Monatsrückblick Januar 2022

Monatsrückblick Januar 2022

Der Januar hat für mich üblicherweise zwei Teile: VOR Costa Rica und IN Costa Rica. Vergangenes Jahr hieß es für mich wegen der Pandemie: IN Wien. Aber 2022 war es wieder so weit, und ich habe mich auf die Reise gemacht. Davor gab es jedoch noch einen Abstecher nach Island. 😏 Und einen Zwischenstopp in Florida. Meine gesammelten Abenteuer habe ich hier zusammengefasst.

Ach ja, und ich habe intensiv nachgedacht, wie ich meine Kund*innen am besten beim Ausmisten unterstützen kann. Willst du mir dabei helfen, ein tolles Programm auf die Beine zu stellen? Dann mach bitte bei meiner kurzen Umfrage mit. Klicke auf das Wort „Umfrage“ und du bist dabei, einen tollen Preis – ein 1:1 Coaching mit mir zu gewinnen.

1. Island – Sigrun

12 Masterclasses und 5 Tage Bootcamp. Der Januar war zweifellos von Sigrun, dem Business Coach aus Island, dominiert. In Vorbereitung auf ihren Launch für Kickstart (das ist ein 10-Wochen-Kurs, wo man lernt, einen eigenen Online-Kurs zu erstellen) hat sie ihr Wissen großzügig mit uns geteilt.

Sigrun is on a mission to accelerate gender equality through female entrepreneurship“ steht auf ihrer Website. Und in dieser Aussage stimme ich 100% mit ihr überein. Noch immer gibt es viel zu wenige Frauen, die ihren Raum beanspruchen. Noch immer machen wir uns zu klein und meinen, Geld sei nicht so wichtig. Das ist ein sehr fieser Glaubenssatz, der viele Frauen in der Altersarmut enden lässt. Denn wir brauchen Geld, Besitz und Einfluss, um erstens unabhängig zu sein und zweitens, um für uns wichtige Projekte umsetzen bzw. unterstützen zu können.

Geld, um des Geldes willen macht für mich (als Minimalistin) wenig Sinn. Ich brauche kein Geld, um mehr Dinge anzuhäufen. Ganz im Gegenteil, ich will so viele Sachen wie möglich loswerden. Aber Geld kann für vieles eingesetzt werden und Gutes bewirken. Daher war eine der wichtigen Erkenntnisse für mich, den Glaubenssätze „Ich brauche nur wenig Geld“ für mich zu hinterfragen.

Die Masterclasses und das Bootcamp haben mir sehr gut gefallen und Sigrun war über die Maßen überzeugend. So sehr, dass ich mich trotz meines geplanten Urlaubs fast entschlossen hätte, Kickstart zu buchen. Arbeiten im Urlaub, 7 Stunden Zeitunterschied – warum nicht?

Wenn jemand so überzeugend ist, dann frage ich mich immer, ob diese Person schon in Richtung „Guru“ abgedriftet ist oder sich am Weg dorthin befindet. Wenn ich die Augen schließe, kann ich mir Sigrun auf einer Bühne vorstellen. Sie verkündet den begeisterten, ihr zujubelnden Zuhörerinnen die frohe Botschaft, dass alle den Aufstieg schaffen können, wenn sie nur genug glauben. Alle sind in Rot gekleidet und schwenken kleine rote Schals. Sigrun ist von ihren erfolgreichsten und ergebensten Jüngerinnen umgeben, die sie in ehrfurchtsvollem Abstand umrunden. Alle in purpurroten Umhängen. Nicht umsonst hat auch die katholische Kirche Rot in ihrem Repertoire. Sigrun hat das Zeug zur charismatischen Predigerin; sie hätte das Talent, eine neue Religion zu gründen. Und vielleicht hat sie das in gewisser Weise ja auch schon. Die bisher rechtlosen Handmaids zerschmettern das patriarchale Gilead. Was für eine Mission!

