immer sehr gern und erleichtert angenommen.

Wichtig: Je konkreter die Wünsche, desto besser!

Ich liebe z.B. Geschenke, die aufgebraucht werden können. Eine Flasche Gelber Muskateller, die exzellenten Bio-Gewürze und Tees der Waldviertler Firma Sonnentor, Staud’s Bio-Orangenmarmelade oder Reis aus Österreich, den Österreis – oder auch den Abreisskalender made by Sympatexter. Der Abreisskalender ist übrigens ein perfektes Beispiel, wie aus Spaß (Aprilscherz) ein echtes Projekt werden kann. Ab November 2021 kann er bei Sympatexter bestellt werden.

Manche mögen’s scharf! Bei meiner Privataudienz mit dem Papst ging es um kraftvolle Energie- und Pauer-Aktivierung und das Durchschreiten des Sonnentors. Leider war ich nicht passend gekleidet, denn mein wallendes Kleid befand sich gerade in der Wäsche. 😉

Dennoch ist auch bei diesen Geschenken Vorsicht geboten. Meine Freundinnen wussten über meine Vorliebe für Seidenschals. Und so habe ich viele Jahre in Folge einen Seidenschal geschenkt bekommen, bis ich STOP gesagt habe. Es ist gut, ab und zu nachzufragen, ob die Vorliebe für ein bestimmtes Produkt überhaupt noch besteht.

Geschenke verpacken

Ich verwende grundsätzlich kein Geschenkpapier, weil das für mich gefühlsmäßig so ist, als würde ich ein paar Euro nehmen und diese in den Müll werfen. Gerade zu Weihnachten landen Tonnen von Geschenkpapier in den Containern. Wenn du etwas verpacken möchtest, dann benutze dafür Zeitungspapier, alte T-Shirts mit lustigen Aufdrucken, Geschirrtücher oder Kalenderblätter. Aus großen Kunstkalendern kannst du auch Tüten selbst basteln. Ich verwende Materialien, die sowieso schon vorrätig sind oder die ich sonst entsorgt hätte. Ich habe vor Weihnachten immer auch schon einen Blick auf passende Schlagzeilen oder Cartoons. Alternativ kannst du im Internet ganz einfach eine kleine Suche starten und so die lustigsten Headlines finden.

Man kann auch in der Familie eine Challenge veranstalten, wer das lustigste Geschenkpapier gestaltet hat.

Wer mich gut kennt, der weiß, dass eine Verpackung wie auf dem Bild unten mich zum Lachen bringt (ist selbstverständlich nicht despektierlich gegenüber dem Opfer gemeint, sondern weil die Schlagzeile auf mehreren Levels genial ist).

Verpackungsmaterial oder Geschenk? Beides ist möglich! Lustige Headline suchen, ausdrucken, in einen Rahmen stecken oder als Geschenkpapier verwenden – und schon hast du ein originelles Geschenk.

Karten schreiben

Es ist emotional nicht einfach, physische Karten, noch dazu solche, die liebevoll gestaltet sind, zu entsorgen.

Meine Antwort auf dieses Dilemma ist die Permakarte. Ich habe aus allen Glückwunschkarten, die ich entsorgen wollte, eine einzige Karte – meinen top Favoriten – aufbewahrt. Diese Karte hat von mir den Status Permakarte erhalten. Gleichzeitig habe ich meinem Umfeld gesagt, dass ich in Zukunft keine Karten mehr bekommen möchte. Erhalte ich dennoch welche, dann bewahre ich sie nicht mehr auf, sondern entsorge sie sofort und ohne schlechtes Gewissen.

Die Permakarte hat einen Ehrenplatz in meinem Wohnzimmer und bringt mich jedes Mal zum Lächeln, wenn mein Blick darauf fällt. Sie ist gleichzeitig ein Mini Visionboard und erinnert und ermutigt mich, keine halben Sachen zu machen. Außerdem zeigt sie, dass man auch ältere – ähm – Frauen im besten Alter niemals unterschätzen soll.

Vielleicht ist die Permakarte auch eine Möglichkeit für dich.

Meine Permakarte und meine Permablumen. Diese geniale Karte hat mir mein Mann geschenkt. Für die Permablumen hat meine Tochter einen Vorratsbehälter aus Glas mit ein paar Steinen aus dem Hof gefüllt und aus Holz-BBQ-Stäbchen und Seidenpapier diese Blumen gebastelt. Seit mehreren Jahren erfreuen mich diese Blumen und die Karte! Wenn die Sonne darauf scheint, dann strahlen die Blüten geradezu. Lockenwickler und Bademantel sind wichtige Utensilien in meinem Leben! Die Waffe ist ein Symbol für meine True Crime Leidenschaft. Meine Familie weiß genau, wie ich ticke und hat mit diesen Geschenken 💯% ins Schwarze getroffen! ⁠⁠

Wenn ich eine Karte schreibe, dann verwende ich Materialien, die ich schon zuhause habe, ein altes Foto oder einen Karton. Ich kaufe keine Karten mehr.

Kleinigkeiten

Menschen, die sich NICHTS wünschen, werden oft mit „Kleinigkeiten“ bedacht. Unter dem Motto: „Eine Kleinigkeit musst du schon mitbringen.“ Nein, musst du nicht und sollst du auch nicht!

Kleinigkeiten sind oft Stehrümchen, d.h. sie stehen dann irgendwo herum, passen nicht zur Einrichtung und haben auch sonst keine Funktion, außer dass sie im Weg sind. Besonders fies an dem Kleinzeug ist, dass sie sich schwer entrümpeln lassen bzw. dass sie erst einmal jahrelang nerven, bevor man sie dann endgültig entfernt. Meist dann noch mit schlechtem Gewissen, denn es war ja ein Geschenk der lieben Patentante, das sie vielleicht sogar selbst angefertigt hat.

Deko-Artikel als Geschenk sind zumeist problematisch und die Wahrscheinlichkeit, dass du den Geschmack der zu Beschenkenden triffst, ist verschwindend gering.

Jahrelang lagerten Platzdeckchen in diversen Größen und Formen in meinem Schrank. Meine Tante liebte das Häkeln und sie versorgte die ganze Verwandtschaft mit ihren Werken. Sie waren objektiv gesehen wunderschön und kunstvoll gehäkelt, aber so gar nicht mein Geschmack und sie passten auch nicht in meine Wohnung. Erst nach vielen Jahren habe ich sie über die „zu-verschenken-Box“ in ein hoffentlich besseres Zuhause, wo man Häkeldeckchen schätzt, entlassen.

Wenn du jemand eine Freude machen willst, dann schenke lieber Sachen zum Verbrauchen oder schlage eine gemeinsame Aktivität vor. Es muss ja nicht gerade ein Urlaub mit den Schwiegereltern sein.

