Gabi Kremeskötter: 219 Quadratmeter Glück

Traben-Trarbach, das Juwel an der Mittelmosel. Einst wurde hier eifrig Wein gehandelt und die Stadt kam um die Jahrhundertwende zu Reichtum. Davon zeugen heute noch die großen Weinkeller und die großen und prachtvollen Jugendstilvillen. Das lese ich auf der Willkommensseite der Stadt.

Sonnenuntergang an der Mosel

Gabi Kremeskötter lebt in Traben-Trarbach und sie lädt uns für dieses Wohngespräch in ihr ganz besonderes Haus ein. Das ist ihre Geschichte:

Ich bin verliebt

Liebe auf den ersten Blick überfällt mich, als ich mehr oder weniger zufällig ein über hundert Jahre altes, sanierungsbedürftiges Stadthaus entdecke. Ich wohne schon seit einiger Zeit in Traben-Trarbach. Umbrüche in meiner Familie, die Nähe zu meinem Arbeitsplatz und die herrliche Region haben mich 2010 bewogen, die Mosel meine neue Heimat werden zu lassen.

Drei Jahre später stehe ich vor meinem Traumhaus. Ich spüre mein Herz höherschlagen und ich weiß: Ich bin verliebt. So was von! In diese alte Stadtvilla mitten im alten Ortskern von Traben-Trarbach. Kopfsteinpflaster bis vor die Haustür. Eine alte Eichentür mit schönem Ornament am Oberlicht. Baujahr 1903. Mein Entschluss steht fest: Das wird mein neues Zuhause!

Meine neue Liebe nach der vollständigen Renovierung!

Ich erwerbe das Gebäude und ohne größere handwerkliche Vorkenntnisse beginne ich mein Traumprojekt zu realisieren. Schritt für Schritt und mit sehr viel Herzblut. Und nicht nur das: Unter dem Pseudonym Juli Norden schreibe ich mein Projekttagebuch. Mit viel Humor und Selbstironie erzähle ich von den persönlichen und handwerklichen Hürden und Herausforderungen und wie ich sie gemeistert habe.

Hier findest du eine Leseprobe zu Herzblut, Do-it-yourself und der „Mädchen-Methode“, in der Juli ihr Projekt beschreibt.

Leseprobe: Meine Abenteuer als Bauherrin!

Vom richtigen Zeitpunkt

Habe ich das Haus gefunden oder fand es vielleicht mich? Es kommt auf jeden Fall zum richtigen Zeitpunkt in mein Leben. Die Planung, Sanierung und Renovierung begleiten mich ein ganzes Jahr, geben mir Inhalt, eine Aufgabe und ein Ziel: Endlich wieder in den eigenen vier Wänden leben! Selbstbestimmt, autark, sicher und unabhängig.

Mein Wohnzimmer

Mein Lieblingsraum ist eindeutig mein Wohnzimmer. Von 60 cm dicken Bruchsteinmauern gehalten, ist das Erdgeschoss im Sommer kühl und im Winter durch den Holzofen wohlig warm; eine natürliche Klimaanlage. Es ist offen und mit der angrenzenden Küche habe ich einen großen Wohn-, Ess- und Arbeitsraum. Hier lese ich, hier schreibe ich, hier bin ich ganz ich.

Der Winter kann kommen!

Mein Office

Ich arbeite zu 100% im Homeoffice und das auch schon vor Corona. Dafür habe ich mir den hellsten Raum als Arbeitszimmer im ersten Stockwerk eingerichtet. Mein Blick durchs Fenster zeigt zur Mosel. Vor der Tür habe ich direkt den Balkon, der zur Kaffeepause einlädt und auch den Sonnenuntergang prächtig erleben lässt.

Mein Stil

Mein Wohnstil ist, dass ich keinem bestimmten Stil folge. Zum Wohlfühlen brauche ich fröhliche Farben und ganz viele davon! Und persönliche Gegenstände, wie zum Beispiel ein Drahtgestell, an dem ich schöne Postkarten anpinne.

Mein Couchtisch besteht aus einer alten Holz-Umzugskiste; hier liegen die Bücher, die ich demnächst lesen möchte. Ich habe eine hochwertige Stereoanlage, sehr gute Boxen und einen exzellenten Verstärker. Musik hören mag ich am liebsten in bester Qualität und laut!

Hier mache ich es mir gemütlich beim Lesen!

Ich liebe mein Geschirr, Teller und Tassen in den unterschiedlichsten Farben. Bei mir steht alles offen und nicht versteckt hinter wandfüllenden Schranktüren. Auch auf mein Mega-Sofa und den XXL-Ohrensessel möchte ich nie wieder verzichten, denn auf ihnen kann ich mich lang ausstrecken und herrlich entspannen.

Mein Grünbereich

Ich habe bewusst nach einem Haus ohne Garten gesucht. Mir reichen meine zwei kleinen Terrassen und der Balkon. Draußen sitzen, ohne mich mit der Pflege von zu viel Grün zu belasten, das ist mein Traum und den lebe ich.