Monatsrückblick Januar 2022
All in Red

2. USA – Flugverkehr

Costa Rica ist unsere Winter-Urlaubsdestination seit vielen Jahren. 2021 war pandemiebedingt eine Ausnahme und mein Mann und ich blieben im grau-trüben Wien, was unsere Laune nicht gerade in schwindelerregende Höhen katapultierte. 2022 haben wir – dreifach geimpft – beschlossen, uns wieder zu trauen. Wie auch schon in den letzten Jahren ging es zuerst von Wien via Zürich nach Miami. Miami, ein Ort, den ich nie wieder sehen wollte. USA – ein Land, das ich nie wieder betreten wollte. Mein lieber Mann, aus New York stammend, muss regelmäßig meine Wutausbrüche auf US-Flughäfen aushalten und er trägt sie inzwischen mit stoischer Gelassenheit. Sagen wir es einmal so: Ich habe meine „Issues“ mit dem Prozedere bei Immigration und Emigration und mit den TSA-Agenten.

Wir landen nach einem sehr angenehmen Flug in Miami. Für mich ist der angenehme Teil nun vorbei, denn es geht zur Immigration.

Die self-service ESTA-Maschinen sind schon seit einigen Jahren Vergangenheit. Sie wurden nicht mehr ersetzt, als sie nach und nach kaputt gingen. Miami bereitet sich offenbar schon auf den Untergang im Meer vor. Eine Umbenennung dieses Ortes wäre angebracht, schießt mir durch den Kopf. Und „Stixneusiedl am Sumpf“ wäre ein passender Name. Der Penis Florida wird abgeschnitten, sagt mein Mann. Wer nicht weiß, was ich meine, schaut sich am besten eine Landkarte mit Florida darauf an. Wir werden eine andere Möglichkeit finden, um nach Costa Rica zu kommen. Ich frage den Immigration-Officer, warum es diese Maschinen nicht mehr gibt. Er zuckt mit den Schultern und fast schon erwarte ich mir ein harsches „hamma ned“, wie ich es von den liebenswerten Billa-Mitarbeiterinnen gewohnt bin. Aber halt – so weit, d.h. beim Schalter, bin ich noch lange nicht.

Es sind nämlich nur 3 (!!!)offen und natürlich muss ich eine geschlagene Stunde in der Schlange warten, bis ich durch bin. Gar nicht gut, zumal wir uns noch mitten in der Covid-Pandemie befinden. Für mich unfassbar: Es gibt keine FFP2-Maskenpflicht und sogar das Personal (sie haben ja NUR mehrere tausend Kontakte pro Tag) ist nicht mit FFP2-Masken ausgestattet. „We care about your health and ask you to observe the following Covid rules …”. Das Virus lacht sich ins Fäustchen. Alles nur leeres Gerede. Es gibt weder Abstand noch FFP2-Maskenpflicht und man lässt eine große Gruppe von Menschen lange im Inneren eines Gebäudes warten. Perfekte Bedingungen für die Ausbreitung von Covid. Meine Irritation steigt. Was ich absolut nicht leiden kann ist Inkompetenz in Kombination mit Größenwahn. Und genau das erlebe ich seit vielen Jahren immer wieder auf US-Flughäfen.

Weiter geht‘s zum Flughafenhotel. Nicht unsere erste Wahl, aber nach einer so langen Reise am praktischten. In den vergangenen Jahren hatte ich (wenn ich allein gereist bin) immer folgende Routine:

  1. Ich frage nach einem Zimmer on a high floor away from the elevator.
  2. Ich sperre mich ins Hotelzimmer ein (double-lock the door) und verschiebe einige Möbelstücke.
  3. Ich stelle die Klimaanlage auf für Europäerinnen angenehme Temperatur und den Ventilator auf low.
  4. Ich logge mich ins Hotel-Internet ein, um meine Lieben zuhause zu benachrichtigen, dass ich gut angekommen bin.
  5. Ich drehe den Fernseher auf und es läuft IMMER eine Law&Order Episode. Genauso soll es sein. Ich freue mich, Lenny, einen der Detectives wiederzusehen. In den Werbepausen gibt es IMMER Werbung für Medikamente gegen schlechte Verdauung und Sodbrennen. Das ist der Grund, warum ich Essen auf Flughäfen vermeide.
  6. Ich lasse den Fernseher laufen (schließlich befinde ich mich in den USA) und begebe mich ins Bad. Dort bin ich kurz irritiert von der mangelhaften Qualität der Badetücher. Bei diesen Preisen, denke ich, könnte das Hotel schon mal in neue Handtücher investieren.
  7. Ich nehme eine sehr lange Dusche. Wenigstens geht das heiße Wasser nicht aus. Mein lieber Mann meint, dass nun ein Alarm bei den Wasserwerken ausgelöst wird.
  8. Ich brühe meinen mitgebrachten Tee auf (der Hotel-Tee überzeugt mich nicht) und esse dazu meinen mitgebrachten Müsliriegel. Während ich Law&Order schaue, fallen mir schon die Augen zu.
  9. Ich schleppe mich ins Bad, um die Zähne zu putzen.
  10. Ich falle ins Bett, um dann um 4:00 Früh Ortszeit aufzuwachen. Der jetlag hat mich fest im Griff.
  11. Ich mache mir einen Kaffee. „Seattle’s Best“, aber ich bin überzeugt, da besteht noch Luft nach oben für Seattle in Punkto Kaffee.
  12. Ich schreibe Mails, checke Facebook und ORF.at. Schließlich will ich wissen, ob es zuhause etwas Neues gibt. Ich studiere ausgiebig die Wettervorhersage für Wien und freue mich, wenn ich lese: -20 Grad und anhaltender Eissturm.
  13. Es wird Zeit, zum Gate für den Liberia/CR Flug zu gehen.