In einer Umfrage des Online-Dating-Portals Elite Partners kommen Deko Artikel als Geschenk übrigens gleich hinter dem Urlaub mit den Schwiegereltern auf Platz 5 der „10 schlimmsten Weihnachtsgeschenke„.

Traditionen überdenken

Zeitintensive Traditionen können zu Stress führen und überdies ins Geld gehen. Überlege dir daher schon jetzt, ob es nicht an der Zeit ist, neue – weniger aufwändige – Traditionen einzuführen. Diskutiere den Ablauf der Feiertage mit deiner Familie und verteile die Aufgaben.

Mache es dir lieber gemütlich bei einer guten Tasse Tee oder Kaffee.

Weihnachten kann man auch gemütlich bei Kerzenschein und einer guten Tasse Tee oder einem Glas Wein feiern oder bei einem Spieleabend mit den Kindern.

  • Du brauchst keine aufwändige Weihnachtsdekorationen
  • Du brauchst keinen Baum – zumindest keinen riesigen
Mein Christbaum – aus Holzstäbchen und Glitzerzeug – steht schon! Zugegebenermaßen hatte ich Hilfe von meiner kreativen Tochter.
  • Du brauchst kein mehrgängiges Super-Menu für das du stundenlang in der Küche stehen musst
  • Du brauchst keine Geschenke
  • Du musst auf keine Weihnachtsfeiern gehen
  • Du musst dich nicht auf Weihnachtsmärkten drängen
  • Du musst weder überzuckerten Glühwein noch Punsch trinken
  • Du musst keinen Verwandtenmarathon absolvieren
  • Du musst auch nicht die Mitternachstsmette besuchen

Selbstverständlich kannst du alle diese Sachen machen, wenn sie dir Freude bereiten, aber du musst nicht. Und was du schon gar nicht musst, ist dich schuldig zu fühlen.

Oft ist es nämlich so, dass Familienmitglieder ebenso erleichtert sind, wenn Weihnachten in einer minimalistischeren Variante begangen wird und gar nicht enttäuscht sind (so wie wir vielleicht annehmen).

Überlege einmal, woran du dich gerne erinnerst, wenn du an Weihnachten deiner Kindheit denkst? Sind es die materiellen Dinge oder doch eher die schöne harmonische Stimmung und die gemeinsam verbrachte Zeit?

Die Hippos sind gespannt, wer das Spiel wohl gewinnen wird!

10 Dinge die du über das Entrümpeln wissen solltest

10 Dinge die du über das Entrümpeln wissen solltest

 

Vom 1. bis zum 10. August 2021 habe ich an der Blogdekade Challenge der Content Society teilgenommen, d.h. 10 Artikel an 10 Tagen zu schreiben. Ich habe mir 10 Artikel vorgenommen und 10 sind es auch geworden: 10 Dinge die du über das Entrümpeln wissen solltest! 

 

Ich dachte mir zuerst, das wird ganz schwer werden, noch dazu, wo ich von Tag 1 bis Tag 9 auf Wanderurlaub im wunderschönen Ötztal war. Aber das Gegenteil war der Fall. Es hat großen Spaß gemacht, die Artikel zu schreiben und jeden Tag auf „veröffentlichen“ zu drücken. An den 2 Regentagen bin ich mit meinem Laptop in die Hotellobby übersiedelt und habe in diesem gemütlichen Ambiente mein Tiroler „Büro“ aufgebaut.

 

Mein Büro im Hotel - Ausblick auf den Pool
Mein Büro im Hotel – Ausblick auf den Pool und die mystischen Nebelschwaden

Hier kommen nun alle 10 Artikel nochmals zusammengefasst. Wenn du auf das jeweilige Bild klickst, dann öffnet sich der ganz Artikel zum Nachlesen.

10 Dinge die du über das Entrümpeln wissen solltest 💡

 

1. Wann ist Entrümpeln für dich geeignet?

Wann ist Entrümpeln für dich geeignet

Stellst du dir diese Frage: Soll ich überhaupt entrümpeln? Ich habe ja ein großes Haus oder eine große Wohnung und genug Stauraum. Die Dinge (auch wenn ich sie nicht brauche) haben gut Platz im Keller oder am Dachboden oder in den Einbauschränken. Sie stören doch niemanden und IRGENDWANN werde ich sie VIELLEICHT brauchen. 


2. Wann ist es Zeit zu entrümpeln?

  • Suchst du ständig Dinge, die du schnell irgendwohin gelegt hast?
  • Hast du viele Gegenstände, die kein fixes „Zuhause“ haben?
  • Stapeln sich bei dir die Dinge, mit denen du dich irgendwann beschäftigen willst?


3. Emotionale Gegenstände entrümpeln

Emotionale Gegenstände entrümpeln

Emotionale Gegenstände entrümpeln ist sehr schwierig. Kuscheltiere aus der Kindheit, ererbtes Geschirr, der alte kratzige Pullover von der Oma, Glückwunschkarten, Eintrittstickets, verblasste Briefe die schon seltsam riechen, alte Magazine aus unserer Schulzeit mit Stars die nun auch schon im Rentenalter sind, Muscheln vom Strandurlaub …


4. Die Irgendwann-Falle

Die Irgendwann Falle

Hast du auch „Irgendwann“-Gegenstände und bewahrst diese Dinge auf, um sie im Fall der Fälle zur Verfügung zu haben? Dann bist auch du ziemlich sicher schon in die Irgendwann Falle getappt.


5. Die Kosten-Falle

Die Kosten Falle

Die Sunk Cost Fallacy (Kosten-Falle) ist ein mentales Problem. Es wird umso größer, je mehr wir an Zeit und/oder Geld investiert haben. Daher sind wir oft jahrelang oder sogar jahrzehntelang nicht in der Lage, uns zu trennen – sei es von physischen Dingen oder auch Beziehungen oder Verhaltensweisen.


6. Die Schein statt Sein Falle

Die Schein statt Sein Falle

Wir alle haben Dinge, die wir einmal besorgt haben, um etwas darzustellen und vielleicht ein bißchen anzugeben.  Das kann nun das das flotte Auto,  das Designerkleid oder die Luxusuhr sein. Solange diese Dinge im Gebrauch sind und Freude bereiten, ist auch gar nichts dagegen einzuwenden. Aber manchmal hören diese Vorstellungen von uns auf zu existieren und damit verlieren auch diese Dinge ihre Bedeutung.