Ich habe oft Besuch von Wildbienen, Schmetterlingen und Spinnentieren, die sich in meinen Blumenkübeln und Wegrandbereichen ungehindert bewegen. Die Freude an diesen kleinen Krabbeltieren lässt mich oftmals meinen Kaffee vergessen. Sie sind gern gesehene Modelle für meine Makrofotografie:

Blattläuse arbeiten fleißig am Oleander!

Die Moselaner und ich

Als Norddeutsche an der Mosel gilt: Einmal Zugezogene, immer Zugezogene; umso mehr, als ich der moselfränkischen Mundart nicht mächtig bin. Auch die Weinfest-Feierei und lockeren Vergnügungen der eingeborenen Moselaner und Moselanerinnen sind nicht so wirklich meins. Doch die Natur, das Klima und einige gute Freunde gleichen das mehr als aus. Ich fühle mich wohl und spüre, dass mein Haus mein wahrer Lebens- und Seins-Mittelpunkt ist.

Über die Autorin

Gabi Kremeskötter ist Autorin. 2019 erschien ihr Buch unter dem Pseudonym Juli Norden:
Zweihundertneunzehn Quadratmeter Glück! Wenn Frauenpower ein altes Stadthaus saniert.

Seit 2021 ist Gabi nebenberuflich auch als freie Rednerin für Hochzeiten und Kinderwillkommensfeste unterwegs. Sie gibt Kurse für Kreatives Schreiben und arbeitet als Korrektorin und Lektorin.

Ihr Motto: Sprache als Brücke: Vom Ich zum Du und Wir. 

Noch mehr Informationen zu Gabi aka Juli gibt’s hier:

https://gabi-kremeskoetter.de
https://www.gabi-kremeskoetter.de/blog/

Die Autorin Juli Norden

Juli Norden:
Zweihundertneunzehn Quadratmeter Glück!
Wenn Frauenpower ein altes Stadthaus saniert
Ein Projekttagebuch.

Diametric-Verlag
September 2019
ISBN 978 393858072 1

Hier geht’s noch zu mehr Wohngesprächen:

26 Gedanken zu „Gabi Kremeskötter: 219 Quadratmeter Glück

  1. Liebe Juli/Gabi,

    Chapeau! Was Du aus diesem Haus gemacht hast, ist der Wahnsinn! Und ich weiß, wovon ich schreibe – habe ich doch selbst einige Jahre in einem alten Haus (Bj. 1913) verbracht. Überraschungen für die Handwerkerin warten da an allen Ecken. 😉

    Auf diese Weise das „Für-Immer-Zuhause“ zu finden ist geradezu magisch. Und ich bewundere Deine Power, dieses (Herzens-?) Projekt umgesetzt zu haben.

    Auch die Idee mit dem Projekttagebuch ist einfach großartig und wird dazu führen, dass ich jetzt auch mein Wohnzimmertischchen mit zu lesenden Büchern füllen „muss“.

    Liebe Uli, ich bin immer noch ganz hin und weg von dieser Deiner Rubrik und freue mich jetzt schon auf den nächsten Donnerstag! Von der reinen Lesefreude abgesehen ist sie nämlich auch äußerst inspirierend. 🙂

    Herzlichst, Sabine

    1. Liebe Sabine,
      habe erst jetzt deinen Kommentar gefunden, danke dafür!
      Ja, Herzens-Lebens-Tagebuch-Projekt in einem, meine 219qm:-)
      Ist dein SuB (Stapel ungelesener Bücher) bereits aufgebaut?
      Viel Spaß beim Lesen!
      Gruß Gabi

  2. Was für eine tolle Liebesgeschichte an dein Haus, liebe Gabi! Chapeau für diese großartige Leistung, das Haus zu renovieren und so zu gestalten, wie es zu dir passt. Es sieht super gemütlich aus.
    Eine sehr schöne Folge der Wohngespräche. Tolle Idee, liebe Uli!

  3. What a beautifully decorated and tastefully furnished house! It’s much more of a challenge to outfit a large house than a smaller one without it looking overstuffed, cold, and artificial. And the sofa looks particularly inviting, ready for someone to drop onto it for a nap!

  4. Liebe Gabi, liebe Uli, ich lese ja parallel das Buch und bin auch verliebt in das Haus. Kann es sehr gut verstehn, wie wohl du dich da fühlst, Gabi.
    Danke sehr für die Einblicke und tollen Fotos. Makrofotografie ist auch eins meiner Hobbys, man taucht in eine andere Welt, ne?
    Liebe Grüße Ulrike

    1. Es war mir eine Freude und ich danke dir für diesen tollen Gastartikel, liebe Juli-Gabi! Und ich bewundere dich für das, was du dir geschaffen hast. Ein großartiges Haus (selbst renoviert!) in einer wunderschönen Gegend! Noch dazu hast du mich inspiriert, den Mosel-Wein mal auszuprobieren.
      LG – Uli

    1. Vielen herzlichen Dank, liebe Nicole! Am Wochenende werde ich mich übrigens auf die Suche nach „Bönnsch“ machen, nachdem ich schon so erfolgreich mit dem Mosel-Wein war.
      LG – Uli

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