Auch dieses Jahr müssen wir natürlich emigrieren. In den USA gibt es so etwas wie Transit nicht. Einer meiner Issues. Auch wenn man einen unmittelbaren Weiterflug hat und nicht übernachtet, muss man sowohl immigrieren als auch emigrieren. Das Gepäck wird nicht zur final destination weiterbefördert. Nach der Immigration muss man das Gepäck wieder einchecken und sich weiter zur Emigration schleppen. Entweder durch die X-ray Maschine oder ewig warten auf einen patdown durch eine sich mühsam herbeiwalzende schlecht gelaunte TSA-Agentin? Diesmal hatte ich beides:

Twice through the X-ray machine and a half-assed patdown. Suspicious “things” on my body. My cover-up as a double agent nearly got blown. Just made it through and my husband had to hear my complaints. He suggested quickly we go to a lounge to distract me from my very dark, homicidal thoughts. He knows: Food usually helps. “Can’t they even make sure their f***ing machines work properly???” I barked? No answer, of course!

Schließlich gehen wir an Board der American Airlines Maschine, die uns nach Liberia bringen wird. Eine Airline, mit der ich nie mehr fliegen wollte. Tja. Mein Mann meint, ich verwende das Wort „nie“ situationselastisch. Er hat wohl in diesem Punkt recht.

Bye bye, she said!

3. Costa Rica – Pura Vida

Nach ca. 2 ½ Stunden Flugzeit ist es so weit. Wir landen in Liberia/Costa Rica. Ich stopfe meinen Pullover in den Rucksack; ein Kleidungsstück, das man hier definitiv nicht oft braucht. Die Immigration geht schleppend vor sich. Es sind zwar mehr Schalter als in Miami geöffnet, aber die JetBlue Maschine aus New York ist vor uns gelandet. Damn! Die Immigration gestaltet sich aufwändiger als in den letzten Jahren, denn nun wird zusätzlich ein Gesundheitszeugnis kontrolliert. Covid ist auch hier allgegenwärtig. Im Gegensatz zu Miami tragen die Officers allerdings FFP2-Masken!

Wir warten auf den Shuttle-Bus, der uns zu Avis bringt. Das Auto, das wir mieten, wird von meinem Mann (jedes Jahr) als „piece of shit“ tituliert. Wir hoffen, dass es nicht auseinanderfällt. Gewisse Dinge ändern sich einfach nie.

Wir sind im Pura Vida gelandet. Wieder einmal haben wir es geschafft und wir freuen uns unbändig, hier zu sein. Bunt statt Grau. Nach fast 3 Monaten Winter in Wien genießen wir die Farbenpracht, die uns umgibt, soweit das Auge blickt.

In Playa Samara haben wir die Auswahl zwischen Pali, Iguana Verde, von uns Iggy genannt, und dem chinesischen Supermarkt. Wir entscheiden uns erst einmal für Iggy. Dieser Laden hat eindeutig die beste Auswahl, ist aber auch am teuersten. Er führt (laut unbewiesener Ansicht meines Mannes) ein doppeltes Registrierkassen-System, eines für Gringos und eines für Ticos, d.h. es gibt einen Preis für Touristen und einen für Einheimische.