7. Zu viele Dinge und Stress

Zu viele Dinge und Stress

Entrümpeln wirkt sich positiv auf das Lebensgefühl aus. Es gibt einen Zusammenhang zwischen zu viele Dinge und Stress. Wer weniger besitzt, muss sich weniger mit seinen Sachen beschäftigen und hat daher auch weniger Stress. Daher ist es so wichtig, genau die Dinge (aber auch Tätigkeiten, Verpflichtungen oder Beziehungen) in dein Leben zu lassen, die dir Freude und Nutzen bringen – und nicht Frust und zusätzlichen Aufwand. 


8. Unordnung & Beziehungen

Wie Unordnung deine Beziehungen zerstören kann

Unordnung und zu viel Zeugs kann ein echter Beziehungskiller sein und Ursache für viele Konflikte und Dauerstreit sein. Hier geht es vor allem um Dinge, die keinen Platz haben oder nicht auf ihren Platz zurückgebracht werden. Es geht um Gegenstände, wo der Partner/die Partnerin schon mit den Augen rollt. Kommen noch angespannte Finanzen hinzu, sind die Probleme und Schuldzuweisungen vorprogrammiert.


9. Entrümpeln für den Neubeginn

Entrümpeln für den Neubeginn

Du willst neu durchstarten? Neuer Job? Neue Beziehung? Gesünderes Leben? Du willst aktiver sein? Das geht leichter, wenn du die Dinge loslässt, die dich – vielleicht auch unbewusst – zurückhalten. Du solltest Entrümpeln für den Neubeginn. Zu jedem Neubeginn gehört immer auch ein Abschied. Es muss Platz für das Neue geschaffen werden.


10. Entrümpeln & Perfektionismus

Perfektionismus & Entrümpeln

Perfektionismus ist einer der Hauptgründe, warum das Entrümpeln und Loslassen so schwer fällt. Wir fangen mit dem Entrümpeln oder Ordnung machen erst gar nicht an, sondern wir wollen zuerst die perfekten Bedingungen schaffen. Wir geben uns nicht mit kleinen unperfekten Lösungsschritten in die richtige Richtung zufrieden, sondern wir warten. Und das kann mitunter sehr lange dauern. Manchmal ewig.


Perfektionismus und Entrümpeln

Perfektionismus & Entrümpeln

Perfektionismus ist einer der Hauptgründe, warum das Entrümpeln und Loslassen so schwer fällt. Wir fangen mit dem Entrümpeln oder Ordnung machen erst gar nicht an, sondern wir wollen zuerst die perfekten Bedingungen schaffen. Wir geben uns nicht mit kleinen unperfekten Lösungsschritten in die richtige Richtung zufrieden, sondern wir warten. Und das kann mitunter sehr lange dauern. Manchmal ewig. Nichts zu tun und in einer Art Lähmung festzustecken, macht die Situation aber nur noch schlimmer. Zusätzlich sind wir in einem Gedankenkarussell gefangen.

Kennst du das auch?

  • Welcher Zeitpunkt ist am besten?
    • Der nächste Urlaub?
    • Im Winter oder doch lieber im Sommer?
    • Dann, wenn einmal VIEL Zeit ist.
    • Jetzt passt es gerade nicht.
  • Welche Dinge genau sollen ausgemustert werden und welche bleiben?
  • Wo am besten anfangen?
  • Was, wenn genau dieses Ding später einmal gebraucht wird?
  • Werden mit dem Ding auch unwiederbringliche Erinnerungen weggeworfen?
  • Was, wenn Familienmitglieder dem Entrümpeln kritisch gegenüber stehen?
  • Was, wenn die Mutter beleidigt ist, weil du ihr Geschenk weitergegeben hast?
  • Wohin mit den ausgemusterten Sachen?
    • Verschenken, Verkaufen oder Wegwerfen?
  • Welche Organisationen sind würdig, die ausrangierten Dinge zu erhalten?
  • Wer könnte diese Dinge am besten brauchen?
  • Müssen die guten Dinge verkauft werden, damit der Verlust nicht so hoch ist?
  • Um welchen Preis sollen die ausrangierten Dinge verkauft werden?
  • Ist wegwerfen eine Umweltsünde?

Und so ziehen die Jahre ins Land, und die Wohnungen bleiben so verstopft und unordentlich wie immer, ja schlimmer noch: Es kommen konstant neue Sachen hinzu.

Hier ein paar schnelle Ideen, um die Lähmung – ganz unperfekt – aufzulösen:

  1. Überlege dir zuerst, welche Zimmer bzw. Kategorien (Kleidung, Bücher, Papier, Bastelsachen, usw.) du generell in Angriff nehmen willst.
  2. Schaffe in kleinen 15 Minuten Einheiten Ordnung in einer Lade oder einem Regal(teil). Erlaube dir ganz bewusst, nicht perfekt zu sein.
  3. Bevor du die Dinge wieder einräumst, reinige die Fläche gründlich. Es fällt viel schwerer, in eine gereinigte Lade (z.B.) die Dinge einfach wieder hineinzuwerfen als in eine nicht gereinigte. Diesen psychologischen Trick können wir hier anwenden.
  4. Nimm dir nicht vor, alle Bücher oder die ganze Kleidung auf einmal auszumustern, sondern starte klein. Du kannst dir z.B. nur die Socken vornehmen oder nur die Schals.
  5. Alternativ kannst du beginnen, von jeder Kategorie 1 Stück (bzw. x Stück) auszumustern. Du schaffst es, dich von einem Buch zu trennen und es z.B. in eine Zu-Verschenken-Box zu legen. Bravo, dann schaffst du am nächsten Tag 2. Der Beginn ist gemacht. Du schaffst es, ein Regal aufzuräumen – dann schaffst du es auch, ein weiteres Regal aufzuräumen.

Wichtig ist, dass der Stillstand durchbrochen wird und Dynamik in die Sache kommt – d.h. dass der erste Schritt gemacht und als Erfolg verbucht wird! Der Wunsch, mehr zu machen kommt dann quasi von selbst, ohne dass du dich quälen musst.

Stell dir vor, du möchtest einen Marathon laufen – du startest auch nicht sofort mit 42 km, sondern vielleicht mit einigen 100 Metern oder du ziehst einmal nur deine Laufschuhe an und gehst raus. Aber du befindest dich am Start und das ist 1000 mal besser, als über die perfekte Vorgangsweise nachzugrübeln und nichts zu machen.

Beim Entrümpeln ist es genauso. Auch hier muss erst einmal die „Aufräum-Muskulatur“ trainiert werden. Je länger du dran bleibst, desto einfacher wird es dir fallen. Gerade am Beginn und wenn das Ausmisten sehr schwer fällt, sind kleine aber konstante Schritte besser als nach einem Tag „Aufräum-Marathon“ entnervt aufzugeben.

Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt

Was Laotse gesagt hat, gilt auch für uns. Wenn schnell nicht geht, dann machen wir es eben langsam – und das ist viel besser als gar nicht erst zu beginnen.

Buchempfehlung:

Ein sehr gutes Buch zu diesem Thema ist „Atomic Habits“ von James Clear. Er beschreibt darin in vielen praktischen Beispielen, wie man die eigenen Verhaltensweisen in „mini“ Schritten in die gewünschte Richtung verändern kann. Sein Motto ist „Get 1% Better Every Day„.

Du willst weiterlesen? Hier geht es zu meinem Artikel: 5 Tipps, um mit dem Entrümpeln zu beginnen.

Wie beginne ich mit dem Entrümpeln? 5 einfache Tipps

Entrümpeln für den Neubeginn

Entrümpeln für den Neubeginn

Du willst neu durchstarten? Neuer Job? Neue Beziehung? Gesünderes Leben? Du willst aktiver sein?

Das geht leichter, wenn du die Dinge loslässt, die dich – vielleicht auch unbewusst – zurückhalten. Du solltest Entrümpeln für den Neubeginn.

Zu jedem Neubeginn gehört immer auch ein Abschied. Es muss Platz für das Neue geschaffen werden. Im Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse wird diese Transformation wunderbar ausgedrückt. 

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen

Meine Empfehlung: Räume auf und trenne dich von Überkommenem und mache deinen Wohnbereich so einladend wie möglich. Denn dann können neue Chancen und Möglichkeiten leichter zu dir kommen. Je weniger Zeugs du hast, desto flexibler wirst du.

Wichtig: Denke beim Ordnung machen und Platz schaffen, nicht an das, was du verlierst, sondern an das, was du gewinnst:

  • Mehr Raum
  • Mehr Zeit
  • Mehr Flexibilität
  • Weniger Stress
  • Mehr Lebensfreude
  • Mehr Klarheit

Beginne mit folgenden Bereichen:

Eingangsbereich:

Entferne alles Überflüssige! Winterschuhe oder Winterjacken haben im Sommer nichts in der Garderobe verloren und umgekehrt. Kleidung, die gar nicht mehr getragen wird, kannst du spenden. Wenn jemand deinen Wohnbereich betritt, so sollte Platz für Jacke und Schuhe sein. Wenn du zuerst zum Wegräumen anfangen musst, damit dein Gast ankommen kann, dann ist das nicht gerade einladend.

Wohnzimmer:

Es sollte Platz sein, damit sich dein Gast gemütlich setzen kann. Schmutzige Kleidung am Sofa, leere Getränkeflaschen oder Pizzaverpackungen am klebrigen Tisch wirken nicht vertrauenserweckend. Verstaubte Dekorationen und tote Zimmerpflanzen ebenso wenig. Bilder von Expartner*innen gehören auch weg, wenn du vielleicht eine neue Beziehung anpeilst.

Badezimmer:

Dinge, die nicht ins Bad gehören, sollten sich dort auch nicht befinden. Ein Gast sollte nicht über schmutzige Kleidung steigen müssen, um nur ein Beispiel zu nennen.

Auto:

Wenn du ein Auto hast, dann checke dieses doch einmal nach Dingen, die du dort nicht brauchst. Da gehört Müll genauso dazu wie alte Landkarten. Ein sauberes und gut riechendes Auto fühlt sich so viel besser an – für dich und auch für jede Person, die du einlädst mir dir zu fahren.

Wie Unordnung deine Beziehungen zerstören kann

Wie Unordnung deine Beziehungen zerstören kann

Oft werde ich gefragt: „Wie kann ich meinen Partner dazu bewegen, mit mir Ordnung zu halten und zu entrümpeln? ICH würde ja so gerne, aber mein Mann zieht nicht mit.“ Oder: „Meine Kinder sind so schlampig. Ich räume auf und bringe die Dinge zurück an ihren Platz, aber nach wenigen Minuten herrscht schon wieder Chaos.“

Zuerst ist immer wichtig, die eigenen Dinge in Ordnung zu bringen und ein gutes Vorbild zu sein. Sachen von Haushaltsmitgliedern wegzuwerfen ohne deren Zustimmung eingeholt zu haben, ist ein absolutes NOGO.

Unordnung und zu viel Zeugs kann ein echter Beziehungskiller sein und Ursache für viele Konflikte und Dauerstreit sein. Hier geht es vor allem um Dinge, die keinen Platz haben oder nicht auf ihren Platz zurückgebracht werden. Es geht um Gegenstände, wo der Partner/die Partnerin schon mit den Augen rollt. Kommen noch angespannte Finanzen hinzu, sind die Probleme und Schuldzuweisungen vorprogrammiert.

Bei Unordnung können schon einige einfache Maßnahmen helfen, die angespannte Situation zu entschärfen.

Wenn du an der Unordnung deiner Familie leidest: Artikuliere deine Gefühle und werde sehr konkret. Weise darauf hin, wie sehr dich die Unordnung und das Zuviel an Sachen stresst und stört. Immer alles in dich hineinzufressen, macht auf lange Sicht krank.

Wenn deine Familienmitglieder ärgerlich über deine Unordnung sind: Nimm die Gefühle deines Partners/deiner Partnerin ernst.

Übernimm die Verantwortung für deine Unordnung, die in deiner Verantwortung liegt. Aussagen wie: „Was du immer hast!“ oder „Ich räume das gleich weg!“ oder „Du bist so pingelig!“ helfen definitiv NICHT! Das Problem zu negieren, macht es nur noch schlimmer und schwelende Wut ist die Folge.

Fange am besten sofort an, dich zu organisieren, überflüssige Dinge zu spenden, zu recyceln, zu verkaufen oder wegzuwerfen! Die Dinge, die bleiben, benötigen ein fixes Zuhause, wohin sie immer sofort zurückgebracht werden können.

Fange in kleinen Schritten an. Es ist besser, sofort Minischritte zu setzen, als immer auf den optimalen Zeitpunkt zu warten, der vielleicht nie kommt oder wo es für die Beziehung dann schon zu spät ist.

Wenn du dich überfordert fühlst (Haushalt, Kinder, Job, Verpflichtungen, …), dann lasse dir helfen und suche Unterstützung, z.B. bei der Hausarbeit, bei der Kinderbetreuung oder auch dabei, zu entrümpeln und eine neue Ordnung zu schaffen. Du musst nicht alles alleine bewältigen und machen.

Schaffe Raum in deinen Schränken, Kommoden und Regalen, damit jeder Gegenstand, den du aufbewahren willst, einen Platz hat. Mach es dir zur Gewohnheit, nach Gebrauch die Dinge sofort an den angestammten Platz zurückzubringen.

