Emotionale Dinge ausmisten: 5 Fragen, die dir das Loslassen erleichtern

Emotionale Dinge ausmisten: Schachtel mit sentimentalen Dingen

Emotionale Dinge ausmisten fällt vielen Menschen besonders schwer. Nicht wegen der Dinge – sondern wegen der Gefühle, die daran hängen. Es mutet vielleicht an, als würdest du einen Teil deines Lebens wegwerfen.

Vielleicht gefällt dir der Gegenstand längst nicht mehr. Vielleicht hast du ihn viele Jahre nicht mehr angeschaut. Vielleicht liegt er im Keller, verpackt in einer Kiste.
Aber dennoch fällt dir das Loslassen schwer.

Hier sind 5 Fragen, die dir helfen, auch die „schwierigen“ Erinnerungsstücke auszumisten:

1. Welche Emotionen lösen Erinnerungsstücke wirklich aus?

Zaubert es ein Lächeln auf dein Gesicht? Oder hängst du nur aus Gewohnheit oder sogar Schuldgefühl daran? Hat es einen positiven oder negativen Einfluss auf deine Stimmung? Symbolisiert es eine Situation oder Person, an die du dich gerne erinnerst oder wo du dich innerlich verkrampfst?

Vor vielen Jahren habe ich aus einem Urlaub eine Dekoration mitgenommen, die mir zu Hause dann gar nicht mehr gefallen hat. Irgendwie passte sie nicht zur Einrichtung und ich war überhaupt nicht glücklich damit. Aber sie war teuer, sogar sehr teuer gewesen. Und so habe ich den Fehlkauf rationalisiert, die Dekoration kam an die Wand und hat dort viele Jahre gehangen.

Aber jedes Mal, wenn ich daran vorbeigegangen bin – und das bin ich sehr oft – habe ich unbewusst an diesen teuren Fehlkauf gedacht und ihn bereut. Kein gutes Gefühl. Als ich mich dann endlich durchgerungen habe, mich davon zu trennen, ist mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen.

Wenn du solche Stücke hast, die bewusst oder unbewusst eine negative oder wehmütige Stimmung bei dir hervorrufen, dann entferne sie aus deinem Haushalt.

Denk auch an Dinge, die dich in der Vergangenheit festhalten – obwohl dein Leben längst weitergegangen ist. Ein Brautkleid und Hochzeitskarten, obwohl die Ehe geschieden ist. Das Geschenk einer Freundin, zu der du den Kontakt abgebrochen hast. Kleidung, die nicht mehr passt und dich an eine vergangene Zeit erinnert.

Solche Gegenstände machen dich – unbewusst – melancholisch. Dein Leben ist jetzt – und du hast eine Zukunft vor dir.

2. Wie oft freust du dich tatsächlich über das Erinnerungsstück?

Frag dich, wie oft du diese Dinge bewusst anschaust oder anfasst und Freude daran hast. Vielleicht merkst du hier schon, dass du diese Dinge gar nicht vermissen würdest.

Wo ist das Zuhause des Erinnerungsstücks? Vermodert es in einer Kiste im Keller? Ist es in einem Schrank im hintersten Eck weggepackt? Oder hast du es gut sichtbar aufgestellt oder aufgehängt?

Freust du dich jedes Mal, wenn du es siehst oder ist es gar nicht sichtbar? Würdest du es vermissen, wenn es weg wäre, oder würdest du dich sogar erleichtert fühlen?

In meiner Blogparade „Wer bist du ohne deine Dinge“ habe ich einen Artikel bekommen, in dem es um Sammlerstücke geht. Es heißt darin sinngemäß:

Mein Mann hat viele Jahre lang Biergläser gesammelt. Die Gläser stehen in Sammlervitrinen im Keller. Für ihn sind viele Erinnerungen damit verbunden. Aber wie er selbst sagt, wenn alle Gläser weg wären, dann wäre er enorm erleichtert. Er hätte dennoch seine Erinnerungen, müsste aber nicht entscheiden, was er mit den Gläsern machen soll, die eigentlich nur Platz wegnehmen.

Ich höre immer wieder, wie froh Menschen wären, wenn sich gewisse Sachen einfach in Luft auflösen würden. Es ist oft nicht das Ausmisten, das Schwierigkeiten bereitet, sondern eine Entscheidung zu treffen.