Wir haben an Board der Swiss Air Maschine, von wenigen Unterbrechungen abgesehen, 10 Stunden am Stück eine FFP2-Maske getragen. Es war weniger schlimm, als vermutet. Eine FFP2-Maske in einem Laden in Samara? Das ist die Hölle. Im Geschäftsinneren ist es finster und heiß. Wir suchen Butter, Eier, Milch, Orangensaft, Bier, Eiscreme … und fühlen uns, als ob wir blind und taub in einem wären. Nach wenigen Minuten sind wir schweißbedeckt. Jedes Produkt, das wir finden, ist ein Erfolg. Yeah, hier sind die Kapern und hier eine Tomate und schau mal hier: Ich habe sogar Hafermilch gefunden!

Ich denke an meine Mission und an meinen TCS-Vertrag, jede Woche einen Artikel zu schreiben. Mein lieber Mann wird ohne mich einkaufen gehen müssen; ich habe wichtigere Dinge zu erledigen, als mich um Hauhaltskram zu kümmern. 😏

DIE wichtigste Aufgabe, die wir erledigen müssen, ist der Besuch bei ICE, dem Internetprovider. Die Vorgeschichte würde genug Stoff für einen eigenen Blogartikel bieten. Alle Jahre wieder hatten wir prepaid Internet, und wir waren ständig damit beschäftigt, mehr Colones in die Taschen von ICE/Kölbi zu stecken. Wir verhielten uns wie Drogenabhängige auf der Suche nach dem nächsten Schuss. Kein Internet mehr? Koste es was es wolle, wir brauchen mehr Stoff.

Nach 90 (!) Minuten Aufenthalt bei ICE und einem Abstecher zur lokalen Post (die unsere Existenz bestätigte) haben wir es „geschafft“. Wir haben WIFI im Haus, leider aber sehr langsam und wenig zuverlässig. Wie immer staunen wir, wie lahmarschig hier Business betrieben wird. Costa Rica wäre ein Eldorado für Work-Flow-Beschleuniger. Hier ist noch 99,9% work und 0,1% flow. In exakt einem Monat müssen wir wieder zu ICE pilgern, um unsere Rechnung zu bezahlen. Das Angebot meines Mannes, sofort zu bezahlen, wurde abgelehnt. Wir schauen uns an und seufzen: Pura Vida!

Auffahrt zum Haus

4. Vorschau auf Februar

Im Februar habe ich business-wise so einiges vor. U.a. Antworten auf diese Fragen finden:

  • Was wollen/brauchen meine Kundinnen
  • Welche neuen Angebote werde ich 2022 auf den Markt bringen?

 

7 Gedanken zu „Monatsrückblick Januar 2022

  1. Ein toller und unterhaltsamer Einblick in deine Reiseerfahrungen, liebe Uli, verrückt, wie unterschiedlich die Menschen so ticken…

    Dank dir hab ich gerade ein neues Lieblingswort: „situationselastisch“ ist wunderbar!

    Habt eine tolle, bunte Zeit und genießt das pura vida!

    Lg Nicole

  2. Liebe Uli, you made my day! Über die Entdeckung einiger weiterer Gemeinsamkeiten (der Skepsis gegenüber the home of the brave & free und der Abneigung gegen arrogante Inkompetenz) habe ich mich über diese Wörter sehr gefreut:

    „Stixneusiedl am Sumpf“ und „situationselastisch“. Wundervoll!

    Auch die Zerschmetterung Gileads durch die rotgewandeten Sigrunistinnen hat Kopfkino bei mir ausgelöst.

    Frieda kann meine große Freude übrigens bestätigen: Ich habe sie mit meinem lauten Gelächter aus ihrem gemütlichen Vormittagsschläfchen gerissen. 😉

    Jetzt halte ich mir noch ein bisschen den Bauch und freue mich auf mehr von Dir.

    Herzliche Grüße aus dem südniedersächsischen Sumpfgebiet

    Sabine

  3. Liebe Uli,
    ich wiederhole mich, aber jetzt sage ich es nochmal öffentlich. Du solltesr Kolumnen schreiben. Für VIELE Leser:innen.
    Ich habe mich köstlich amüsiert.
    Danke dafür und bitte mehr davon.

    Korina

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