Definiere einige Räume (wie das Schlafzimmer oder das Badezimmer) als absolut tabu für Unordnung, ebenso wie Plätze, z.B. den Esstisch.

Du willst dich ins Bett legen? Das sollte sofort möglich sein, ohne zuerst Kleidung wegräumen zu müssen oder über Dinge am Boden zu stolpern. Wenn du im Bett liegst, solltest dein Blick nicht auf einen Lagerraum fallen müssen. Zu viel unnötiges Zeugs im Schlafzimmer ist auch schlecht für deine intimen Beziehungen.

Du willst am Esstisch essen? Auch das sollte sofort möglich sein, ohne zuerst Papierstapel, leere Flaschen oder schmutziges Geschirr wegräumen zu müssen.

Du willst ein Bad nehmen? Das sollte möglich sein, ohne zuerst die Badewanne von Schmutzwäsche befreien zu müssen.

Je mehr du Ordnung schaffst, desto mehr Plätze definierst du, die absolut tabu für Unordnung sind. Das Ziel ist: Der gesamte Wohnbereich ist tabu für Unordnung!

Vereinbare gemeinsam mit deinen Haushaltsmitgliedern einen Konsumstopp, z.B. innerhalb des nächsten Monats werden nur Anschaffungen getätigt, die unbedingt notwendig sind – alle „nice-to-have“ Sachen werden auf Eis gelegt.

Plane täglich eine kurze fixe Zeit ein, um Unordnung zu beseitigen. Stelle dir dazu einen Timer. Jeden Tag 15 Minuten konzentriert Dinge in ihr Zuhause zu räumen und Müll zu beseitigen, ist einfach möglich. Sind die 15 Minuten um, dann stoppe. Es ist nicht wichtig, perfekt aufzuräumen, sondern die 15 Minuten konsequent zu nutzen. Du wirst staunen, welchen Unterschied das macht.

Zu viele Dinge und Stress

Zu viele Dinge und Stress

Entrümpeln wirkt sich positiv auf das Lebensgefühl aus. Es gibt einen Zusammenhang zwischen zu viele Dinge und Stress. Wer weniger besitzt, muss sich weniger mit seinen Sachen beschäftigen und hat daher auch weniger Stress. Daher ist es so wichtig, genau die Dinge (aber auch Tätigkeiten, Verpflichtungen oder Beziehungen) in dein Leben zu lassen, die dir Freude und Nutzen bringen – und nicht Frust und zusätzlichen Aufwand. Die dich unterstützen und dir nicht Zeit, Geld und Energie stehlen. Wo der Nutzen höher ist als die Kosten. Und alles andere aus deinem Leben zu verabschieden.

Es ist daher vor allem wichtig, NEIN sagen zu lernen.

Wenn du dich also gestresst fühlst, dann überlege doch einmal, welche Dinge dir aktuell welchen Nutzen bringen und was sie dich kosten (an Wartung, Reinigung, Platz, etc.)

Hier einige Beispiele:

Am Beispiel Auto kann man gut erkennen, wie viel Geld, Zeit und auch Nerven so ein Ding benötigen kann.

Wenn es gute öffentliche Verkehrsmittel in deiner Nähe gibt oder du Wege auch mit dem Rad zurücklegen kannst, dann könntest du dich fragen, ob das eigene Auto dich wirklich unterstützt oder du unnötig viel Zeit und Geld investierst. 

  • Anschaffungskosten
  • Fixkosten
  • Sprit
  • Kosten für Service
  • Strafzettel
  • Reparaturen
  • Zeit im Stau
  • Parkplatzsuche
  • Parkplatzkosten

Es mag zwar sein, dass die Strecke A nach B schneller mit dem Auto zu bewältigen ist, als mit einem öffentlichen Verkehrsmittel, aber der Besitz eines Autos bedeutet ja nicht nur, dass du flott von A nach B fahren kannst, sondern auch, dass du dich ständig um das Auto kümmern musst.

Ein anderes Beispiel ist ein großes Haus. Das eigene Haus ist der Traum von vielen Menschen, der jedoch auch leicht zum Albtraum werden kann. Wenn Haus und Garten bedeuten, dass man ständig nur noch am Arbeiten ist und auch große finanzielle Belastungen zum Tragen hat, dann ist es an der Zeit, diesen „Traum“ in Frage zu stellen.

Vor einigen Jahren habe ich bei Bekannten übernachtet. Sie haben ein großes Haus, das zu ihrer Lebenssituation gepasst hat, als sie ihre vier Kinder aufgezogen haben. Aber nun sind alle Kinder erwachsen und wohnen nicht mehr im Elternhaus. Das Haus wirkt verlassen und überdimensioniert für zwei ältere Personen, die sich darum kümmern müssen.

Aber auch ein übervoller Kleiderschrank kann massiv Stress verursachen. Und auch ein Schlafzimmer, in dem sich Dinge befinden, die dort gar nicht hingehören. Speziell Schlafzimmer verkommen leicht zu Abstellräumen, wo man „schnell“ etwas zwischenlagert. Leider werden diese Zwischenlager dann oft zu permanente Lagerflächen. Das kann den gesunden Schlaf beeinträchtigen.

Mein Tipp für Sofortmaßnahmen ist daher: Nimm einmal dein Schlafzimmer unter die Lupe und mache einen Quick Check:

  • Welche Dinge gehören nicht in dein Schlafzimmer?
  • Welche Dinge kannst du sofort dorthin räumen, wo ihr richtiges „Zuhause“ ist?
  • Welche Dinge kannst du sofort (ohne großes Überlegen) entsorgen?
  • Wie wohl fühlst du dich in deinem Schlafzimmer?

Frag dich immer, ob ein „Ding“ überhaupt noch zu deinem derzeitigen Lebensstil passt oder es dich nur noch behindert und dir im Weg ist? Nur weil etwas zu deinem Lebensstil vor 10 oder 20 Jahren gepasst hat, bedeutet nicht, dass es auch aktuell noch sinnvoll und hilfreich ist.

Die Schein statt Sein Falle

Die Schein statt Sein Falle

Wir alle haben Dinge, die wir einmal besorgt haben, um etwas darzustellen und vielleicht ein bißchen anzugeben.  Das kann nun das das flotte Auto,  das Designerkleid oder die Luxusuhr sein. Solange diese Dinge im Gebrauch sind und Freude bereiten, ist auch gar nichts dagegen einzuwenden. Aber manchmal hören diese Vorstellungen von uns auf zu existieren und damit verlieren auch diese Dinge ihre Bedeutung. Dennoch ist es schwer, sich von diesen Sachen zu trennen, da sie oft teuer waren und hier auch die Kostenfalle zuschlägt.

