Monatsrückblick Juli 2021: Neubeginn

Zurück ins Büro

Seit Beginn der Pandemie habe ich überwiegend von zu Hause aus gearbeitet – im Home Office (auch wenn es sich dabei leider nicht um das britische Innenministerium handelt). Im Juli habe mich entschlossen, nun wieder öfter mit dem Rad ins Büro zu fahren und diesen Entschluss auch gleich in die Tat umgesetzt. Zuvor habe ich das Rad noch zum Service gebracht. Wie so viele Aktivitäten, hängt das Radfahren auch mit der eigenen Einstellung zusammen. Meine Strecke ins Büro beträgt nur 7,2 km Fahrt auf der Donauinsel (also maximal entspannend – ohne Autoverkehr), aber in meinem Kopf hatte sich dennoch nach und nach die Meinung festgesetzt, dass dies eine mühsame und lange Strecke sei. In der Realität ist es ganz anders. Und es ist so schön, den Tag mit Bewegung zu beginnen und man wird mit Eindrücken wie diesen belohnt (ganz zu schweigen von der tollen Infrastruktur eines gut ausgestatteten Büros).

Wassersport an der Neuen Donau

Was für mich übrigens das Mühsamste beim Radfahren ist – das Rad aus dem Radfahrraum herauszubringen.

Tipp: Nicht benötigte Fahrräder spenden oder via Kleinanzeigen (ebay, willhaben, fb-Gruppen, etc.) verschenken oder verkaufen. Gerade finanzschwächere Familien werden sich sehr darüber freuen, ein gratis oder kostengünstiges Fahrrad zu bekommen.

Rapid Blog Flow

Die Challenge Rapid Blog Flow beginnt

Die fabelhafte Judith Peters hat im Juli wieder zu einer Challenge geladen. Im Wirkshop ist es dann darum gegangen, einen Blogartikel zum Thema „Fun Facts über mich“ zu schreiben. Bei mir sind es 66 geworden – und es werden sicher noch welche hinzukommen.

Ein Fun Fact, der große Resonanz bekommen hat, ist der „Un-Grüne Daumen“. Offenbar bin ich nicht alleine in meinem bisher erfolglosen Bestreben, Topfpflanzen an meine Wohnumgebung zu gewöhnen. Ich versuche es dennoch immer wieder einmal mit einer Grünpflanze.

 

Wiener Stadtwanderwege

“Das Problem für jeden Wiener – und jede Wienerin: Man kann es in Wien nicht mehr aushalten, aber woanders auch nicht.” Helmut Qualtinger

Dieses Zitat trifft vor allem für heiße Tage zu. Ein guter Kompromiss ist es, in die Außenbezirke zu fahren und z.B. eine Wanderung durch den Wienerwald zu machen. Einer meiner Lieblingswanderwege beginnt in Pötzleinsdorf (Endstation der Straßenbahn-Linie 41). Von dort geht es durch den Pötzleinsdorfer Schlosspark nach Neuwaldegg und dann weiter nach Salmannsdorf. Die weniger Gehfreudigen können hier bereits Schluss machen und einen der vielen Heurigen in Neustift/Walde aufsuchen. Wer es etwas sportlicher mag, der erklimmt nun die Salmannsdorfer Höhe und spaziert durch die ausgedehnten Weingärten bis hinunter nach Sievering. Selbstverständlich hat auch Sievering mehrere Heurige aufzuweisen – und für meinen Mann und mich ist der Besuch eines dieser wunderschönen Weinlokale jedes Mal ein absolutes Muss. Die Heurigen sind für mich ein Teil des „alten“ Wien – und so wie bei den Kaffeehäusern achte ich darauf, Lokale aufzusuchen, die wenig von Touristen frequentiert werden. 

 

Vom 19. Bezirk geht’s direkt in den 17. und dann wieder zurück in den 19.
Hier wachsen u.a. der Grüne Veltliner und der Gelbe Muskateller. Bei den Heurigen gibt es zwar Sommerspritzer (Weißwein mit Soda), aber keinen Sommerwein (siehe dazu weiter unten – Ötztal).
Buschenschank in Sievering

Urlaub im Ötztal

Wie jedes Jahr, sind wir auch diesen Sommer im Ötztal – im kleinen feinen Kurort Umhausen. Ich kann mir für den Sommer keinen besseren Urlaubsort vorstellen. Es ist für mich wie ein nachhause kommen und das wiegt umso schwerer, als ich überzeugte Städterin und Wienerin bin und einst vom Land geflüchtet bin. Aber genauso wie Wien anders ist, so ist auch das Ötztal für mich anders.

Es sind diese komplett unerwarteten Momente des Glücks, die einen Urlaub besonders machen. Nicht irgendwelche Sehenswürdigkeiten, irgendwelche Dinge, die „man“ gesehen haben muss, Plätze und Restaurants, die in allen Reiseführern stehen. 

Wir fahren von Umhausen hoch nach Niederthai, unsere Fahrerin Margit hat das Radio angestellt und Nancy Sinatra und Lee Hazelwood singen „Summer Wine“. Ich muss lachen, denn dieses Lied habe ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gehört. Lee Hazelwood kann sich wohl glücklich schätzen (denke ich), für ein Paar Silver Spurs, 1 Dollar & 1 Dime Summer Wine zu bekommen. Die Wolken hängen tief und Nebelschwaden ziehen an den Bergrücken entlang. Ich denke, es wird wahrscheinlich regnen. Kein strahlendes Sommerwetter, kein blauer Himmel – aber einfach pure Freude, hier in den Bergen zu sein, diesen kitschigen Song zu hören und die Natur zu genießen. 

Am nächsten Tag strahlender Sonnenschein und blauer Himmel. Zeit, um ganz hoch hinauf zu fahren. Am Gaislachkogel auf über 3000 m wartet nicht nur eine fantastische Aussicht auf uns, sondern auch IceQ – und wir genießen in Gedanken an James Bond und Spectre einen Wodka Martini auf der Sonnenterrasse.


Als ich vor 5 Jahren das erste Mal im Ötztal war und zum allerersten Mal alleine in den Bergen unterwegs war, da hatte ich das Gefühl, dass kein einziges Ding zuhause eine große Bedeutung hatte. Ja, dass die Bindung an Dinge – noch dazu an Dinge, die nutzlos irgendwo gelagert werden – geradezu absurd ist. Hier ist die Idee für einen minimalistischen Lebensstil geboren.

Monatsrückblick Juli 2021: Neubeginn
Am Weg zur Amberger Hütte

 

 

Blogartikel im Juli