Wenn du die Frage, ob du erleichtert wärest, wenn gewisse Dinge wie von Zauberhand verschwunden wären, mit (zumindest insgeheim) „Ja“ beantwortest, dann trenne dich von diesen Gegenständen.

3. Emotionale Dinge weitergeben – wer hat mehr Freude daran als du?

Emotionale Dinge ausmisten wird leichter, wenn du sie weitergibst. Überlege, ob es Menschen in deiner Familie oder deinem Freundeskreis gibt, die sich freuen und diese Dinge schätzen würden. Sprich sie auf diese Dinge an.

Eine weitere Möglichkeit ist es, diese Sachen zu spenden bzw. zu einem günstigen Preis zu verkaufen und damit jemand anderem eine Freude zu bereiten.

Ich hatte zwei Bleikristallvasen und diverse selbstgemachte Häkeldeckchen – alles Geschenke meiner Tante. Gut gemeint, aber sie passten ganz einfach nicht zu meinem Wohnstil. Die zwei Vasen fanden ein neues Zuhause bei einer älteren Dame. Sie schickte mir begeistert Fotos von den Vasen, in die sie schöne Blumen gegeben hatte.

Noch heute spüre ich diese Freude und erinnere mich an die Begegnung mit der neuen Besitzerin der Vasen. Und das ist mir weit mehr wert, als wenn die Vasen nach wie vor in meinem Abstellraum verstauben würden. Ich bin überzeugt, dass sich auch meine Tante darüber freuen würde.

4. Kannst du emotionale Dinge sinnvoll weiterverwenden?

Es muss ja nicht gleich so extrem sein, wie bei dem genialen Sketch von Knallerfrau Martina Hill, deren Vater das iPad als Schneidebrett verwendete.

Aber vielleicht kannst du z.B. aus deinen Schuhschachteln voller Fotos ein paar Alben gestalten oder eine Collage. Oder aus Büchern ein neues Möbelstück. Oder aus Porzellangeschirr Blumentöpfe. Wenn du eine kreative Ader hast und gerne bastelst, dann wirst du sicher auf YouTube und Pinterest fündig. Hier gibt es unzählige Upcycling-Ideen.

5. Emotionale Dinge ausmisten – der Umzugstest

Frag dich, ob du den Gegenstand übersiedeln würdest und auch dann, wenn du in eine andere – vielleicht kleinere – Wohnung ziehen würdest? Würdest du ihn einpacken und für die Übersiedlung zahlen?

Fazit: Emotionale Dinge ausmisten befreit!

Emotionale Dinge ausmisten - Leere Box

Es gibt klare Signale, die dir zeigen, dass du dich von einem Gegenstand getrost trennen kannst:

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wenn du merkst, dass dir das Loslassen grundsätzlich schwerfällt:
Ich habe dir eine Liste mit 121 konkreten Dingen zusammengestellt, die du sofort ausmisten kannst.
Perfekt, um ins Tun zu kommen – ohne zu viel nachzudenken.

Wer schreibt hier?
Ich bin Uli Pauer, Ausmistexpertin und Autorin in Wien. Du willst Dinge loszuwerden? Sachen, die dir schon lange im Weg und ein Dorn im Auge sind. Dann bist du hier genau richtig.

Erinnerungsstücke ausmisten - Ausmistexpertin Uli Pauer

Das bin übrigens ich. Klicke auf das Bild und du kannst mich sofort ein wenig besser kennenlernen.

4 Gedanken zu „Emotionale Dinge ausmisten: 5 Fragen, die dir das Loslassen erleichtern

  1. Ja, jetzt hast du mich erwischt, liebe Uli. Meine Gedanken gehen gerade zu dem alten Ohrensessel, der im Schlafzimmer steht. Der stand schon in meinen Kinderzimmer. Er ist eigentlich ein Schmuckstück und eigentlich super bequem. Ganz eigentlich sitze ich aber eher selten drin und noch eigentlicher steht er im Weg.

    Viele Grüße
    Heike

  2. Danke für diesen sehr klaren Artikel und vor allem die guten Fragen. Ich werde mich jetzt gleich an eine Kiste mit Erinnerungsstücken an meine Mutter machen, die letztes Jahr verstorben ist. Da sind auch viele Fotos drin, das finde ich besonders schwer. 🙏

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