Wir können uns auch fragen: Wer sind wir ohne diese Sachen?

Ich sage: Auch ohne Dinge sind wir genauso wertvolle Persönlichkeiten wie mit diesen Dingen.

Mein Mann hatte viele Jahre lang eine Tweed Jacke im Schrank hängen. Ein Stück von guter und solider Qualität. Sie war einmal sehr teuer gewesen. Dennoch trug er diese Jacke nie, irgendwie passte sie nicht richtig und es gab auch einfach keine Gelegenheit sie zu auszuführen. Scherzhalber meinte er, das gute Stück wäre perfekt geeignet für die Moorhuhnjagd im Schottischen Hochland. Oder für einen Spaziergang in Cornwall. Nun leben wir allerdings in Wien, er ist kein Jäger und auch ein Schottland Besuch ist nicht geplant.

Diese Geschichte zeigt sehr gut, dass wir manchmal Dinge haben, die einem Phantasie- oder Wunsch-Selbst entsprechen oder aus einem Selbst der Vergangenheit stammen.

Ein weiteres Beispiel für die Schein statt Sein Falle: Ich hatte schon die ganze Wohnung entrümpelt – mit einer Ausnahme: Meinen Büchern, die ich als begeisterte Leserin über viele Jahre hinweg angeschafft hatte. Klassiker der österreichischen und deutschen Literatur und auch jede Menge Krimis und Thriller. Meist als Taschenbuch und in kleiner Schrift, viele 30 bis 40 Jahre alt. Lange Zeit schwindelte ich mich darüber hinweg, indem ich dachte: Die Bücher haben doch gut Platz im Regal. In Wirklichkeit verstaubten sie und gelegentlich saugte ich darüber. Dann: Ich werde sie zwar nicht mehr lesen, aber sie taugen noch als Dekoration. Und als kleinen Hintergedanken: Besucher*innen werden beeindruckt von meiner Belesenheit sein.

Eines Tages fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Diese Leserin, d.h. diese Rolle von mir, existierte in der Form nicht mehr. Zwar lese ich noch immer leidenschaftlich gern, aber hauptsächlich mit meinem e-Book Reader, wo ich die Schriftgröße einstellen kann und Hintergrundbeleuchtung habe. Oder ich höre Audiobücher und Podcasts. Und ich interessiere mich für neue Autorinnen und Autoren. Als ich dies begriffen hatte, war es plötzlich ganz leicht, meine alte Büchersammlung loszulassen.

Ich bin sicher, auch du hast Dinge, die ein bestimmtes Bild von dir vermitteln. Überlege, ob es diese Person in der Gegenwart noch gibt und wichtiger noch, ob diese Person und damit diese Dinge für dich jetzt noch hilfreich sind. Wenn wir ehrlich sind, dann sind sie manchmal nur noch eine Last. Du kannst sie leichten Herzens loslassen.

Die Kosten Falle

Die Kosten Falle

1. Was ist die Kosten Falle

Die „Versunkenen Kosten“ oder „Sunk Cost Fallacy“ ist ein Begriff aus der Ökonomie und aus der Psychologie. Sie beschreibt die Tendenz, an Dingen, aber auch an Investitionen, Verhaltensweisen oder Beziehungen festzuhalten, weil wir viel Geld, Zeit oder Ressourcen investiert haben. Und das, obwohl diese Dinge (materiell oder immateriell) nicht mehr nützlich sind, ja uns oft sogar im Weg stehen, behindern und noch weitere Kosten verursachen.

In der Ökonomie wird ganz ausdrücklich davor gewarnt, vergangene Kosten für Zukunftsentscheidungen zu berücksichtigen. Firmen, die an versunkenen Kosten festhalten, haben demzufolge keine großen Chancen am Markt weiterzubestehen.

Man nehme nur an, ein Unternehmen hat in eine teure Technologie investiert, die sich aber wenige Zeit später als veraltet herausstellt. Die einzige Möglichkeit, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben, ist diese Fehlinvestition zu akzeptieren und sie abzuschreiben.

Auch beim Entrümpeln trifft man oft auf die Kosten Falle und man ist m.M. nach gut beraten, die Lehren der Ökonomie zu berücksichtigen.

Besonders bei teuren Fehlkäufen oder kostspieligen Fehlentscheidungen fällt die Trennung sehr schwer.

2. Beispiele für die Kosten Falle

Kostspielige oder auch selbstgemachte Kleidungsstücke: Auch wenn der teure Mantel vom Designer XY stammt oder du den Kaschmir Pullover in wochenlanger mühevoller Arbeit gestrickt hast, kann es dennoch sein, dass du diese Sachen nicht anziehen magst. Sie passen einfach nicht. Auch wenn sie noch so „wertvoll“ sind, jetzt

  • nehmen sie dir nur noch den Platz im Schrank weg
  • und rauben dir jeden Tag Zeit beim Suchen
  • und machen dir stumme Vorwürfe
  • geben dir das Gefühl, nichts zum Anziehen zu haben
  • oder zumindest nicht das Richtige

Teure Küchengeräte: Du dachtest, du würdest viel mehr kochen, Brot backen, Gemüse fermentieren, Smoothies machen, grillen, Cocktails zubereiten, aber du kommst einfach nicht dazu.

  • nun frequentieren sie wertvollen Platz in der Küche
  • im schlimmsten Fall an der Oberfläche
  • oder aber sie verstauben im Abstellraum
  • und wenn du sie verwendest, sind sie vielleicht mühsam in der Anwendung oder spätestens bei der Reinigung

Ich hatte einmal einen Elektrogrill, den ich am Balkon verwenden wollte. Das habe ich genau einmal gemacht. Erstens bin ich erst nach dem Kauf darauf gekommen, dass es am Balkon keine Steckdose gibt und daher der Grill mittels Verlängerungskabel im Wohnzimmer angesteckt werden muss. Und zweitens war die Reinigung in Relation zum Grillgut (2 Würstel)  überproportional mühsam. Dennoch ist der Grill mehrere Jahre im Keller gestanden, bis ich ihn schlussendlich verschenkt habe. 

Weitere typische Beispiele für Geräte, die oft hoffnungsvoll angeschafft und dann doch nie verwendet werden, sind:

  • Brotbackmaschinen
  • Küchenmaschinen
  • Entsafter

Kostspielige Sportgeräte: Du hattest das Ziel, einen neuen Sport zu lernen oder auszuüben und hast dir eine teure Ausrüstung gekauft. Aber die Sportart hat dich nicht begeistert. Das teure Rennrad oder Mountainbike wartet nun vergeblich, wieder einmal verwendet zu werden.

  • sie stehen nun als Mahnstücke im Keller
  • und blicken dich jedes Mal vorwurfsvoll an

Halb fertige Werkstücke: Du wolltest stricken, häkeln, nähen, malen, sägen … und hast auch schon viel Zeit investiert, aber mittendrin hat dich die Energie verlassen

  • du hattest zu wenig Zeit, zu wenig Lust
  • oder die Ergebnisse haben dich nicht überzeugt
  • nun hast du ein Zimmer voller Materialien und Werkzeuge

3. Vermeidung von Verlust

Die Sunk Cost Fallacy ist ein mentales Problem, das umso größer wird, je mehr wir an Zeit und/oder Geld investiert haben.

Z.B. ein Haus, das nicht mehr den Lebensumständen entspricht; ein teures Auto, das man mit großem Verlust verkaufen müsste; eine Ferienwohnung, die nur mehr eine Last ist; eine Beziehung in die wir Jahre oder Jahrzehnte investiert haben, uns aber nicht mehr glücklich macht …

Je teurer/zeitintensiver etwas war, desto schwerer ist es, sich davon zu lösen!

Wir wollen den Verlust vermeiden!

Daher sind wir oft jahrelang oder sogar jahrzehntelang nicht in der Lage, uns zu trennen – sei es von physischen Dingen oder auch Beziehungen oder Verhaltensweisen.

Dabei erkennen wir nicht, dass unser Verhalten aufgrund einer kognitiven Verzerrung basiert und wir uns in einer Falle befinden – in der Sunk Cost Fallacy!

Wir fühlen uns gegenüber einer früher getroffenen Entscheidung verpflichtet und das geht oft so weit, dass wir noch mehr investieren, obwohl sich diese Entscheidung schon bisher als falsch erwiesen hat.

Wir bemerken außerdem nicht, dass wir den Verlust bereits fortwährend erleiden. Indem wir an der alten Investition festhalten, verlieren wir z.B. neue Möglichkeiten oder wir haben weiterhin Aufwand (z.B. in der Wartung, Pflege, Reinigung). Wir bekommen schlechte Gefühle, wenn wir diesen Dingen begegnen, denn wir wissen genau, dass sie uns nicht mehr nützlich sind.

Ich hatte vor einigen Jahren ein Gespräch mit einem älteren Herrn, der an einem Aufräumcoaching interessiert war. Er wollte in ein Seniorenheim übersiedeln, aber es fiel ihm sehr schwer, die vielen Dinge loszulassen. Er erzählte mir von den vielen Kleidungsstücken, die er jahrzehntelang nicht mehr getragen hatte, die er aber feinsäuberlich aufbewahrte. Ich habe ihm verschiedene Möglichkeiten vorgeschlagen – z.B. Packages machen und über Kleinanzeigen günstig verkaufen oder sie einer karitativen Organisation geben, aber er konnte sich einfach nicht dazu durchringen. Schlussendlich sagte er zu mir: „Dann soll sich halt mein Sohn darum kümmern, wenn ich einmal nicht mehr bin.“ Und so ist es dann auch gekommen. Einige Monate nach diesem Gespräch habe ich erfahren, dass es nicht mehr zur Übersiedlung ins Seniorenheim gekommen ist und sich tatsächlich der Sohn um den Nachlass kümmern musste.

4. Die Kostenfalle beim Entrümpeln

Es ist unerheblich, wie viel etwas gekostet hat! Wenn du ein Ding nicht benötigst, es dir im Weg ist, es dir keine Freude macht – dann solltest du dich sofort davon trennen (verkaufen, verschenken, entsorgen). Es macht keinen Sinn, Ungeliebtes weiterhin zu behalten und sogar zusätzliche daraus entstehende Kosten (seien sie nun monetär oder mental) in Kauf zu nehmen.

Diese Kosten sind „versunken“. Den Preis hast du bereits bezahlt. In der Vergangenheit. Die Ressourcen wurden verbraucht. Auch in der Vergangenheit. Die Vergangenheit kannst du nicht ändern und ungeschehen machen. Du kannst nur daraus lernen. Und deine Lehren für die Gegenwart und Zukunft ziehen. Du darfst dir Fehlanschaffungen verzeihen. Sieh sie als Lehrgeld.

5. Tipps, um nicht in die Kostenfalle zu geraten

Es gibt glücklicherweise immer mehr Möglichkeiten, sich Dinge auszuborgen. Ich bin ein großer Fan davon, etwas zuerst auszuprobieren und auch etwas wieder einfach zurückgeben zu können. Das ist viel entspannter, als sich die Bürde Besitz aufzuerlegen.

Wichtig ist auch, sich nicht in die Konsumfalle – diese kommt vor der Kostenfalle – zu begeben.

Lies hier weiter, wie du die Konsumfalle vermeidest:

Vorsicht! Konsumfalle! 6 Tipps wie du ihr entkommst!

Die Irgendwann Falle

Die Irgendwann Falle

Hast du auch „Irgendwann“-Gegenstände und bewahrst diese Dinge auf, um sie im Fall der Fälle zur Verfügung zu haben? Dann bist auch du ziemlich sicher schon in die Irgendwann Falle getappt.

  • Kleidung, die du schon Jahre lang nicht mehr getragen hast
  • Schuhe und Accessoires für besondere Anlässe
  • Küchenutensilien, die in Schränken und Laden auf ihren Einsatz warten
  • Sportgeräte
  • Werkzeuge
  • Verpackungen, Boxen
  • Gebrauchsanweisungen
  • Lexika

Ich hatte alle diese Dinge auch.

  • Schiunterwäsche für den Fall, dass ich bei -20 Grad eine Wanderung machen wollte. Der Fall ist nie eingetreten und außerdem habe ich einen warmen Daunenmantel, der bei Winterspaziergängen völlig ausreichend ist.
  • Winterstrumpfhosen – ich bin dann zu der Erkenntnis gekommen, dass ich im Winter kaum Röcke trage und wenn, dann nur in warmen Räumen.
  • Modeschmuck in allen Farben – ich trage nur einige wenige Lieblingsketten, im Grunde genommen nur zwei.
  • Bratpfannen – ich verwende nur eine und wenn ich wirklich einmal so viel auf einmal kochen sollte, dann kann ich auch einen Topf verwenden. Oder ich könnte meine Nachbarin fragen, ob sie mir ihre Pfanne leiht.
  • Plastikcontainer – ich verwende nur mehr Behälter aus Glas – die aus Plastik hatte ich trotzdem noch lange im Schrank.
  • Nachschlagwerke – ich recherchiere online … aber was ist, wenn das Internet streikt?

Ich bin zum Schluss gelangt, dass es fast immer einen Plan B oder C gibt und diese Worst Case Szenarien ein Relikt aus unserem Steinzeitalter-Gehirn sein müssen.

 

Die Irgendwann Falle schnappt besonders oft in folgenden Fällen zu:

Fallstrick 1: Neu und Alt

Die „Irgendwann“- und „im-Fall-der-Fälle“-Gegenstände sind oft Dinge, die wir mehrfach besitzen.

Der Klassiker: Du besorgst einen neuen, „besseren“ Gegenstand – der alte bleibt!

  • Du kaufst einen neuen Mantel – der alte Mantel hängt nach wie vor im Schrank
  • Du besorgst ein neues Handy – die alten (inkl. Kabel!) bleiben – ich sage nur: Kabelladen!
  • Du erwirbst die neue beschichtete Bratpfanne – die alte bleibt
  • Du bekommst eine neue Brille – die alte bleibt

Wenn du das lange genug machst, ist deine Wohnung irgendwann einmal voll von „Irgendwann“-Dingen, die als Ersatzoption oft jahrzehntelang auf ihren Einsatz warten.  Irgendwann wandern sie dann in den Keller, auf den Dachboden, in die Garage oder sie landen ganz hinten in unseren Schränken. Im schlimmsten Fall werden externe Lager angemietet.

Hinter dieser Ansammlung liegt die diffuse Angst, dass du in eine missliche Lage geraten könntest, wo du genau diesen Gegenstand brauchen könntest. Im Extremfall bauen Menschen, die an dieser Angst leiden, Bunker und legen Lager an. Wir haben zu Beginn der Pandemie gesehen, als die Supermärkte gestürmt worden sind und binnen Stunden alles Klopapier ausverkauft war, um ein Beispiel zu nennen.

Eine gute Freundin hatte ein Französisch Wörterbuch auf ihrem Wohnzimmertisch liegen; es schaute schon ziemlich verstaubt aus. Sie hat in ihrer Schulzeit (ist SEHR lang her) Französisch gelernt. Ich wollte wissen, ob sie das Buch denn noch verwendet. Nein, war die Antwort – falls sie überhaupt je ein französisches Wort nachschlagen wollte, würde sie das online machen. Wozu sie das Buch dann behielte? Falls sie keine Internetverbindung hätte und dringend ein französisches Wort nachschlagen wollte, wäre das Buch wohl von Vorteil.

Wir haben dann beide zum Lachen angefangen und uns folgende Situation vorgestellt: Die Welt geht unter (in Wien übrigens 50 Jahre später), wir warten auf das Ende – aber meine Freundin kann dennoch im Fall des Falles ein französische Wort nachschlagen.

Tipp:

Wenn du zögerst, dich von diesen Dingen zu trennen (verkaufen, verschenken, wegwerfen), dann male dir diesen Worst Case doch einmal aus und überlege gleichzeitig, was Plan B, C, D … sein könnte. Du kannst dich zusätzlich fragen, welchen monetären und zeitlichen Aufwand es bedeuten würde, das Ding im Fall der Fälle noch einmal anzuschaffen oder auszuborgen.

Es gibt hier die 20/20 Regel (die kannst du beliebig für dich anpassen): Alles, was weniger als 20€ kostet und/oder weniger als 20 Minuten in der Anschaffung benötigt – dieses Irgendwann-Ding kann gehen.

 

Fallstrick 2: Kreative Projekte

Auch kreative Menschen leiden oft sehr an diesen Irgendwann-Dingen, denn für sie ist jedes noch so kleine Ding etwas, dass sie irgendwann für ihre Projekte benötigen könnten.

Knöpfe, Trockenblumen, Muscheln, Steine, Sand, Papier, Stoffe, alte Strümpfe, Woll- und Kerzenreste, Korken, Flaschen … aus all diesen Materialien könnte man irgendwann eine Bastelei machen oder sie für ein Projekt verwenden.

Fotos, Ansichtskarten, Eintrittstickets … daraus könnte man irgendwann ein tolles Fotobuch machen.

Tipp:

Mustere die Materialien für deine kreativen Projekte regelmäßig aus und setzte dir ein quantitatives, qualitatives und zeitliches Limit.

Wenn sich zu viele Dinge in dieser Kategorie ansammeln, kann es auch leicht zu Schuldgefühlen kommen, denn es gibt so viele (vielleicht auch schon angefangene) Projekte, die um deine Aufmerksamkeit wetteifern.

 

Fallstrick 3: Unendlich viel Wissen

Menschen, die an vielen Sachen interessiert sind, haben oft ebenfalls viele Irgendwann-Gegenstände, z.B. in Form von ausgeschnittenen oder gespeicherten Zeitungsartikeln, ungelesenen Magazinen, Anleitungen, Stapel an Büchern oder Videos. Der Tag ist nicht lange genug, um alle diese Informationen zu konsumieren und jeden Tag kommen neue Informationen hinzu. Die Tageszeitung kommt schon am nächsten Tag wieder, das Magazin am nächsten Monat und es werden ständig neue wichtige Bücher veröffentlicht.

Tipp:

So traurig es sein mag, aber diesen Kampf kann niemand gewinnen. Es gibt einfach so viele Informationen. Selbst wenn man zu einem einzigen Thema alles lesen, hören oder sehen möchte, es wäre mit ziemlicher Sicherheit nicht möglich.

Auch bei diesen Dingen ist es am besten, sich selbst ein Limit zu setzen. Viele Büchereien bieten sehr kostengünstig Jahresabos an, wo du nicht nur Bücher ausleihen sondern auch Zeitungen und Magazine online lesen kannst.

 

Fallstrick 4: Spontankäufe

Eine weitere Art von „Irgendwann“-Dingen, sind Gegenstände, die du einmal spontan und begeistert gekauft hast, aber dann doch (noch) nicht genutzt hast.

Der Klassiker: Du wolltest eine neue Sportart oder Hobby anfangen oder zum Heimwerken beginnen und vielleicht hast du auch damit begonnen, aber es hat nicht wirklich Spaß gemacht oder du hattest einfach nicht genug Zeit dazu. Jetzt warten auch diese Dinge auf ihren Einsatz am Tag „Irgendwann“.

Tipp:

Mustere diese Gegenstände großzügig aus und freue dich, wenn jemand anders (dem du dieses Ding vielleicht schenkst oder günstig verkaufst) daran Freude hat. Diese Dinge haben es an sich, dass sie stumme Vorwürfe aussenden. „Jetzt war ich so teuer und du wolltest mich doch verwenden – und schau, wo ich nun gelandet bin, in einer muffigen Ecke im Keller!“

Wie du zukünftig solche Spontankäufe am besten vermeiden kannst, liest du in diesem Blogartikel:

Vorsicht! Konsumfalle!